09.12.2019 - 13:46 Uhr
KemnathOberpfalz

Sterbenden helfen

Bei der Marianischen Männer-Congregation Kemnath referierte Pfarrer Thomas Kraus zum Thema "Wie umgehen mit Krankheit, Sterben und Tod in einer Pfarrgemeinde?".

MMC-Obmann Paul Völkl (links) dankte Pfarrer Thomas Kraus für seinen interessanten Vortrag und überreichte ihm einen Weihnachtsstollen von der örtlichen Konditorei Lehner.
von Josef ZaglmannProfil

"Wie umgehen mit Krankheit, Sterben und Tod in einer Pfarrgemeinde?" lautete das Thema des Vortrags von Pfarrer Thomas Kraus beim Pfarrkonvent der Marianischen Männer-Congregation (MMC) im Pfarrheim. Er beleuchte die Thematik zunächst biblisch und kirchengeschichtlich. "Seit jeher ist es gerade eines der Kennzeichen des Christentums, sich der Armen, Kranken und Sterbenden anzunehmen", erklärte er. Nach wie vor traue die Gesellschaft der Kirche auch in unseren Tagen gerade in diesen Bereichen viel zu.

Im Bereich der Pfarrgemeinde sei der Seelsorger gefragt bei der Begleitung von Kranken und Sterbenden sowie der Gestaltung der Liturgie anlässlich von Tod und Sterben. Hier liege die große Chance, mit Menschen zusammenzukommen und im Gespräch zu bleiben, die sonst nur noch wenige Berührungspunkte zur Gemeinde haben. Aus der Tradition heraus hätten sich durch die jahrhundertelangen Erfahrungen Formen der Begleitung und des Gebets entwickelt, die Menschen helfen und Trost spenden.

"Für die Kranken und Sterbenden da zu sein und die Toten würdig zu bestatten sind Werke der Barmherzigkeit." Konkret zähle dazu die rechtzeitige Krankensalbung, das Gespräch mit dem Priester, die persönliche Beichte und die Krankenkommunion. Klar sei, dass nicht alles auf den Schultern des Seelsorgers lasten könne, sondern dass das die ganze Gemeinde angehe. Hier sei in den vergangenen Jahren durch die ehrenamtliche Hospizarbeit, den Ausbau von Hospizen und der sogenannten "Palleative Care" viel geschehen, wusste der Geistliche.

"Das Christentum muss in unserer Gesellschaft Präsenz zeigen, wenn es darum geht, Menschen in der schwierigen Phase von Krankheit, Sterben und Tod zu begleiten." Menschen sollten nach dem Zitat des früheren Kardinals König an der Hand eines Menschen sterben und nicht durch dessen Hand.

Man dürfe sich nicht zurückziehen, sondern müsse gerade in den Grenzsituationen des Lebens präsent sein, weil hier der Glaube zum Ernstfall werde und Menschen Hoffnung, Trost, Zuversicht und Beistand schenken könnte.

Bei der anschließenden Diskussion ging es um Urnenbestattung, aktive und passive Sterbehilfe, Organspende und die Patientenverfügung. "Gebete führen zu einer merkbaren Beruhigung des Patienten", wusste der Pfarrer. Das gelte besonders für den Rosenkranz.

"Seit dem letzten Konvent am 19. März haben wir 16 Termine wahrgenommen", berichtete Obmann Paul Völkl. Sehr gut angenommen werden mittlerweile der Einkehrtag in Speinshart, die Maiandacht der MMC mit der örtlichen KAB mit anschließender Einkehr, der Bezirkskreuzweg auf dem Armesberg, das Rosenkranzgebet des Bezirks in Speinshart und das diesjährige Hauptfest Nord in Wiesau.

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