Kemnath
11.10.2018 - 15:19 Uhr

"Sind am Puls der Menschen"

Jutta Deiml und Brigitte Scharf werben beim Wahlkampfabschluss für eine starke SPD. Sie setzen bei den Wahlen am Sonntag auf eine bestimmte Gruppe.

Uli Roth (rechts) und Rainer Fischer (links) bedanken sich bei Jutta Deiml (Zweite von links) und Brigitte Scharf (Zweite von rechts) für ihren Einsatz im Wahlkampf sowie bei SPD-Bezirksvorsitzendem Franz Schindler (Mitte) für seinen Besuch beim Wahlkampfabschluss in Kemnath. Bild: stg
Uli Roth (rechts) und Rainer Fischer (links) bedanken sich bei Jutta Deiml (Zweite von links) und Brigitte Scharf (Zweite von rechts) für ihren Einsatz im Wahlkampf sowie bei SPD-Bezirksvorsitzendem Franz Schindler (Mitte) für seinen Besuch beim Wahlkampfabschluss in Kemnath.

(stg) Den Wahlkampf-Endspurt hat die SPD im Stimmkreis 307 (Landkreis Tirschenreuth/Teile des Landkreises Neustadt/WN) eingeläutet: Die Genossen hatten am Mittwochabend zur Abschlusskundgebung in die Gaststätte "Fantasie" nach Kemnath geladen. Neben den Direktkandidatinnen Jutta Deiml (Landtag) sowie Brigitte Scharf (Bezirkstag) schwor auch SPD-Bezirksvorsitzender MdL Franz Schindler die Zuhörer auf die Wahlentscheidung am Sonntag ein.

Für die musikalische Untermalung sorgte die Duo-Formation "Treibhauz", bestehend aus dem Kemnather SPD-Vorsitzenden Andreas Demleitner sowie Armin Karwath. Stellvertretender Kreisvorsitzender Uli Roth stellte das enorme Arbeitspensum der beiden Kandidatinnen in den vergangenen Monaten heraus: "Ihr habt eine großartige Präsenzleistung in den Gemeinden und Städten geleistet." Da habe man gemerkt, dass die beiden Genossinnen brennen würden für das jeweilige Amt, für das sie kandidieren. Mit einem Mini-Budget sei es gelungen, einen außerordentlich erfolgreichen Wahlkampf zu machen, der die Menschen erreicht habe.

Wahlkampf in Region

Für Landtagskandidatin Jutta Deiml war die Veranstaltung ein Heimspiel. Die Kemnatherin freute sich darüber, dass Franz Schindler nicht nur bei der Nominierungsversammlung im Februar nach Kemnath gekommen war, sondern auch zum Wahlkampfabschluss. Deiml erinnerte daran, dass sich die SPD seit jeher für gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern eingesetzt habe. Daran wolle sie mitarbeiten und mit Annette Karl eine starke Stimme der Nordoberpfalz in München sein. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass viele "Denkzettelwähler" der Bundestagswahl nun wieder zu den klar demokratischen Parteien und vor allem auch zur SPD "zurückkehren".

Im Wahlkampf in der Region sei es ihr Anliegen gewesen, am Puls der Menschen zu sein. "Und vielleicht denken sich jetzt auch viele: Die Brigitte Scharf und die Jutta Deiml kenne ich - die wähle ich!" Mit dem Ergebnis am kommenden Sonntag verbinde sie mehrere Hoffnungen - so brauche man keine Nazis und Rassisten im Landtag, man brauche künftig auch keine Amtsträger Söder und Seehofer mehr, außerdem hoffe sie auf ein Ergebnis, das der SPD wieder Kraft zum Durchstarten gebe. Angesichts jüngster Äußerungen des Bayerischen Ministerpräsidenten erinnerte sie daran, dass die SPD die "Europa-Partei" in Deutschland sei und eben nicht die CSU. "Aber wahrscheinlich hat Söder Scrabble gespielt und es ist Europa herausgekommen", meinte Deiml.

