17.08.2019 - 15:30 Uhr
KemnathOberpfalz

Totenkapitel und "Burghtrauer"

Der Ritterbund Waldeckh zue Kemenatha nahm in seiner Burgh auf der Feyhöhe mit einem Totenkapitel Abschied von seinem kürzlich verstorbenen Recken Herbert von Podewils (Ponnath).

Unsere Bilder zeigen um den Stuhl des Verstorbenen, auf dem Hochsitz v.l. Ottokar von Heydegg, Werner von Podewils, Freiherr Wolf vom Seegrund und vorne Lancelot du Lac (links) und Prior Junker Friederich sowie ein Konterfei Herbert von Podewils in ritterlicher Gewandung und als Prior.
von Hans LukasProfil

Er war ein anerkannter Ritter und auch gerngesehener Gast bei befreundeten Bünden im ganzen Deutschen und Österreichischen Ritterbund. Zur Vorbereitung dieses Kapitels war vor dem Hochsitz der Stuhl des Verstorbenen mit Mantel, Barett, Humpen und Auszeichnungen mit seinem Bild aufgestellt. Zu Beginn forderte Zeremoniar Florian von Rosenburg (Florian Frank) die Recken auf, große Rüstung anzulegen. Neben den Waldecker Recken waren auch vom Deutschen Ritterbund der stellvertretende Hochmeyster Ottokar von Heydegg und der Ehrenhochmeister Lancelot du Lac eingesprengt.

Der als Prior fungierende Junker Friederich (Pfarrer Sven Grillmeier) weihte nun das Kapitel dem nach Walhall abgerittenen Herbert von Podewils. In seiner Predigt ging er auf die vorbildliche Gesinnung sowohl im ritterlichen, als auch im profanen Leben ein. Er sei ein Vorbild für die jüngere Generation gewesen und man werde ihm auf Burgh Waldeckh stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Nun schloss man die Bruderkette und ein Humpen von edlem Rebensaft kreiste von einem Recken zum Anderen zum Brudertrunk.

Bierhumpen zerschlagen

Der Großmeister Werner von Podewils (Werner Ponnath) rief mit drei Schlägen mit dem Großmeisterschwert Herbert von Podwils zurück in den Remter. Er dankte ihm für seinen treuen Dienste für den Bund. Zur Verabschiedung erhoben sich alle Anwesenden vom Steiß und der Großmeister zerschlug mit dem Schwert den Bierhumpen des verstorbenen Recken, damit keiner mehr sich daran laben könne.

Kanzler Sebastian Graf von Reichenbach-Goschütz (Sebastian Wolf) zeigte in einem Rückruf die ritterliche Laufbahn des Verstorbenen im Ritterbund Waldeckh zue Kemenatha auf. Herbert von Podewils trat am 9. Oktober 1982 als Knappe in den Bund ein. Am 13. Oktober 1984 wurde er zum Junker ernannt und erhielt am 1. Juni 1985 den Ritterschlag. Ob seiner Verdienste um den Bund wurde er am 13. April 2002 zum Komtur und am 14. April 2012 zum Großkomtur ernannt. Seit 1990 übte er ununterbrochen verschiedene Ämter aus. So war er Zeremoniar, Kanzler, Großgebietiger, Zucht- und Knappenmeister und seit 12. März 2010 Prior. Herbert von Podewils hinterlässt im Ritterbund eine große Lücke.

Ottokar von Heydegg sagte, ihm könne man nur nachrufen: "Wer so gewirkt wie du im Leben, wer so erfüllt hat seine Pflicht und stets sein Bestes hergegeben, der stirbt auch selbst im Tode nicht." Seine Vorstellung Ritter zu sein und ritterlich zu handeln, war stets geprägt von der festen Freundschaft zu seinen Ritterfreunden. Ob bei Arbeiten auf und in der Burgh, beim Vorbereiten von Kapiteln oder sonstigen Veranstaltungen und Arbeiten, er war stets zur Stelle. Ganz einfach ausgedrückt, er war immer da und sich für nichts zu schade. Dies alles besagte auch sein Wahlspruch: "Hilfsbereit zu jedermann, ein frohes Lied auch dann und wann, Freundschaft, Friede, Lebensfreud, so sei es unter Rittersleut."

Aufgrund seiner großen Verdienste um den Waldeckher und den Deutschen Ritterbund wurde er beim Großmeisterkonvent am 16. im Ostermond der Jahrung 2016 in Furth im Wald zum Urritter des Deutschen Ritterbundes ernannt. Herbert von Podewils war im deutschen und österreichischen Ritterreich in gerngesehener Recke und ritterlicher Freund. Er, Heydegg, lernte Herbert von Podewils persönlich als einen Recken kennen, bei dem die Freundschaft einen hohen Stellenwert einnahm. Diese endete nicht am Burghtor, sie wurde auch in der Profanei gelebt und gepflegt, was leider nicht alltäglich ist. 37 Jahre, sein halbes Leben, hat er der hehren Rittersache gedient und war stets ein Vorbild für uns alle.

Ein besonderer Dank und tiefes Mitgefühl gelte aber auch seiner Burghfrau Anni, die ihn bei allen Unternehmungen unterstützte, dass er der hehren Rittersache in außerordentliche Weise dienen konnte. Ottokar von Heydegg rief Herbert von Podewils noch ein letztes "Gott zum Gruß" zu: "Weinet nicht, ich hab es überstanden, bin erlöst von meiner Qual, doch lasst mich in stillen Stunden bei Euch sein, so manches Mal!"

Nun nahm jeder einzelne Recke persönlich Abschied von Herbert von Podewils, in dem er vor dessen Stuhl mit seinen Andenken trat und anschließend vor das Burghtor ging. Nachdem alle Recken wieder im Remter Platz genommen hatten, verkündete der Zeremoniar, das vom Großmeister Burghtrauer bis zum nächsten Kapitel angeordnet worden ist.

Herbert von Podewils
Herbert von Podewils
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