14.11.2018 - 12:02 Uhr
KemnathOberpfalz

Mit versichertem Hund zur Jagd

Wenn Stadtpfarrer Konrad Amschl in der Mariä-Himmelfahrts-Kirche die Hubertusmesse zelebriert, hören die Jäger aus dem Kemnather Land immer eine bemerkenswerte Predigt. Aber auch in der Hubertusfeier sind die Waidmänner ganz Ohr.

Die Vorsitzenden Wolfgang Schinner (hinten rechts), Rainer Bayer und Werner Reichenberger danken Wolfgang Veigl (vorne von links), Alfons Nickl, Hubert Heindl, Heinz Höreth (vorne, Fünfter und Siebter von links) sowie Ernst Eibisch (rechts) für ihre Treue zum Jagdverband.
von Hans RöschProfil

Wilfried Schertel von der Gothaer Versicherung informierte die Jäger über die Gruppen-Unfallversicherung zur Absicherung von Jagdhunden bei Treib-, Drück- und Gesellschaftsjagden, mit mehr als vier Personen. Ähnlich wie bei der Gruppen-Rechtsschutz-Versicherung muss dafür die gesamte Kreisgruppe mitmachen. Die Versicherung kostet 5,50 Euro pro Mitglied. Versicherungsnehmer ist der Bayerische Jagdverband (BJV), die Kreisgruppen beteiligen sich daran.

Versichert sind unter anderem der Tod, die Nottötung, Diebstahl und Raub sowie die Tierarztkosten während der Jagd. Zudem die Anreise bis zu vier Tagen zur Jagd. Im Todesfall gibt es für einen geprüften Hund 2000 Euro, für ein ungeprüftes Tier 1000 Euro und für den Nachsuchenhund 3000 Euro. Dies gilt nicht nur für Schweißhunde, sondern für alle Vierbeiner, die der Jagdleiter zur Nachsuche bestimmt hat.Für einen Tierarzt werden bis zu 1000 Euro bezahlt, bei einer Selbstbeteiligung von 100 Euro.

Vorsitzender Wolfgang Schinner erklärte nach einer ausgiebigen Diskussion, in der nächsten Jahreshauptversammlung über den seiner Ansicht nach sinnvollen Beitritt zur Gruppenversicherung abstimmen zu lassen. Auch wer selbst keinen Jagdhund führe könne, jederzeit auf die Hilfe eines gut ausgebildeten Vierbeiners angewiesen sein. Darum solle man solidarisch für die Unfallversicherung stimmen.

Michaela Domeyer stellte das Projekt "Habichtskauz zurück in Bayerns Wälder" mit aktuellen Bildern vor. Laut der Fachkraft für Landschaftspflege und Naturschutz vom Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) begannen die Vorbereitungen dazu 2015. Im Juni 2017 wurden die ersten sechs in zoologischen Gärten nachgezüchteten Jungeulen im Naturpark Steinwald rund vier Wochen lang in einer Eingewöhnungsvoliere auf ihr Überleben vorbereitet.

Der Habichtskauz brütete im 19. Jahrhundert beinahe flächendeckend in Bayern und Böhmen. Der letzte seiner Art sei 1926 bei Susice im Böhmerwald angeschossen worden, berichtete Domeyer. Ein kleines isoliertes Restvorkommen sei noch im Bayerischen Wald bekannt.

Mit einer Größe von rund 60 Zentimetern und einer Flügelspannweite von 125 Zentimetern sei der streng geschützte Vogel der größte Kauz Mitteleuropas. Das Projekt sei nicht auf einseitigen Artenschutz ausgelegt. Im gesamten Projektgebiet werden über Jahre hinweg Biotopbäume und Totholz gefördert, kleine Waldwiesen geschaffen und naturnahe Kleingewässer neu angelegt. Erwachsene, Kinder und Jugendliche sollen in die Wiederansiedlung eingebunden werden und so Verantwortung für den Schutz der Natur übernehmen.

Außerhalb eines Nationalparks sei das auf über einen Zeitraum von zehn Jahren geplante Vorhaben in Deutschland bisher einmalig, betonte die Rednerin, die die Jäger um Unterstützung bat. Schinner dankte Stadtpfarrer Konrad Amschl und allen Mitwirkenden, darunter die Kaibitzer Schlossbläser, für Gestaltung der Hubertusmesse (wir berichteten).

Biberberater Hans Rösch lobte die Waidkameraden für die Unterstützung beim Bibermanagement. Er warnte davor, die streng geschützten Biber ohne Genehmigung nachzustellen. Bei gemeldeten Biberschäden könne auf legalem Weg mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Tirschenreuth gehandelt werden. Auch der streng geschützte Fischotter sei in Kemnath angekommen. Ein 60 Zentimeter langes Tier ohne Schwanz und einem Gewicht von 7,5 Kilogramm sei beim Stadtweiher Kemnath überfahren worden. Rösch bat, ihm Fischotterlosungen oder Beobachtungen zur Weitergabe an den Fischotterbeauftragten zu melden.

Michaela Domeyer erklärt die Aufzucht der Habichtskäuze im Steinwald.
Informationen:

Für ihre langjährige Mitgliedschaft im Bayerischen Jagdverband und Erreichen der Keilernadel erhielten Ehrennadeln: für 25 Jahre Josef Bauer, für 40 Jahre Ernst Eibisch, für 50 Jahre Hubert Heindl, Heinz Höreth, Helmut Kastl, Alfons Nickl und Wolfgang Veigl sowie für 65 Jahre Leopold Mühlhofer. (hrö)

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