Kemnath
27.09.2026 - 11:18 Uhr

Ovigo gastiert mit Impro-Theater „Heureka“ in Kemnath

„Heureka“ war zunächst ein Stück ohne Handlung: An zwei Abenden wurde in Kemnath aber deutlich, wie kreativ es sich mit Inhalt füllen lässt. Dem Gurkenhobel sei Dank.

Schon die Vorankündigung hatte deutlich gemacht, dass es sich nicht um ein „normales“ Theaterstück handeln würde, sondern eben um einen „zauberhaften Impro-Schinken“. So kam es dann auch an zwei Abenden im Bürgersaal des Kemnather Lenzbräu: Das Ovigo-Theater gastierte mit „Heureka“, sowohl die Zuschauer wie auch die Akteure auf der Bühne wussten nicht, was auf sie zukommen würde. Eine richtige Geschichte gab es nämlich noch nicht, die entspann sich erst im Laufe des Abends. Gefragt war die hohe Kunst der Improvisation – je nachdem, was das Publikum vorschlug und was mehrheitsfähig war.

Dass die Theaterbesucher aktiver Teil der Handlung werden, wurde schon zu Beginn klar: Es lagen Zettel aus, auf denen das Lieblingsessen, das Lieblingstier, die Lieblingsfarbe und eine Weisheit der Oma eingetragen werden mussten. Diese Zettel wanderten in einen Zauberkessel und wurden im Laufe des Abends immer wieder gezogen – sodass es dann auch passierte, dass ein Schauspieler spontan und sinnvoll „blau“, „Muscheln“ sowie „alles mit vier Beinen“ in seine Erzählung einbauen musste.

Auf der Bühne waren sechs Akteure zu sehen: der Zauberer Fata (Bernhard Beer) und die Hexe Morgana (Charlotte Bielefeldt) als eine Art Showmaster, jeweils flankiert von ihren Zweier-Teams: Ritter (Thomas Meserth) und Knappe (Erasmus Gerhards) auf der einen Seite sowie die Langfinger Danny (Finn Ebenschwanger) und Lali (Katharina Mühln) auf der anderen Seite.

An einem Abend machten sie sich auf die Suche nach der Goldenen Kloschüssel in einer Taverne, am anderen Abend musste der Gurkenhobel auf dem Mond gefunden werden. Diese kreativen Einfälle des Publikums forderten die Akteure auf der Bühne in höchstem Maß, und sie konnten den ganzen Abend demonstrieren, was Impro-Theater ausmacht: Schlagfertigkeit, Flexibilität, Einfühlung in den Partner, Rollenwechsel sowie eine Spontanität, die sich mitunter auch mit Vernunft und Logik verbinden ließ.

Immer wieder mischte sich das Publikum tüchtig ein: Als Verbrechen wurde beispielsweise das Benutzen der Badewanne von Schneewittchen eingestuft, Oma-Sprüche wie „Die Rabauken sind wieder da!“ oder „Wie man isst, so arbeitet man“ mussten in den Text eingebaut werden, und Stichwortgeber, die aus dem Publikum auf die Bühne geholt wurden, entpuppten sich witzigerweise nicht unbedingt als große Hilfe, sondern sorgten für neue Herausforderungen.

Dass dann schließlich der Gurkenhobel tatsächlich gefunden wurde und sich alles zu einem Happy End fügte, sorgte für einen runden Abschluss. Und für die Schauspielerinnen und Schauspieler gab es den berechtigten großen Applaus.

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