05.02.2019 - 16:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Tramps schnappen Kurioses auf

Tramps halten sich in der Regel nirgends lange auf. Dafür sind die aus Fortschau bestens über das Kemnather Stadtgeschehen informiert.

Bestens informiert über manche kommunalpolitischen Ereignisse sind die „Tramps von Fortschau“, Rudi Schiedlofsky und Erika Scherm. Ihre Reime begleitet Bertram Dürrschmidt auf seinem Akkordeon (von rechts).
von Josef ZaglmannProfil

Nicht mehr wegzudenken sind die "Tramps von Fortschau" aus einer Prunksitzung des Fortschauer Carneval-Clubs (FCC). Edith Scherm und Rudi Schiedlofsky nahmen wieder bemerkenswerte Ereignisse aus Kemnath und Umgebung auf die Schippe. In der Bütt brachten sie ihre humorvollen Verse so geschickt vor, dass niemand beleidigt sein konnte.

"Die grünen Bälle in der Luft jagten uns Angst ein", sangen sie. Gemeint waren die Luftballons über den Haltestellen der E-Baxi am Anfang Oktober. Über einen peinlichen Vorfall im Kemnather Krankenhaus reimten sie: "Leider ist es passiert, ein falscher Arzt war da, der hatte nicht mal approbiert, ja, Ärzte sind rar." Vom Landtagsabgeordneten Tobias Reiß wünschten sie sich, dass er auch im neuen Amt zu seinem Landkreis steht. Auf den Tag der offenen Tür im renovierten Kemnather Rathaus freuen sich die beiden Tramps schon: "Barrierefrei und grundsolid, so sollte es entstehn, wie es jetzt aussieht, das werden wir bald sehn."

Gar nicht gefallen hat ihnen das Schildermeer in Kemnath vor den Wahlen: "Wenn das mal ein Verein so macht, dann drohen gleich die Strafen." Gut finden den Tramps dagegen den niedrigen Gewerbesteuersatz in Kemnath: "Der Hebesatz ist so gering, selbst Grünwald staunt da sehr, die Firmen strömen her, es werden immer mehr." Warum wurde so lange nicht mit dem Norma-Neubau begonnen? Das Duo weiß den Grund: "Die Baufirma ist hier zugange, sie baut wohl noch in Berlin, deshalb dauert's gar so lange." Beim Wiesenfest konnten Markus Söder und Hubert Aiwanger das Festzelt nicht füllen. Die Tramps meinten daher voller Überzeugung: "Wenn wir zwei auf der Bühne stehn, dann sind die Sitzplätze voller." Auch das neue Datenschutzgesetz sowie die Räum- und Streupflicht in der Stadt griffen sie auf. Für die Stadtratskandidaten hatten sie einen guten Rat: "Auch Stadträte werden dann gewählt, die Auswahl wird nicht leicht. So mancher lässt sich nirgends sehn und meint, auf der Liste stehn, das reicht."

Nach jeder Strophe stimmte das Publikum mit ihnen in den Refrain ein: "Wir sind die Tramps von Fortschau, manchmal sind wir nüchtern, doch meistens sind wir blau. Wir trinken Wein, Schnaps, Sekt und auch Bier, doch am liebsten sind wir hier." Bertram Dürrschmidt begleitete die sangesfreudigen Tramps auf seinem Akkordeon.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.