18.09.2018 - 16:53 Uhr
KemnathOberpfalz

Musik nach Geschichte

Anerkennung gibt es für die Darsteller bei der historischen Stadtführung. Dieses Mal wiegt das Lob besonders schwer, sind die Gäste doch vom Fach.

Die Darsteller des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises Kemnath geben den Mitgliedern des Musiktheaters Tirschenreuth einen lebendigen Einblick in die Stadtgeschichte.
von Josef ZaglmannProfil

Sehr gut gefallen hat dem Ensemble des Musiktheaters Tirschenreuth die historische Stadtführung durch die Altstadt von Kemnath. Liane Preininger, selbst Mitglied, hatte dazu eingeladen. Auf dem Platz der Begegnung begrüßte die Baderin Pauline (Pauline Bäumler) die Gäste. Roland Rabenstein von der Stadtwache marschierte als Trommler voran.

In authentischen Vorstellungen ließen acht Darsteller die Teilnehmer tief in die Atmosphäre vergangener Zeiten eintauchen. Den Anfang machte die Pinzer Beckn Resl (Preininger) auf dem Cammerloherplatz. Eindrucksvoll schilderte sie die widrigen Umstände, die deren Familie 1878 dazu zwangen, nach Amkerika auszuwandern. Eines ihrer sechs Kinder wurde dort Kardinal (Aloysius Joseph Muench).

Hildebert Mehler (Johannes Ponnath) erzählte im Klosterhof die wechselhafte Geschichte des Franziskanerklosters und informierte über die Klosterbrauerei. Sein süffiges "Bernsteinbier" schmeckte allen sehr gut. Pfarrer Arckhauer (Reinhard Herr) teilte vor der Stadtpfarrkirche mit, wie der Katakombenheilige Primian von Rom nach Kemnath kam und zum Stadtpatron avancierte.

Vor der Bäckerei Krauß stellte Vroni Krauß "Bäcker-Adl", die älteste Bäckerei Deutschlands vor. "Sie ist seit 1573 in der 14. Generation in unserem Besitz." An der Sebastiansäule auf dem Stadtplatz trat die Brandstifterin Sybilla Schimmel (Anna Müller-Rösch) auf. Sie erzählte, wie sie sich 1848 im Rausch dazu verleiten ließ, ein Feuer zu legen, bei dem fast 100 Häuser abbrannten.

Singend stellte sich Kantor Wolfgang Schmelzl (Josef Zaglmann) am ehemaligen Gänsbrunnen, der seit über 40 Jahren seinen Namen trägt, vor. Er berichtete, wie er im 16. Jahrhundert nach Wien zog und dort als Kantor, Schulmeister und Schuldramatiker zu Ruhm und Ansehen gelangte. Christoph Adam von Trautenberg (Hans Rösch) berichtete in Begleitung von Bruder Josef (Heiner Dworzak) in der Trautenbergstraße von der Gründung des Spitals für "in Ehren abgehauste Kemnather Bürger".

Traurige Berühmtheit erlangte der "Schmied-Matzns-Girgl" (Martin Wittmann) als letzter Gefangener, der in Kemnather hingerichtet wurde. Zum Abschluss der Führung hatte sich Preininger etwas Besonderes einfallen lassen. Mit einigen Kaibitzer Schlossbläsern spielte sie im Innenhof des Heimat- und Handfeuerwaffenmuseums einige Stücke. Mit einem gemütlichen Beisammensein im Gasthof Leypold klang die Historische Stadtführung aus.

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