27.02.2020 - 15:22 Uhr
KemnathOberpfalz

Privatisierung wäre „Supergau“

Eine Delegation der Grünen informiert sich im Kemnather Krankenhaus.

Die Grünen zu Gast im Kemnather Krankenhaus - unter anderem im Gespräch mit Chefarzt Dr. Jilge (Vierter von rechts) und Regionalleiter Christian Stadler (Dritter von rechts).
von Holger Stiegler (STG)Profil

Auf Informationsbesuch im Krankenhaus Kemnath war jetzt eine mehrköpfige Delegation der Grünen aus dem Landkreis Tirschenreuth, darunter unter anderem Landtagsabgeordnete Anna Toman sowie die beiden Kreisvorsitzenden Heidrun Schelzke-Deubzer und Fabian Neuser. Empfangen wurde die Gruppe von Regionalleiter Christian Stadler, Chefarzt Dr. Gerhard Jilge, Pflegedienstleitung Renate Lindgens, Betriebsrätin Monika Selch sowie weiteren Vertretern des Krankenhauses.

Im Gespräch wurden zahlreiche Aspekte angesprochen, zu denen die Kliniken-Vertreter ausführlich Erläuterungen gaben. Stadler betonte, dass das Krankenhaus Kemnath leistungsfähig aufgestellt sei. Er stellte die einzelnen Abteilungen und das Leistungsspektrum vor. "Und darüber hinaus ist es eines der schönsten Häuser im Verbund", sagte der Regionalleiter.

Dass es dem Kemnather Krankenhaus gut gehe, habe auch damit zu tun, dass man früh den Weg der Spezialisierung eingeschlagen habe. "Das ist der größte Vorteil, wenn immer wieder landauf, landab über die Schließung kleinerer Häuser diskutiert wird", erklärte Stadler. Vor allem mit dem MedCenter Bayreuth und der Orthopädie-Belegabteilung von Dr. Michael Kampe sei man sehr gut aufgestellt. Anstehende Veränderungen innerhalb der AG würden in Kemnath sicherlich nicht "so dramatisch" ausfallen, zeigte sich Stadler überzeugt. "Man muss hier in Kemnath nicht großartig eingreifen", betonte Stadler.

Dessen ungeachtet gebe es natürlich Problematiken, von denen auch das Krankenhaus Kemnath nicht verschont bleibe. "Die Dokumentation wird immer umfangreicher und intensiver", berichtete Lindgens. Dies sei alles Zeit, die von den Patienten weggehe und ein Umstand, der nicht unbedingt zur Attraktivität des Pflegeberufs beitrage. Jilge erläuterte am Beispiel der sogenannten MDK-Prüfungen, dass von Krankenhäusern Dinge verlangt würden, die kleine Häuser nicht leisten könnten. "Man kann die Patienten nicht nach 'Schema F' über einen Kamm scheren."

Eine andauernde kommunale Trägerschaft für die Kliniken-AG hielten alle Anwesenden für sinnvoll und existenziell. "Es wäre der Supergau, wenn Häuser an Private verschachert werden", erläuterte Betriebsrätin Selch. Dr. Florian Hage von der Grünen-Delegation regte an, dass die Kommunikation zwischen Klinik(leitung) und den niedergelassenen Ärzten noch verbesserungsfähig sei. Stadler zeigte sich überzeugt davon, dass diese Thematik vom neuen Vorstand Dr. Thomas Egginger angegangen werde.

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