04.09.2018 - 15:47 Uhr
KemnathOberpfalz

"Mann des Ausgleichs"

MdL a.D. Bruno Ponnath ist tot. Der frühere Landrat des Landkreises Kemnath starb am Montag im Alter von 87 Jahren im Krankenhaus in Traunstein.

Bruno Ponnath.
von Josef ZaglmannProfil

(jzk) Er wurde am 2. Januar 1931 als eines von vier Kindern der Eheleute Max-Josef und Justine Ponnath geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Kemnath wechselte er während des Hitlerregimes nach Bad Reichenhall in das städtische Schülerheim. Im Kloster Ettal legte er 1959 das Abitur ab.

Nach einem Praktikum in der elterlichen Brauerei begann er das Studium der Brauereiwissenschaften in Weihenstephan, das er als Diplom-Braumeister abschloss. Seine erste Frau Isabella starb 1986. Aus der 1962 geschlossenen Ehe waren die drei Kinder Max-Joseph, Georg und Isabella hervorgegangen. 1989 trat er zum zweiten Mal vor den Traualtar und heiratete seine Margerete.

Mit 25 in den Kreistag

Der gebürtige Kemnather war ab 1970 bis zum Inkrafttreten der Gebietsreform 1972 Landrat das Altlandkreises Kemnath. Im neuen Großlandkreis Tirschenreuth hatte er das Amt des stellvertretenden Landrats inne.

Bruno Ponnath war sein ganzes Leben lang politisch sehr aktiv. Schon als 19-Jähriger gründete er in Kemnath den Kreisverband der Jungen Union und wurde sein erster Vorsitzender. Im Alter von erst 25 Jahren wurde er in den Kreistag des ehemaligen Landkreises Kemnath gewählt. Diesem Gremium gehörte er ununterbrochen bis zu seiner Auflösung im Zuge der Gebietsreform 1972 an, dann allerdings bereits als Landrat. 1970 war er in dieses Amt gewählt worden. Bereits drei Jahre zuvor hatte ihn der CSU-Kreisverband Kemnath zu seinem Vorsitzenden bestimmt. Nach der Gebietsreform wurde er Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Tirschenreuth. Er gehörte dem Kreistag des neu geschaffenen Landkreises Tirschenreuth an und wurde stellvertretender Landrat.

Von 1982 bis 1994 war er Abgeordneter des Bayerischen Landtags in München. Dort war er Mitglied in mehreren wichtigen Ausschüssen. Mit viel Geschick, Weitblick und politischem Gespür vertrat er dort die Interessen der nördlichen Oberpfalz. "Als Verbindungsglied zwischen Kommune und Landtag hat er sehr viel geleistet", würdigte Bürgermeister Werner Nickl seine Verdienste. Die Früchte seiner engagierten politischen Arbeit sind überall zu sehen, in Kemnath etwa das Krankenhaus, die Realschule, die Schulsportanlage, das Amt für Landwirtschaft und Forsten und die Altstadtsanierung.

Als "Politiker mit Leib und Seele" und als "Mann des Ausgleichs, der mit seiner menschlichen Art immer wieder die Wogen geglättet hat" würdigten ihn führende Politiker aus dem Großlandkreis bei seinem 80. Geburtstag am 2. Januar 2011.

Darüber hinaus engagierte sich Bruno Ponnath auch auf kommunaler Ebene. Er war Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, Aufsichtsrat der Baugenossenschaft Kemnath, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Kemnath und Mitglied des Verwaltungsrats der Sparkasse Tirschenreuth-Kemnath.

Beerdigung am Freitag

Für seine Verdienste erfuhr er höchste Auszeichnungen. Er ist unter anderem Ehrenvorsitzender des CSU-Kreisverbandes, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande (1973), der Kommunalen Verdienstmedaille (1980), des Ehrenrings in Gold des Landkreises Tirschenreuth (1982), der Ehrenmedaille der Stadt Kemnath (1991) und des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse (1993).

Aussegnung ist am Donnerstag, 6. September, um 19 Uhr in der Aussegnungshalle Kemnath. Sterberosenkranz ist am Freitag, 7. September, um 13.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche Kemnath. Der Trauergottesdienst ist am Freitag, 7. September, um 14 Uhr in der Stadtpfarrkirche Kemnath, anschließend Beerdigung.

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