Kemnath
10.02.2026 - 15:49 Uhr

Meister der „Dings“-Pointen sorgt in Kemnath für Lacher

„Wenn nicht wann, dann jetzt“: Der Programmtitel verrät eigentlich schon alles. Oder halt gar nichts. Aber egal: Rolf Miller begeisterte bei seinem Auftritt in Kemnath.

Er braucht gar nicht viel – nämlich nur einen Stuhl, eine Flasche Mineralwasser und ein Mikrofon. Und dann legt Rolf Miller los. Wobei loslegen vielleicht das falsche Wort ist, denn logische und semantisch richtige Sätze, die aus ihn heraussprudeln, sind die Ausnahme. Miller ist eher der Meister des abgebrochenen Satzes, garniert mit unzähligen „Dings“ und einer Mischung aus spitz-dreckigem Lachen. Wie man damit ein 90-minütiges Programm füllen kann und die Besucher begeistert, demonstrierte er am Sonntagabend im Kemnather Foyer der Mehrzweckhalle.

Den „roten Faden“ brauchte Miller in seinem Programm nicht, manchmal genügte es einfach schon, ihn breitbeinig dasitzen zu sehen und seinem mitunter doch recht gewöhnungsbedürftigen Dialekt zu lauschen. Dabei schlüpft er in seine Bühnenrolle als allwissender Prolet und Gscheidhaferl.

Die Themen, die er auf der Bühne zelebrierte, drehten sich unter anderem um Politik, Sport, Umwelt sowie Beziehungen zu Mensch und Automobil. In einer unnachahmlichen Art, die man hören muss und deren Wirkung durch das bloße Zitieren nur minimal erfasst wird, ließ er sich über alles aus, was ihm so einfiel über die „IAA-Anlage“ von Wacken, den Strg-Alt-Shift-Typ Bill Gates und Herbert Grönemeyer, den fleischgewordenen „Ganzkörperkrampf“.

Der Kabarettist riss ein Thema an, verlor dann den ohnehin nicht vorhandenen roten Faden, kehrte schließlich zum Thema zurück und sorgte für eine überraschende Pointe, die auch ausschließlich aus einer Kunstpause bestehen konnte. Für all jene, die den Sinn in den Ausführungen Millers nicht erkennen konnten, hatte der Kabarettist schließlich auch die passende Erklärung parat – dann nämlich hätten sie das Programm im Großen und Ganzen kapiert. Als Zugabe servierte Miller die Parodie verschiedener Prominenter während des Toilettengangs – von Genscher über Boris Becker bis hin zu Udo Lindenberg.

 
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