19.03.2019 - 10:31 Uhr
KemnathOberpfalz

Vergnügliche Liebesdramen

Eine Operette in der Turnhalle der Realschule Kemnath? Das Musiktheater der Kreismusikschule Tirschenreuth machte es möglich.

Prinz Pietro (Albert Dobmeier, vorne rechts) macht sich Notizen für seine Operette.
von Josef ZaglmannProfil
Was haben Leonetto (Liana Preininger) und Boccaccio (Katharina Pötzl, vorne von links) Wichtiges zu besprechen?
Boccaccio (Katharina Pötzl, links) gesteht Flametta (Simone Kraus) seine Liebe.
„Eine außereheliche Tochter ist nicht thronberechtigt“, teilte Leonetto (Liane Preininger, links) dem Boccaccio (Katharina Pötzl) mit.

Mit der Operette "Boccaccio" in zwei Akten und vier Bildern von Jacques Offenbach ist der Erwachsenentruppe der Musiktheaterklasse eine mitreißende Aufführung gelungen. Sie bot den Zuschauern gute schauspielerische und respektable sängerische Leistungen, prächtige Kostüme sowie eine fulminante szenische Darstellung.

In ihrer Inszenierung setzte Carol Bischoff die turbulente Handlung szenisch wohlüberlegt und stimmig um. Eine Inhaltsangabe im Programmheft erleichterte das Verständnis der gut zweieinhalbstündigen Bühnenshow. Das war wichtig, denn auf der Bühne spielten sich gleichzeitig mehrere Liebesdramen ab. Singend begehen Männer und Frauen Ehebruch. Ständig platzt ein gefoppter Ehemann in ein Techtelmechtel seiner Angebeteten. Ein Gag jagte den anderen.

Nach vielen Verwechslungen bekommt Boccaccio (Katharina Pötzl) endlich seine geliebte Flametta (Simone Kraus). Der Prinz von Palermo (Albert Dobmeier) geht leer aus. Dafür darf er als Dichterkönig drei Jahre lang die Frauen hofieren.

Bei "Boccaccio" verarbeitete der Komponist Franz von Suppé die Novelle "Decamerone" des Dichters Giovanni Boccaccio zu seiner wohl schönsten Operette. Die Combo mit Cezary Antkowiak (E-Piano), Jakob Johannes Schröder (Violine), Max Schmidkonz (Schlagzeug) und Ulli Schmutzer (E-Bass) sorgte für eine schwungvolle musikalische Begleitung des Bühnengeschehens. Viel Beifall erhielten auch die Mädchen aus der Ballettklasse von Sylvia Brauneis. Tontechniker Georg Graser sorgte für einen reibungslosen Ablauf.

Die Zuschauer brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Geboten wurde ihnen eine kurzweilige Operette mit schönen Soli, Duetten, Ensembleszenen und Tanzeinlagen. Gut gelang beispielsweise das Duett "Florenz hat schöne Frauen", das Simone Kraus als Flametta und Katharina Pötzl als Boccaccio sehr ausdrucksvoll sangen. Eine wohldosierte Mischung von Action und Gesang verfehlte ihre magische Wirkung auf die Zuhörer nicht. Immer wieder gab es Szenenapplaus für herausragende solistische Leistungen oder packende Ensembleszenen.

Die Kemnather Sängerin Liane Preininger bekam als Leonetto viel Beifall. In weiteren Rollen waren zu erleben: Bernhard Müller als Fassbinder Lotteringhi, Wolfgang Braun als Barbier Scalza, Wilhelm Glaßl als Herzog Checco, Detlev Ernst als Frederico, Alfred Haubner als Gewürzkrämer Lambertuccio, Gertrud Hankl als Isabella, Martina Gmeiner als Beatrice, Elisabeth Zemsch als Peronella und Daniela Keller als Elisa.

In den Pausen bewirteten Freunde der Musikschule (Förderkreis MUT) die Gäste. Lang anhaltender Beifall war der Lohn für eine herausragende solistische Leistungen und ein homogenes Gesamtensemble, dem man den Spaß an der Aufführung anmerkte.

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