Künstlerin Andrea Partheymüller-Gerber ist in Kemnath keine Unbekannte. Sie hat hier Verwandte und hat hier mehrmals Urlaube verbracht. Die Kemnather Künstlergruppe Malwas stellte die Kunsterzieherin am Frankenwald-Gymnasium in Kronach bei der Eröffnung der Ausstellung vor.
So habe Partheymüller-Gerber ihre Bilder bereits bei zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert und viele Vorträge gehalten. Bei ihrer Ausbildung in der Stadtapotheke Lichtenfels hatte sie erste intensive Begegnungen mit Heilpflanzen. Nach ihrer Ausbildung zur Kunsttherapeutin unternahm sie mehrere Reisen nach Indien. 2003 entstanden die ersten Arbeiten mit Pflanzenfarben. "Die akademische Malerin hält ihre Erfahrungen in Bildern fest, so dass sie für den Betrachter nachvollziehbar sind", meinte Susanne Vonhoff.
Auf den ersten Blick recht ungewöhnlich sind ihre Werke aus der Serie "Tulpen". Wie im Fluss laufen die Farbströme dahin und ergeben dann eine Pflanze. Mit einem Pinsel wurden Farbschichten transparent übereinander gelegt, so dass eine durchsichtige Räumlichkeit entsteht. In der Bewegung und der Dynamik werden die Spuren ihrer Handbewegung sichtbar. Bei den Landschaftsbildern war ihr die Wirkung der Sonnenstrahlen wichtig. Bei "Bäume" und "Unter dem Olivenbaum" hat sie quasi aus der Froschperspektive das Flirren der Blätter in den Ästen festgehalten.
Auch Farbstudien mit selber hergestellten Farben sind in der Ausstellung zu sehen. "Diese kleinen experimentellen Bilder entstehen aus dem Farblack oder dem Farbpudding, einem flüssigen Farbstoff, den die Künstlerin selbst aus den Pflanzen herauszieht", wusste Vonhoff. Damit befinde sie sich in einer über 1000-jährigen Tradition, in der aus Pflanzen Farben gewonnen werden. Dieses natürliche Material sei bei Lichteinfluss einem Wandel unterworfen.
Zu jeder Farbe hat die Künstlerin ein Studienbuch erstellt, das eingesehen werden konnte. "Wir Kemnather sind ja auch alte Färber", erzählte Vonhoff, "Färbergraben (Weihergraben) und Faberwastl (Färberwastl) zeugen davon, dass im Mittelalter auch bei uns mit dem Färberwaid gefärbt wurde." Unter den insgesamt 28 Werken sind aber auch Bilder auf Leinwand zu sehen, die aus Pigmenten entstanden sind. Diese sind lichtecht und bleiben somit erhalten. Auch diese können zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei noch bis September bewundert werden.




















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