Rund 220 geladene Gäste waren am Freitagabend im Foyer der Mehrzweckhalle beim Neujahrsempfang der Stadt. Bürgermeister Roman Schäffler nutzte seine Rede für einen Rück- und Ausblick gleichermaßen. Er erinnerte an die außergewöhnliche finanzielle Stärke Kemnaths, die „bayernweit einzigartig“ und „das Fundament für unsere Zukunftsgestaltung“ sei.
Seit 2020 habe die Stadt insgesamt 688 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen erzielt, im vergangenen Jahr seien es 160 Millionen Euro gewesen. „Für eine Kommune mit rund 5900 Einwohnern bedeutet das: Kemnath ist die pro Einwohner finanzstärkste Kommune Bayerns. Diese Stärke wirkt weit über unsere Stadtgrenzen hinaus.“ Gleichzeitig erhalte die Stadt keine Schlüsselzuweisungen, keine Zuschüsse aus dem Finanzausgleich und keine Mittel aus dem kommunalen Investitionsbudget des Bundes. „Auch dadurch bleibt für andere Kommunen mehr im Topf“, meinte der Bürgermeister. Diese Zahlen seien kein Grund zur Selbstzufriedenheit, sondern Verpflichtung zu Verantwortung, Maß und Weitsicht.
Große Pläne
Schäffler blickte auf das, was man in Kemnath ganz konkret sehen, anfassen und erleben könne: Bei den Projekt-Fertigstellungen spannte er einen Bogen vom Interkulturellen Familien- und Bürgerhaus im ehemaligen Lenzbräu über den Neubau des Feuerwehrgerätehauses Kemnath bis hin zur Wasserleitung Zwergau, Beringersreuth, Bingarten sowie zur Erschließung Industriegebiet West III und Hammergrabenstraße BA 1. Begonnen beziehungsweise geplant sind unter anderem die Kläranlage Hopfau, das Multifunktionsgebäude im Interkommunalen Sport- und Freizeitpark, die Seepromenade sowie Baugebietserschließungen Lohäcker (Abschnitt II) und Neusteinreuth.
Der Bürgermeister sparte auch noch anstehende Ausgaben nicht aus und nannte beispielsweise das Feuerwehrhaus Waldeck, den Neubau eines Hallenbads mit dem Landkreis, die Sanierung der Mittelschule Kemnath und die Verkehrssituation in der Bayreuther Straße.
Krankenhaus unverzichtbar
Eine Lanze brach der Bürgermeister beim Thema Krankenhaus für Kemnath: „Auch wenn es keine Pflichtaufgabe ist, nehmen wir Verantwortung an: Unser Krankenhaus Kemnath ist unverzichtbar für die Region. Bürgerinnen und Bürger sowie die Beschäftigten können sich unserer vollen Unterstützung sicher sein.“ In diesem Zusammenhang und insgesamt hob Schäffler das gute Miteinander mit dem Landkreis hervor. Kemnath stehe heute so gut da wie selten zuvor. Landrat Roland Grillmeier würdigte die Entwicklung der Kommune. Man dürfe stolz sein auf das, was in Kemnath geleistet werde. Nicht ohne Grund gelten die Kommune sowie der Landkreis Tirschenreuth insgesamt als eine „Aufsteigerregion“. „Das sind eine Stadt und ein Landkreis, in denen vieles in Ordnung ist“, sagte Grillmeier.
Stellvertretend für alle Verstorbenen des Jahres 2025 erinnerte Schäffler zu Beginn an den Ehrenmedaillenträger Franz Weis sowie an den Behindertenbeauftragten Michael Plannerer. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Kemnather „The Voice Kids“ – Teilnehmerin Lena Kiele sowie Bernd Schönfelder. Den kirchlichen Segen für das neue Jahr überbrachten Stadtpfarrer Thomas Kraus sowie eine Abordnung der Sternsinger. Für das Kulinarische war das Team der KEM-Event GmbH verantwortlich.


















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