21.11.2019 - 13:15 Uhr
KemnathOberpfalz

Neues Leben im Steinbruch

In einem Steinbruch gibt es mehr als Geröll zu entdecken. Das zeigte ein Bildervortrag von Johann Spörrer beim Kemnather Seniorentreff.

Groß war das Interesse der Senioren am Bildvortrag von Johann Spörrer und Rainer Sollfrank (von rechts).
von Josef ZaglmannProfil

"Sie werden überrascht sein von der Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt auf dem Gelände des ehemaligen Zinster Steinbruchs", meinte Johann Spörrer im Gasthof Kormann. "Lebensraum Steinbruch - über das Leben im Zinster Steinbruch früher und heute" lautete der Titel seines Bildervortrags, den er mit Rainer Sollfrank und Walter Pilsak zusammengestellt hat.

Unzählige Molche

Nach der Schließung des Steinbruchs habe der Landesbund für Vogelschutz 2006 das Gelände erworben, erzählte Spörrer den Senioren. Seitdem habe sich dort die Natur nach und nach das etwa 40 Hektar große Areal zurückerobert. Tausendfaches Leben gebe es in den Pfützen, wo sich zahllose Molche tummelten, berichtete der Referent.

Auch der Falke fühle sich hier wohl. Der seltene Schwarzstorch sei ebenso auf dem Gelände beheimatet wie viele Amphibien und seltene Vogelarten wie Baumpiper, Heidelerche, Kauz, Kohlmeise, Neuntöter, Rotmilan und Waldwasserläufer. Zudem wüchsen seltene Pflanzen wie Heckenrose, Habichtskraut, Lichtnelke, Platterbse, Steinklee, Weidenröschen und Berufkräuter in diesem Biotop. Spörrer hatte zu seinen eindrucksvollen Farbaufnahmen passende Kommentare verfasst und die richtige Hintergrundmusik ausgewählt. Die Familie Richter in Erdenweis betreibt die Beweidung des Geländes mit Schafen und Ziegen. Diese halten den Steinbruch von hohem Bewuchs frei. Das Kantinengebäude wurde vor einigen Jahren abgerissen. Früher führte eine lange Seilbahn bis zum Bahnhof Immenreuth. Dort wurden die Basaltbrocken zerkleinert, bevor sie mit dem Zug wegtransportiert wurden. Diese Anlage wurde zu Beginn des Zweiten Weltkrieges abgebaut und in die Ukraine abtransportiert. Anschließend kam sie zurück, wurde aber nicht mehr aufgebaut.

Bilder aus 50 Metern Höhe

Zum Schluss konnten die Senioren das große Steinbruchgelände aus der Vogelperspektive bewundern. In etwa 50 Metern Höhe hatte eine Drohne Aufnahmen gemacht. Mit einem Blick auf die Armesbergkirche endete die Filmreise. "Wenn die Brutzeit der Vögel vorbei ist, dann bietet der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) kostenlose Führungen an", gab Spörrer bekannt.

Der Pullenreuther Heimatdichter ist bei den Kemnather Senioren kein Unbekannter. Schon einige Male hat er sie mit seinen sehenswerten Bildvorträgen begeistert. "Lesen, Nachdenken, Schmunzeln heißen die beiden Bücher mit Gedichten Erzählungen, heiteren und besinnlichen Geschichten die er verfasst hat. Jetzt sind sie in einem Sammelband erhältlich. Rainer Sollfrank stellte seinen Kemnather Fotokalender 2020 vor, den er für vier Euro verkauft. Zweiter Bürgermeister Hermann Schraml bedankte sich mit einem Präsent für den Vortrag.

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