07.08.2018 - 13:22 Uhr
KemnathOberpfalz

Unermüdlich und passioniert

Anton Heindl feiert 60. Geburtstag. Das schönste Geschenk macht er sich der Museumsleiter dabei selbst.

Noch längst nicht zu alt für ausgefallene Ideen fühlt sich Anton Heindl. In "einem meiner Lieblingsorte", dem Beerhofer Gasthof Dötterl, feiert der Leiter des Kemnather Museums seine "runde Sechs".
von Bernhard PiegsaProfil

(bjp) 1979 zählte Anton Heindl zu den "Gründereltern" des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises (HAK), seine private Sammlung regional- und musikautomatengeschichtlicher Raritäten gilt als Geheimtipp. Und sie ist zugleich ein schier unerschöpflicher Fundus für Ausstellungen im Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum, das der "Kemnather aus Leidenschaft" seit 2013 leitet und zwei Jahre später mit eigenen Sammelstücken um die Musikautomaten-Dauerausstellung "Musikeum" ergänzte.

Bei so viel Findigkeit und Tatendrang überrascht es nicht, dass Heindl seinen 60. Geburtstag, den er in der Gaststätte Dötterl in Beerhof feierte, allenfalls als ein Stück Statistik versteht. "Ich kann mir noch selbst die Schuhe zubinden und ohne Stöcke laufen, kann mich an alle meine Vornamen und meinen Geburtstag erinnern", karikierte der Jubilar seine Kondition. Allen, die ihn "bei meinen Aktivitäten und der Verwirklichung meiner manchmal ausgefallenen Ideen unterstützt haben", galt Heindls Dank.

An Kraft für seine zahlreichen "zeitaufwendigen, aber interessanten" Hobbys werde es ihm mithin auch künftig nicht fehlen, zeigte sich das Geburtstagskind zuversichtlich - auch wenn man "in manchen Aktivitäten bedächtiger wird und das Ungestüme der Jugend meist endgültig dahin ist". Doch in seinen Enkeln werde es sicher wiederkehren, und er freue sich darauf, sie "in ihren Entwicklungspotenzialen und Chancen nach Kräften zu unterstützen".

Als besondere Überraschung hatten Familie und Freunde für den Fan historischer Fahrzeuge ein Oldtimermodell angefertigt und mit einem Scherflein für schöne Stunden gefüllt. Ein Geschenk besonderer Art hatte Heindl aber auch sich selbst und "seinem" Museum bereitet: Dank eines Hinweises aus Bamberg gelang es ihm, einen Kemnather Zinn-Prunkkrug an seinen Entstehungsort zurückzuholen. "Offenbar handelt es sich um ein Unikat des hiesigen Meisters Bartholomä Graser aus der Zeit um 1830 - und auf jeden Fall ist es das in Verarbeitung und Qualität mit Abstand schönste Stück aus der hiesigen Zinngießerfertigung, das mir je untergekommen ist", schwärmt der Sammler. Als Dauerleihgabe für den HAK ist der 21 Zentimeter hohe stumme Zeuge von Kemnaths großer Zeit als Zentrum des Zinngießerhandwerks nun in einer Vitrine im ersten Stock der Fronveste würdig aufgehoben.

An Kemnaths große Zeit als Zinngießerstadt erinnert dieser Krug aus der Zeit um 1830, den Anton Heindl in die Anzensteinstadt zurückholt und der jetzt im Kemnather Museum ausgestellt ist.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.