Mit einer recht guten körperlichen Fitness und einer beneidenswerten geistigen Frische feierte Hedwig Flachs 95. Geburtstag. Mehrere Gratulanten kamen zum Wohnhaus von Ingrid Herbert in die Anzensteinstraße, um ihr Glückwünsche zu übermitteln.
Geboren wurde die Jubilarin am 23. November 1924 in Popplowitz im Sudetenland als Tochter der Eheleute Maria und Wenzel Worschech. Zusammen mit vier Brüdern und einer Schwester wuchs sie dort auf. Von 1930 bis 1938 besuchte sie in Scheibenradisch die Schule. Nach dem Schulabschluss erlernte sie drei Jahre lang das Schneiderhandwerk. Während des Zweiten Weltkriegs war sie beim Reichsarbeitsdienst in Marktredwitz, beim Kriegshilfsdienst und bei der Fliegerabwehr in Biblis bei Worms.
Ihr Ehemann Hans wurde in Neuhof im Sudetenland geboren. Kennengelernt hat sie ihn während des Krieges beim Polkatanzen, als er auf Heimaturlaub war. Geheiratet hat sie ihn 1948 in Kulmain. "Das war zwei Wochen nach der Währungsreform", erinnerte sich die Jubilarin. "Für Hochzeitgeschenke hatte damals niemand Geld."
Nach der Meisterprüfung in Regensburg wurde Hedwig Flachs Hausnäherin in der Umgebung von Kemnath. Ihre Nichte Ingrid kam aus Oberschwaben zu ihr, um Schneiderin zu lernen. Nach der erfolgreichen Lehre blieb sie in Kemnath, heiratete Karl-Heinz Herbert und baute mit ihm ein Haus in der Anzensteinstraße. In den 50er Jahren übersiedelten Hans und Hedwig Flachs von Kulmain nach Kemnath in eine Wohnung beim damaligen Hufschmied Baumann auf dem Rathausplatz. 1970 zogen sie in die Jahnstraße um. Der Tod ihres Ehemannes vor 16 Jahren war ein schwerer Schlag für sie. Ihr tiefes Gottvertrauen half ihr, wieder neuen Mut fassen.
"Schneidern, Nähen und Wandern waren meine liebsten Hobbys" erzählte Hedwig Flachs. Sie ist immer noch sehr interessiert und aufgeschlossen und informiert sich täglich über die aktuellen Ereignisse. "Meine grauen Gehirnzellen halte ich durch Lesen und Lösen von Kreuzworträtseln fit", schmunzelte sie. Ihren Haushalt schafft die Jubilarin immer noch ganz allein.
Bürgermeister Werner Nickl gratulierte im Namen der Stadt herzlich. Auch Pfarrer Thomas Kraus überbrachte Glück- und Segenswünsche. Vom Katholischen Frauenbund kamen Rita Ponnath und Monika Schreyer-Herr zum Gratulieren. Ministerpräsidenten Markus Söder wünschte in einem Glückwunschschreiben alles Gute.













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