19.03.2019 - 15:26 Uhr
KemnathOberpfalz

Preis für Wunderbaum

Sonja Krauß aus der Klasse 7b der Realschule Kemnath wurde Siegerin bei dem renommierten Wettbewerb „Jugend forscht“.

Für diesen tollen Infostand bekam Sophie Krauß einen Sonderpreis.
von Josef ZaglmannProfil

Als der große Bruder der 12-jährigen Schülerin aus Kodlitz bei Speichersdorf ins Krankenhaus musste, machte sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Heilmittel für ihn.

„Dabei bin ich auf den Meerrettichbaum (Moringa olifera) gestoßen“ erzählte sie, „er schmeckt nach Meerrettich und wächst vorrangig in Asien. Lateinamerika und Afrika.“ Sie war sehr überrascht, was er alles kann. Davon kann man nämlich alles essen. Die Wurzeln kann man zu Tee verarbeiten, der heilende Wirkung haben soll. Die frischen Blätter enthalten viel Vitamin C. Man kann sie kochen wie Spinat, und das Harz lässt sich als Süßungsmittel verwenden. Ihrem kranken Bruder machte sie daraus Smoothies. „Bald konnte man beobachten, wie er wieder zu Kräften kam“ schwärmte sie.

Der Meerrettichbaum hat Früchte, die wie Bohnen enthalten und je 25 Samen enthalten, mit denen man Wasser reinigen kann. „Zum Reinigen von einem Liter Wasser braucht man nur drei gemahlene Samen“ hatte sie herausgefunden. Aufgrund ihrer positiven Ladung ziehen sie nämlich den Dreck wie ein Magnet an. „Dieses einfache Prinzip der Wasserreinigung könnte vielleicht helfen, dass nicht mehr so viele Menschen an verschmutztem Wasser sterben“ hoffte sie. Auch das Öl aus den gemahlenen Samen kann man verwenden. Weil man alles essen kann, könnte der Meerrettichbaum mit dazu beitragen, das Hungerproblem in der Welt zu lösen. Auch für Vegetarier könnte dieser Baum interessant sein.

„Er ist sehr genügsam und geht nicht gleich ein, wenn er kein Wasser bekommt“ berichtete die Siebtklässlerin.

Könnte dieser Wunderbaum auch bei uns angepflanzt werden? „Ja“ meint die junge Forscherin, „allerdings nur in Gewächshäusern.“ Die Temperatur darf nämlich nicht unter 20 Grad sinken.

Über 15 Seiten umfasst die Facharbeit, die Sophie Krauß für diesen Wettbewerb „Jugend forscht“ erstellt hat. Betreut wurde sie von der Studienrätin Rosalia Hörner, ihrer Biologielehrerin.

Für den schönsten Stand auf der Ausstellung bekam sie einen Sonderpreis. Bei einem einstündigen Rundflug über Neumarkt kann sie die herrliche Aussicht auf diese Region von oben aus genießen. „Diese Forschertätigkeit war zeitraubend und anstrengend“ verriet sie, „aber sie hat mir wirklich großen Spaß gemacht.“

Realschuldirektor German Helgert gratulierte ihr zu ihrem großen Erfolg.

Beim Sommerfest am 10.7. wird sie den Besuchern auf ihrem Infostand diesen sagenhaften Wunderbaum präsentieren.

30 Schülerinnen und 79 Schüler aus 13 Oberpfälzer Realschulen stellten sich in diesem Jahr beim Regionalentscheid der Oberpfalz dem Urteil der Jury in der großen Jurahalle in Neustadt. „Jugend forscht“ hatte 15- bis 21-jährige wieder dazu aufgefordert, ihre Ideen aus Naturwissenschaft und Technik zu präsentieren.

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