Kemnath
08.02.2021 - 14:12 Uhr

Online-Kurs in Kemnath über Ernährung von Kleinkindern

Eva Gibhardt erläutert Inhalte des Onlinekurses für junge Eltern. Bild: Eva Gibhardt/exb
Eva Gibhardt erläutert Inhalte des Onlinekurses für junge Eltern.

Seit Jahren sind die Vorträge zum Thema Ernährung für Babys und Kleinkinder ein beliebtes Angebot im Kemnather Familienzentrum Mittendrin. Durch die Zusammenarbeit mit Petra Prölß vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Tirschenreuth sind diese Veranstaltungen für die Eltern immer kostenlos und können zweimal pro Halbjahr angeboten werden.

Diplom-Ökotrophologin Eva Gibhardt hat in diesen Vorträgen schon vielen Eltern die Verunsicherung genommen, die aus der Informationsflut unzähliger Ratgeberbücher oder Internetseiten stammt. Die Mütter schätzen die fundierten Empfehlungen der Expertin, die sich an den wissenschaftlichen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientiert. Wie alle anderen Vorträge wurde auch dieses Angebot im Zuge der Coronapandemie in den digitalen Bereich verlegt.

Stillen die Basis

Basis für eine gesunde Entwicklung ist das Stillen der Kleinen, erklärt Gibhardt. Unter bestimmten Umständen kann es sinnvoll durch Säuglingsnahrungen ersetzt werden. Ein weiterer großer Schritt ist die Einführung der Beikost. Nach dem vierten Lebensmonat ist dafür der richtige Zeitpunkt. Für den Wachstumsschub in dieser Zeit bringt die neue Nahrung "mehr" Energie und wertvolle Inhaltsstoffe. Begonnen werden sollte laut der Expertin in entspannter Atmosphäre mit dem ersten Löffel Gemüsebrei, fein püriert aus dem Gläschen oder selbst gekocht. Von Tag zu Tag vergrößert sich der Gemüseanteil. Nach etwa einer Woche werden dem Gemüse Kartoffeln zugegeben.

Abwechslungsreiche Speisen

Als Getränk dazu empfiehlt Eva Gibhardt reines Wasser aus dem Fläschchen oder Becher. Nach und nach werden die Milch- durch die Beikost-Breimahlzeiten ersetzt. Zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat findet ein Übergang zum Familienessen statt. Dabei sind die Eltern gefordert, die Speisen abwechslungsreich und vielseitig anzubieten.

Somit muss irgendwann keine Beikost gekocht werden. Am Ende des ersten Lebensjahres kann dann auch auf die tägliche Milchflasche verzichtet werden, da die wichtigen Nährstoffe und die notwendige Energie aus den festen Speisen und dem Getränk zugeführt werden.

Im Aufbau-Vortrag "Endlich essen mit Mama und Papa!" gibt die Gibhardt Tipps für das Essen am Familientisch für Kinder bis zum dritten Lebensjahr. Das Frühstück orientiert sich an den Gewohnheiten der Familie. So sind Müsli mit Getreideflocken, Milch und Obst oder Brot mit etwas Butter und Marmelade mit geringem Zuckergehalt vorstellbar. Immer ergänzt mit einem Getränk, einer Tasse Milch oder Kräutertee. Ebenso denkbar ist ein deftiges Frühstück mit fettarmem Wurst- oder Käsebelag. Zwischendurch können die Kinder Wasser trinken oder Gemüsestifte und Obststücke verzehren. Beim Mittagessen eignen sich Gerichte, die weder zu stark angebraten, zu würzig, zu salzig oder zu zuckerreich sind.

"Lassen Eltern die Kinder bei der Speisenauswahl und -zubereitung mitentscheiden und mithelfen, gewinnen wir die Kleinen für das eine oder andere Gericht, das sie zuvor abgelehnt hatten", weiß Eva Gibhardt aus Erfahrung. Kinder nähmen mit allen fünf Sinnen das Essen wahr. Ein kleingeschnittener, knackiger Apfel werde sicher mit Appetit gegessen, ganzer Apfel dagegen meist nicht angerührt.

Für den Fall, dass das Kind Gemüse, Obst und Milch ablehnt oder Reaktionen auf bestimmte Nahrung auftraten, weiß die Expertin Rat. Zur Vorsicht rät Gibhardt bei "Kinderlebensmitteln". Diese enthielten oftmals viel zu viel Zucker und Fett. Es gebe immer gesunde und wohlschmeckende Alternativen, die leicht selbst zubereitet werden können. Mehr zu diesem Thema erfahren Eltern in den Vorträgen von Gibhardts Kollegin Kristina Heinzel-Neumann ab Mittwoch, 17. März.

 
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