20.06.2021 - 13:48 Uhr
KemnathOberpfalz

Neues Gewerbegebiet: Ökologie und Industrie im Einklang

Im neuen Kemnather Gewerbegebiet sollen Umwelt- und Artenschutz hohen Stellenwert bekommen. Die ersten Planungen waren nun Thema in der jüngsten Stadtratssitzung.

Das neue Kemnather Gewerbe- und Industriegebiet - (fast) unendliche Weiten: In der jüngsten Sitzung des Kemnather Stadtrates wurden die aktuellen Planungen vorgestellt, die auf großen Zuspruch trafen.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Das neue Kemnather Gewerbe- und Industriegebiet gewinnt an Konturen: Die ersten Planungen stellten Dipl.-Ing. Manuel Zwick, Geschäftsführer von Zwick Ingenieure GmbH aus Weiden, sowie Landschaftsarchitekt Gottfried Blank, Geschäftsführer von Blank und Partner mbB aus Pfreimd, in der jüngsten Sitzung des Stadtrates vor.

Reduzierung des Ausgleichfaktors

„Der Bebauungsplan soll den Themen Umwelt- und Artenschutz gerecht werden“, schickte Zwick seinen Ausführungen voraus. Alle Maßnahmen in diesem Bereich würden auch dabei helfen, den so genannten Ausgleichsfaktor zu reduzieren. Angesiedelt sind die neuen Flächen südlich der Hammergrabenstraße, im Westen begrenzt durch den Verlauf der Staatsstraße 2665. Angedacht ist, dass die Grundstücks-Mindestgröße beim Thema Industrie 3000 Quadratmeter und beim Thema Gewerbe 2000 Quadratmeter beträgt.

Vorgesehen sind eine Haupterschließungsstraße sowie Nebenstraßen. „Das Areal soll attraktiv mit Grünflächen sowie Fuß- und Radwegeanbindungen gestaltet werden“, betonte Zwick. Er sprach auch Themen wie Zisternen zur Regenwassersammlung, Tiefgaragen zum Vermeiden von „Flächenfraß“, Festsetzungen für Dachbegrünung und Solarenergienutzung und zahlreiche weitere Aspekte an, die sich im Bebauungsplan wiederfinden sollen. Die Umsetzung des Gebietes könnte in drei Bauabschnitten erfolgen. Einzelne Gestaltungsmöglichkeiten stellte Landschaftsarchitekt Blank vor. Er machte zudem deutlich, dass die zu beplanende Fläche über eine große Einsehbarkeit verfüge. Die Eingriffsfläche, so Blank, liege bei 142.000 Quadratmetern. Für den Flächenausgleich habe man den Faktor 0,4 angesetzt.

Vorgaben beachten

Bürgermeister Roman Schäffler betonte, dass es heutzutage nicht funktioniere, einfach mal so schnell ein Gewerbegebiet auszuweisen. „Viele Vorgaben müssen beachtet werden“, sagte der Bürgermeister. Er hob hervor, dass man in dem Gebiet neue Standards aus ökologischer Sicht setze. „Und 5,7 Hektar sind beachtlich als Ausgleichsfläche“, so Schäffler.

Die vorgestellten Planungen fanden Zuspruch bei allen Fraktionen im Gremium. Etwas unterschiedlich bewertet wurde der vorgesehene Flächenausgleich. „Der Faktor 0,4 haut schon rein“, sagte Altbürgermeister Werner Nickl (CSU). Heidrun Schelzke-Deubzer (Grüne) hielt dem entgegen, dass es ein Qualitätsmerkmal für Kemnath sei, wie hier Gewerbe und Ökologie zu einem Gleichklang kommen.

Zwick und Blank hielten auf Nachfrage auch fest, dass es sich im Bebauungsplan mit Grünordnung schon um verbindliche Festsetzungen handele, an die sich die Bauherren auch halten müssten. Dass es übrigens eine Notwendigkeit für die Ausweisung des Gebietes – also die Erweiterung des bestehenden Gebietes - gibt, steht außer Frage: Allein in den Jahren 2020 und 2021 habe es gewerbliche und industrielle Anfragen nach nahezu 100.000 Quadratmetern entsprechender Flächen gegeben.

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Ingenieur Manuel Zwick (links) und Landschaftsarchitekt Gottfried Blank referierten im Gremium.

„Das Areal soll attraktiv mit Grünflächen sowie Fuß- und Radwegeanbindungen gestaltet werden.“

Dipl.-Ing. Manuel Zwick

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