13.11.2019 - 11:49 Uhr
KemnathOberpfalz

Von Schönheitskönigin und Irrlöichta

Nach 23 Jahren ist das Wirtshaussingen bei den Volksmusikfreunden immer noch sehr beliebt. Deshalb kommen auch stets neue Musikanten, um bei den Kemnather Sängerinnen Monika Fink und Sieglinde Witt aufzutreten.

Monika Fink (links sitzend) freute sich sehr über die muntere Musikantenschar, die in Kötzersdorf aufspielte.
von Josef ZaglmannProfil

Diesmal waren es die Seebauer-Moidla. Marga Roßmann und die Harmonikaspielerin Mariele Seebauer rissen die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin. Nach "Schau ich ins Tal" und der "Grasheiferl Polka" erzählten sie beim "Erdäpfel-Lied" auf humorvolle Weise, was sie die ganze Woche essen. Mit "Für mi fang da Mo bei neinzg Kilo o" nahmen sie den Schlankheitswahn auf die Schippe. Tränen lachten viele, als Roßmann die "Schönheitskönigin aus Schneizlreuth" anstimmte. Nach den Herbstliedern "s'letzta Bladl" und "War da Summa a schöi, ötza mou a göi" hatte Herbert Diesner Angst vor den unheimlich "Irrlöichta".

Nach einer längeren Pause waren Albin Zeitler (Steirische Harmonika) und Ingrid Krämer (Gitarre und Trompete) wieder dabei. Für ihre Lieder "Warmes Wasser" und "Mou niad sa" ernteten sie viel Applaus. Der Schaffelbass, den Zeitler bei manchen Stücken als Begleitung zupfte, hatte als einzige Seite einen einfachen Hanfstrick. Zwischendurch erklangen Wunschlieder aus den ausgeteilten Mappen. "Heint scheint da Mond so schöi", "Döi Gamserl schwarz und braun", "In der Fröi, wenn da Hahn macht an Kraahra" und "Das junge Leben" ("Soll ich denn mein junges Leben einem schlechten Burschen geben?") waren diesmal die Favoriten. Aber auch das Fichtelgebirgslied, "Wochenend und Sonnenschein", "Marianka" und das Rennsteiglied wurden gerne gesungen.

Zuverlässige Begleiter waren Rudolf Fink, Roland Küffner, Josef Zaglmann und manchmal auch Werner Matt (Akkordeon) sowie Heinz Schmidt, der bei "Weinwallfahrer" in seinem "Hörndl" (Tuba) tiefe Basstöne entlockte.

"I bin fei a echts Weaner Kind", behauptete Akkordeonspieler Ernst Bitterer. Er sang zudem "Ich bleib dir treu" und ein Loblied auf die Mütter ("Geh bitte schau oba, Mama"). Mit seinen Witzen und seinem schwungvollen Akkordeonspiel brachte er immer wieder Stimmung in die Wirtsstube. Echte bayerische Volksmusik war angesagt, als Siegfried Zaus zur Geige griff. Zaglmann begleitete ihn bei einem "Landler" und einem "Boarischen" auf dem Akkordeon.

Urban Reger traute es sich zu, die Lieder "Ännchen von Tharau", "Capri Fischer" und das Loblied auf das Zillertal "O du mein Zillertal, mein Heimatland") ganz ohne Instrumente zu singen. Spontan fanden sich Humoristen, die Witze erzählten oder lustige Begebenheiten zum Besten gaben.

Weil Sieglinde Wick verhindert war, konnten die Kemnather Sängerinnen keines ihrer beliebten Lieder vortragen. Was passte besser als Schlusslieder als das Schlammersdorfer und das "Freundschaftslied ("Wahre Freundschaft soll nicht wanken"). Das weihnachtliche Wirtshaussingen ist am 22. Dezember um 14 Uhr in Kötzersdorf.

Wo Heribert Schmidt ist, ist seine Konzertina meist nicht weit.
Hintergrund:

Mit Konzertina und Mundharmonika

Wenn Heribert Schmidt aus Hundsmühle zum Wirtshaussingen kommt, bringt er stets zwei Instrumente mit: seine Mundharmonika und seine Konzertina. „Dieses Holzbalginstrument in dem sechseckigen Gehäuse wird heute nur mehr sehr selten gespielt, weil es schwer zu erlernen ist“ erzählte er. Schon in seiner 18-monatigen Lehrzeit bei der Bundeswehr war er als Musikant bei internen Feiern gefragt. Mit Manfred Bauer aus Windischenlaibach gründete er eine Zwei-Mann-Band. Zuerst sollte er Saxofon spielen, dann Schlagzeug, was er nicht konnte. Spontan nahm er Schlagzeugunterricht in Bayreuth. Mit Bauer spielte er bei den Moonlight Boys, später bei Floating Five, der Kapelle Fraunholz, den Mehlmeiseler Dorfmusikanten und Weinwallfahrern. Als der Elektromeister bei der Bahn 1999 in Ruhestand ging, griff er wieder zu den Instrumenten, speziell zur Konzertina. Seitdem tingelt er von einem Musikantentreffen zum andern. Auch als Alleinunterhalter ist er sehr gefragt.

Zu Auftritten nimmt er immer einen Ordner mit Liedern und Texten mit. Viele Stücke hat er selber gedichtet und komponiert. „Anregungen dazu hole ich mir aus meiner Umwelt“, verrät er. Vor einiger Zeit hat er sogar eine CD mit Eigenkompositionen aufgenommen. Besonders stolz ist er auf sein „Speichersdorfer Heimatlied“ und auf sein Loblied auf die Schöpfung („Lieber Herrgott, wöi schöi ist deine Welt).“ Das spielte er auch in Kötzersdorf. Applaus gab es auch für sein Lied über den Schnupftabak („Der Duwak ist mein Leben“) und den „Zeitvertreib-Walzer“.

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