04.06.2019 - 16:38 Uhr
KemnathOberpfalz

Musik ein Dienst für Gott

Seit Januar 1999 macht er Musik zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen: Am Tag der Kirchenmusik feierte der evangelische Posaunenchor der Kirchengemeinde Wirbenz, Kemnath und Immenreuth 20-jähriges Bestehen.

Der evangelische Posaunenchor Wirbenz, Kemnath und Immenreuth (Bild) gestaltet den Festgottesdienst zu seinem 20-jährigen Bestehen selbst musikalisch.
von Autor HAIProfil

Es sollte eine kleine, aber feine Feier werden, mit Festgottesdienst und Stehempfang sowie viel Emotion. Von der Intrade "Seid fröhlich in Hoffnung" nach dem Glockenläuten bis zur Extrade "Irische Segenswünsche" zeigte der Gottesdienst, zu welcher musikalischen Reife der Posaunenchor unter Leitung von Susanne Lehner zwischenzeitlich gelangt ist.

Wie ein roter Faden zog sich in Klang, Wort und Gesang die Freude und Fröhlichkeit, aber auch die Dankbarkeit über 20 Jahre gemeinsames Musizieren durch den Festgottesdienst. Diesen eröffnete der Jubilar in der "Freude über die Gabe des Musizierens als Gottesgabe ", so Pfarrer Dirk Grabe zum Auftakt, mit der Bläserintrade "Seid fröhlich in Hoffnung". Begleitet vom Posaunenchor, stimmte die Gemeinde in "Danke für diesen guten Morgen" und "Danket dem Herrn" ein. Der Kirchenchor unter Leitung von Gertraud Burkhardt sang zur Epistel "Dich rühmt der Morgen", das gesungene Credo "Ich glaube an den Vater" und nach der Predigt "Du bist ewig, du bist nahe". Frieda Graf begleitete an der Orgel den Lobgesang der Gemeinde "Wunderbarer König". Fabian Übelhack trug die Lesung und das Evangelium vor.

"In der Welt des Musizierens, des Lernens und Spielens von Instrumenten sind 20 Jahre eine lange Zeit", sagte Grafe in seinen Predigtgedanken. Dabei unterscheide den Posaunenchor von der Blasmusik zum einen der Auftrag, musikalisch tragend der Verherrlichung Gottes zu dienen. Da sei ferner die ausschließliche Zusammensetzung aus Trompeten, Posaunen und Hörner. Hier werde nicht mit weiteren Instrumenten aufgefüllt. Nicht zuletzt sei der Posaunenchor ein Spezifikum der evangelischen Kirche. Es gebe keine katholischen Posaunenchöre, meinte Grafe.

Der Pfarrer betonte aber auch die Bedeutung der Musik für das menschliche Leben und seine wichtige Funktion im Gottesdienst. Durch die ganze Bibel hindurch nehme Musik eine ganz entscheidende Rolle ein. Die ältesten überlieferten Teile der Heiligen Schrift seien Lieder, erinnerte er. Der Psalter sei das älteste Gebet- und Liederbuch der Christen, das die Christen mit dem Judentum gemeinsam hätten. "Loben und Danken, Klagen und Bitten - alles lässt sich durch die Musik leichter und intensiver ausdrücken." Menschen, die sich der Musik verschrieben haben, leisteten durch ihre Begabung einen wichtigen Dienst am Menschen und für Gott.

Grafe dankte den Mitgliedern der Chöre der Pfarrei für die unzähligen Stunden in Proben und Freizeit. Nicht ohne auch die Werbetrommel für neue Mitglieder zu rühren, schloss er mit der Bitte um Vermehrung dieser Gabe auch in den nächsten Jahren.

Hintergrund:

Bisher über 350 Auftritte absolviert

Seit 20 Jahren ist Susanne Lehner Dirigentin des Posaunenchores. In dieser Zeit hat sie das Ensemble zu einem harmonischen Klangkörper geformt. Sie habe in der Kirchengemeinde vom ersten Tag an das Gefühl gehabt, hier willkommen zu sein. Lehner erinnerte an die ersten Überlegungen einer Gründung mit dem damaligen Pfarrer Matthias Vogt 1998 und die anfänglichen Diskussionen und Bedenken. Ende Januar 1999 sei man dann gestartet, habe weit über 1000 Übungsstunden und über 350 Auftritte gemeistert.

Von Anfang an aktiv sind noch Elfriede Bauer, Erhard, Konrad und Margit Hübner, Christine Schröter, Alfred Schuster, Regina Schwab sowie Karl-Heinz Strössner. In den weiteren Jahren kamen Oskar und Peter Burkhardt, Kai Koblenz, Stefanie Schimmel, Sonja Schindler, Ursula Schuster und Elias Schwab sowie das jüngste Mitglied, Tochter Xenia Lehner, hinzu. „Jede und jeder einzelne von euch ist mir wichtig, und heute ist es an mir und an der Zeit, Danke zu sagen für all die Jahre voll Musik und Freude für alle Hilfe, wenn es mal nicht so rund lief, und für eure Freundschaft“, sagte die Dirigentin.

Dank galt auch Pfarrer Dirk Grafe für das stets offene Ohr und für die Zusammenarbeit, der Kirchengemeinde für die Unterstützung sowie den Familien und ihrem Ehemann Robert. Natürlich hatte die Chorleiterin für ihre Mitglieder ein kleines Geburtstagsgeschenk mitgebracht, das sich dieses Mal anstatt der Notenblätter im Notenkoffer befand. Susanne Lehner rührte aber auch die Werbetrommel für neue Mitglieder, verbunden mit dem Wunsch, dass Neulinge in fünf Jahren beim 25-Jährigen aktiv mitwirken würden. Handzettel enthielten entsprechende Informationen rund um ihr Credo: „Lernen auch Sie ein Blechinstrument – es ist kostenlos! Aber ich kann Ihnen garantieren: nicht umsonst!“

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