Dr. Michael Kampe und Dr. Holger Eggers haben sich in dem zertifizierten Endoprothetikzentrum zu einer hohen Behandlungsqualität und hohen Transparenz für die Patienten verpflichtet. Alle Abläufe rund um die Behandlung von Patenten mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken seien standardisiert und optimiert.
Die beiden Fachärzte sprachen zum Abschluss der sechsteiligen Vortragsreihe der Kliniken Nordoberpfalz AG über "Hüft- und Knieendoprothetik". Auch diesmal waren wieder zahlreiche Zuhörer in das Foyer der Mehrzweckhalle gekommen.
"Prothesetypen und Gleitpaarungen - Vorsorgemöglichkeiten der Hüftendoprothetik" war das Thema von Kampe. "Die häufigste Ursache für die Zerstörung des Hüftgelenks ist die Arthrose", erklärte der Hauptoperateur im Krankenhaus Kemnath. Hier komme es zu einem Abrieb der gelenküberziehenden Knorpelstruktur. Aber auch andere angeborene oder erworbene Erkrankungen und Verletzungen wie Rheuma, Fehlbildungen, Brüche, Ausrenkungen oder Absterben des Hüftkopfes könnten das Gelenk schädigen.
Genau erläuterte er die Unterschiede der drei verfügbaren Prothesetypen. "Heute werden kaum mehr Hüftkappenprothesen und Kurzschaftprothesen implaniert, sondern überwiegen Hüfttotalendoprothesen (Standartschäfte)". Bei der Hüftpfanne sei das Standartimplantat die Press-Fit-Pfanne. "Die Schraubpfanne sei schwerer zu implantieren und habe höhere Revisionsraten. Mögliche Gleitpaarungen seien das herkömmliche Kunststoffinlay, das moderne hochvernetzte Kunststoff-, das Metall- und das Keramik-Inlay.
"Der Einbau eines künstlichen Hüftgelenkes ist eines der erfolgreichsten Operationsverfahren überhaupt", betonte der Referent. In Bayern werden jedes Jahr etwa 28 000 Hüftprothesen implantiert, in ganz Deutschland etwa 250 000.
Eggers räumte mit dem Vorurteil "Knie heilt nie" auf. "Vor einem operativen Eingriff am Knie müssen alle Möglichkeiten der konservativen Behandlung wie Krankengymnastik, Maßeinlagen, Bandagen, Gewichtsreduktion, Punktion und Injektion (Hyaluron) ausgeschöpft sein." Mit dem Einbau einer außenseitigen Prothese bei einem X-Bein oder einer innenseitigen Prothese bei einem O-Bein werde die Beinachse operativ umgestellt und wieder in die richtige Lage gebracht.
Nach dem Ausgangsbefund der Schädigung an der Hüfte oder am Knie entscheide der Facharzt über das Prothesentyp, der für den Patienten optimal sei. Beide Ärzte versicherten, dass eine Operation am Knie und an der Hüfte nicht lange dauere. Schon am gleichen Tag müsse der Patient sein Bett verlassen und mit dem Physiotherapeuten leichte Übungen machen. Eine Entlassung sei meist nach wenigen Tagen möglich, wenn die Operationswunde abgeheilt und eine selbstständige und sichere Gehfähigkeit erreicht sei. Dann könne der Patient in eine stationäre Anschlussheilbehandlung (Reha) verlegt werden oder von zu Hause aus eine ambulante Rehabilitation bei einem Krankengymnasten machen.
Laut Kampe zeigen wissenschaftliche Studien, dass nach 12 bis 15 Jahren etwa 95 Prozent der Endoprothesen gut funktionieren. Im Kemnather Endoprothesenzentrum kämen nur langjährig erprobte Kunstgelenke von renommierten Herstellern zum Einsatz", betonten Josef Zimmerer und Brigitte Hollerung vom OP-Team. Sie hatten mehrere Prothesetypen zum Anschauen mitgebracht.














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