Brigitte Scharf betonte, dass sie den Wiedereinzug in den Bezirkstag schaffen wolle, wo sie bereits von 2008 bis 2013 die nördliche Oberpfalz vertreten durfte. Auch aufgrund ihr langjährigen beruflichen Tätigkeit in der Gemeindeverwaltung sei der Bezirkstag wie geschaffen für sie. Noch immer gelte der Umstand, dass die Aufgaben des Bezirks für viele Menschen unbekannt seien.

Intensive Zeit

Im Landkreis leiste der Bezirk allerdings Enormes, betonte Scharf, und verwies beispielsweise auf die Einrichtungen für Behinderte oder das Sibyllenbad. "Dennoch gilt aber auch: In unserer Region gibt es zu wenige Wohnungen für erwachsene Menschen mit Behinderung", sagte die SPD-Kandidatin. Auf diesen Notstand habe sie während des Wahlkampfes bei vielen Bürgermeister-Besuchen hingewiesen. "Und ich denke, dass dafür das Problembewusstsein auch etwas gewachsen ist." Der Wahlkampf in den vergangenen Monaten sei eine sehr intensive Zeit gewesen, in der sie selbst auch viel Neues erfahren habe. Es sei allerdings auch hart und anstrengend gewesen, wenn man mit verschiedenen rechten Parolen konfrontiert wurde.

Mit kleinen Präsenten bedankten sich SPD-Kreisvorsitzender Rainer Fischer sowie Uli Roth bei den beiden Kandidatinnen für den leidenschaftlichen Wahlkampf in den vergangenen Monaten.

Info:

SPD-Bezirksvorsitzender Franz Schindler hob in seiner Rede die „geballte Frauenpower“ für die Region vor, die von Jutta Deiml und Brigitte Scharf ausgehe. Er machte keinen Hehl daraus, dass man mit den aktuellen Umfragewerten natürlich nicht zufrieden sein könne. „Dass wir in eine Große Koalition in Berlin eingetreten sind, zahlt sich vielleicht nicht aus, aber es war richtig.“, sagte Schindler. Als SPD mache man es sich eben nicht so einfach wie die FDP, die sich vor Verantwortung gedrückt hat.

Dass die Rente stabilisiert werde und der Mindestlohn angehoben werde, seien nur zwei exemplarische Erfolge, die der SPD zu verdanken seien. Die aktuelle Situation beim Kampf gegen Rechts mache deutlich, wie wichtig eine starke SPD sei. „Auf die Konservativen und Reaktionären konnte man sich bei diesem Kampf nie verlassen“, meinte Schindler mit Blick auf die Geschichte der Sozialdemokratie. Dass Ministerpräsident Söder bereits kurz nach Amtsantritt AfD-Vokabular verwendet habe, habe ihn persönlich entsetzt.

In vielen Politikbereichen in Bayern – gleichwertige Lebensverhältnisse, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Ganztagsschulen, Stärkung des ländlichen Raums – sei klar erkennbar, dass die SPD angeschoben habe und es heute zum Konsens zähle. „Denn wenn wir es nicht machen, wer soll es denn sonst machen.“, so Schindler. Gerade in Zeiten der Digitalisierung gehe es darum, die soziale Gerechtigkeit nicht aus dem Auge zu verlieren. „Söder und die CSU können gerne zum Mond fahren, wenn sie dann gleich noch ein paar Leute mitnehmen."

Franz Schindler. Bild: stg
Franz Schindler.
Viele Zuhörer sind beim Wahlkampfabschluss der SPD zugegen. Bild: stg
Viele Zuhörer sind beim Wahlkampfabschluss der SPD zugegen.
Auch die musikalische Unterhaltung fehlt beim Wahlkampfabschluss der SPD nicht. Bild: stg
Auch die musikalische Unterhaltung fehlt beim Wahlkampfabschluss der SPD nicht.
 
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