Kemnath
20.12.2018 - 11:04 Uhr

Neue Ortsteil entwickelt sich

Die Weihnachtssitzung des Kemnather Stadtrats ist immer die Zeit, Rückschau auf das zu Ende gehende Jahr zu halten. So auch diesmal, und doch unterschiedet sich der Bericht laut Bürgermeister Werner Nickl von den bisherigen.

"Das Besondere an diesem Jahr ist, dass Entscheidungen getroffen wurden, die weit über das nächste Jahr, ja über die nächsten Jahre hinaus, unsere Stadt entwickeln, formen und verändern", stellte Bürgermeister Werner Nickl fest. So werde sich ein neuer Ortsteil Kemnaths entwickeln, der sich aus vielen Entscheidungen generiere: Der Landkreis wird für geschätzte 35 Millionen Euro eine neue Realschule am neuen Standort bauen, Beginn könnte schon 2021 sein. Eingebettet sein wird dies in weitere Projekte wie die Ausweisung eines Wohnbaugebietes, den Bau einer neuen Kindertagesstätte, den geplanten Bau von Geschoßwohnungsbauten entlang der Berndorfer Straße, neue gestalteten Straßenverläufen und -einmündungen sowie die geplante Umsiedlung des SVSW-Geländes hin zur Schulsportanlage.

"Es wird uns viel Planen und Überlegen abfordern, wie diese Neugestaltung aussehen wird", kündigte Nickl an. Auch für das Brauhausareal und für das bisherige SVSW-Sportgelände scheine mit der Ausschreibung und Mehrfachbeauftragung von Architekten der Weg klar zu sein. "Vielleicht musste es so sein, dass auf diesem Gelände bisher noch nichts umgesetzt wurde", meinte der Rathauschef mit Blick auf die langjährige Brache.

"Der Haushalt des Jahres 2018 ist beispiellos in der Geschichte der Stadt Kemnath", fuhr er fort. So liege einerseits das Haushaltsvolumen bei nahezu 30 Millionen Euro, andererseits habe man durch die "Gewerbeoffensive" den Gewerbesteuerhebesatz auf 230 von Hundert gesenkt. "Ich kann heute vermelden, dass der Ansatz für die Gewerbesteuer von 7,8 Millionen Euro für das laufende Jahr deutlich überschritten werden konnte", freute sich Nickl.

Mehrere Projekte des laufenden Jahres griff der Bürgermeister auf - den für März 2019 terminierten Abschluss der Rathaussanierung, die neue Grünanlage am Stadtgraben, die Weiterentwicklung im Bereich der Betreuung älterer Mitbürger durch BRK und SeniVita, den Abbruch-Beginn am Lenzbräu, das Dorfgemeinschaftshaus in Schönreuth, die umfassende Dorferneuerung in Löschwitz und Kaibitz sowie die Breitbandversorgung.

"Im nächsten Jahr soll es endlich losgehen mit dem Komplettumbau der Kläranlage. Wir werden damit im energetischen Bereich einen Meilenstein setzen", kündigte Nickl an. Durch Eigenproduktion von Strom und erheblicher Verringerung der Klärschlammmenge werde sich die Energiebilanz der Kommune deutlich verbessern. Ein besonderes Lob hatte der Redner für das Familienzentrum Mittendrin parat. Diese Einrichtung habe sich etabliert. Er erhalte viele positive Rückmeldungen von Auswärtigen zur dort geleisteten Arbeit.

"Ich denke, wir können am Ende des Jahres zufrieden sein", schloss Nickl. Angesichts der Not in der Welt, der vielen Krisenherde und der Kriege könne man sich glücklich schätzen, hier leben und arbeiten zu dürfen. "Unsere Probleme sind lösbare Probleme." In seine umfassenden Dankesworte schloss er alle ein, die im Jahr 2018 zum Gelingen einer positiven Entwicklung der Stadt Kemnath beigetragen haben.

Hintergrund:

Angesichts Gewerbesteuer einnahmen nicht abheben

Stellvertretend für die Fraktionen dankten deren Sprecher Josef Krauß (CSU/CLU), Christian Baumann (FW/FWG) und Heidrun Schelzke-Deubzer (Grüne) dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung für die geleistete Arbeit. Krankheitsbedingt entschuldigt waren die Mitglieder der SPD-Fraktion.

Krauß sprach von einem arbeitsintensiven Jahr, in dem neue positive Weichen für die Stadt gestellt wurden. Neben den großen Projekten nannte er auch den Radweg von Oberndorf nach Wirbenz, Bürgersteig-Maßnahmen und den Ausbau von Straßenbeleuchtungen. „Viel Engagement wird auch künftig nötig sein.“ Nach wie vor betroffen mache die bereits im Vorjahr angekündigte Schließung des Milchhofes in Kemnath. „Das wird uns noch viel Kopfzerbrechen bereiten“, vermutete Krauß. Sein Dank galt allen, die „guten Willens“ und an der positiven Weiterentwicklung der Kommune beteiligt waren.

Als „Jahr mit vielen Programmpunkten“ würdigte Baumann 2018. Die Stadt habe sich ein großes Stück weiterentwickelt. Es habe sich gezeigt, dass es sich lohne, über verschiedene Wege zu diskutieren, um das Beste zu erreichen. Die in Aussicht gestellten Einnahmen bei der Gewerbesteuer dürften nicht dazu führen, dass man „abhebe“.

Schelzke-Deubzer rief in Erinnerung, dass man im Stadtrat die große Verantwortung dafür trage, dass es sich auch in Zukunft hier gut leben lasse. Gerade die Klimaereignisse 2018 führten vor Augen, dass es nicht allein Aufgabe von staatlichen Unterhändlern auf einem Klimagipfel sein könne, Handlungsziele zu formulieren, sondern dass sich man vor Ort für die nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung einsetzen müsse.

„Diskutieren wir Projekte also angemessen und ausführlich, kommunizieren wir sie so, dass die Bürger mitgenommen werden und ihr Vertrauen in unsere Demokratie setzen können.“

 
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