Streuobstwiesen sind einer der artenreichsten Lebensräume, sie prägen das Landschaftsbild, dienen der Naherholung und liefern - nicht zuletzt - leckeres und gesundes Obst, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Kemnath. Im Zuge des Förderprogramms "Streuobst für alle!" gibt sie 70 Obstbäume an ihre Bürger weiter. Interessierte können sich jetzt im Rathaus melden. Der Adressatenkreis sei sonst nicht weiter eingegrenzt, erklärt Stadtförster Reinhard Herrmann auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien.
Hintergrund ist ein Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Zusammenarbeit mit den Ämtern für Ländliche Entwicklung. Ziel sind eine Million neue Streuobstbäume im Freistaat bis zum Jahr 2035, um zur Erholung des Bestandes beizutragen und dessen Überalterung entgegenzuwirken. Gefördert wird jeder Baum mit bis 45 Euro. Die Gehölze können von den Kommunen oder Vereinen beschafft und an Interessierte verteilt werden.
In Kemnath macht dies ausschließlich die Stadt. Dass sich hiesige Vereine oder Verbände daran beteiligten, davon wisse er nichts, berichtet Stadtförster Herrmann. Bei der Abgabemenge sei keine Obergrenze festgelegt. "Jeder kann einen Wunschzettel ausfüllen, was er haben möchte." Zur Auswahl stehen Vogelkirsche, Apfel, Birne, Süßkirsche und Zwetschge. Welche Sorten es gebe, sei jeweils von der Baumschule abhängig, von der die Gehölze bezogen werden, erläutert Reinhard Herrmann.
Mindestens zwölf Jahre pflegen
Alle Sorten haben eine Stammhöhe von 140 bis 180 Zentimeter. Die Bäume müssen von den Bürgern selbst gepflanzt und für mindestens zwölf Jahre erhalten und gepflegt werden. "Es wird wohl so sein, dass dies zumindest stichprobenartig kontrolliert wird", ergänzt der Stadtförster. Es können einzelne oder auch mehrere Bäume gepflanzt werden. Wenn der Standort passt, dürfen die Bäume auch im eigenen Garten stehen, erläutert der Pressetext: "Es muss also nicht zwingend eine Streuobstwiese angelegt werden." Ob ein Standort passe, werde nicht kontrolliert, "da muss jeder selber schauen", sagt Reinhard Herrmann. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, könne sich aber bei Kreisfachberater Harald Schlöger auch über die richtige Pflege informieren. Die Mitteilung der Stadt gibt aber diesbezüglich einen Hinweis: "Wichtig ist vor allem, dass genügend Platz vorhanden ist, sodass sich der Baum gut entwickeln kann und einen nachhaltigen Nutzen hat."
Wiederholung bei Interesse
Eigentlich hätte die Stadt über das Förderprogramm 100 Bäume bestellen können, erklärt Reinhard Herrmann. Aber zum einen "haben die Baumschulen derzeit nicht so viele", zum anderem diene dieser erster Versuch mit 70 Bäumen zu, das Interesse der Bürger abzulesen. Bei entsprechender Nachfrage und einer Wiederholung der Aktion zu einer anderen Pflanzzeit könnten dann wieder bis zu 100 Bäume geordert werden.
Wer nun einen oder mehrere Bäume pflanzen und die Pflege übernehmen möchte, kann eine Bestellung bis Sonntag, 26. März, schriftlich bei der Stadt einreichen. Die Bestellformulare liegen im Rathaus auf und stehen auf der Homepage der Stadt Kemnath zum Download zur Verfügung.
Die Stadt weist darauf hin, dass die Wunschsorte nur nach Verfügbarkeit ausgegeben werden kann und gegebenenfalls auf eine alternative Sorten ausgewichen werden muss. Die Ausgabe der Bäume erfolgt im Laufe des Frühlings. Genaue Zeit und Ort werden bekanntgegeben.
70 Obstbäume
- Bestellung bis Sonntag, 26. März, bei der Stadt Kemnath
- Auswahl: 70 Bäume der Sorten Vogelkirsche, Apfel, Birne, Süßkirsche und Zwetschge
- Informationen zum Förderprogramm bei Stadtförster Reinhard Herrmann; Handy 0178/8 590 897 oder E-Mail reinhard-herrmann[at]gmx[dot]net
- Fragen zu Standort, Pflege und Schnitt an die Kreisgartenfachberatung, Sprechstunde im Kemnather Rathaus dienstags von 8 bis 12.30 Uhr













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