15.04.2019 - 16:18 Uhr
KemnathOberpfalz

Vielfältiges Feld

Hilfen und Strategien gegen Rechtsextreme und Neonazis: Arno Speiser informiert beim Kreisjugendring über das Beratungsnetzwerk.

Arno Speiser (stehend) referierte bei der Vollversammlung des Kreisjugendrings Tirschenreuth
von Holger Stiegler (STG)Profil

In der jüngsten Frühjahrsvollversammlung des Kreisjugendrings Tirschenreuth (wir berichteten) begrüßte Vorsitzender Jürgen Preisinger als Referenten auch Arno Speiser. Er stellte den Zuhörern das Beratungsnetzwerk Bayern gegen Rechtsextremismus sowie die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern vor. Das Beratungsangebot umfasse die Unterstützung bei Vorfällen mit neonazistischem, extrem rechtem, rechtspopulistischem und (alltags-)rassistischem Hintergrund, die gemeinsame Entwicklung von Lösungsstrategien, das Unterstützen und Begleiten von zivilgesellschaftlichen Bündnissen und Initiativen, die Vermittlung von Referenten, die Bereitstellung von Informationsmaterialien und Publikationen sowie die Weitervermittlung an die Eltern- und Betroffenenberatung. "Das alles ist vertraulich, kostenfrei, anonym", betonte Speiser. "Das Feld ist vielfältig geworden", sagte er mit Blick auf verschiedene Vorträge und Workshops wie "Die Neue Rechte", "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit", "Extreme Rechte im Internet/hate speech", "Frauen in der extremen Rechten" oder "Extreme Rechte im Sport". Der Referent brachte auch anschauliche Beispiele aus der alltäglichen Arbeit.

Eine Darstellung des Jahresberichts 2018 des grenzüberschreitenden Jugendmedienzentrums T1 gab Medienpädagogin Cirta Rosbach. "Es gibt immer mehr Themen für uns", stellte sie fest. Im vergangenen Jahr konnte bereits das zehnjährige Bestehen des T1 gefeiert, seit der Gründung 2008 kann ein stetiges Wachstum festgehalten werden. Allein 2018 haben knapp 2000 Teilnehmer Veranstaltungen und Projekte des T1 besucht, was einen erneuten deutlichen Anstieg im Vergleich zu 2017 bedeutet.

In der Vollversammlung wurde auch der Haushalt des Kreisjugendrings für das laufende Jahr 2019 beschlossen: Dieser wurde in Einnahmen und Ausgaben auf 152 300 Euro festgesetzt, im Vorjahr lag er bei 135 000 Euro. Vorsitzender Preisinger nutzte die Zusammenkunft auch, um Gerlinde Pötzl für ihre mittlerweile bereits zehnjährige Tätigkeit in der Geschäftsstelle zu danken.

Die Ehrengäste nutzten ihre Grußworte, um die gute Arbeit zu würdigen, die im Kreisjugendring Tirschenreuth geleistet werde. Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler betonte, dass der Landkreis Tirschenreuth eine der sichersten Gegenden in Bayern sei. "Das liegt auch mit am Kreisjugendring und der Jugendarbeit", meinte Scheidler. Es sei eine Tatsache, dass sich Kinder und Jugendliche, die sich in Vereinen engagieren, in der Gesellschaft besser zurechtfinden.

Bürgermeister Werner Nickl stellte heraus, dass die Jugendarbeit ein besonderes Merkmal für den Landkreis sei. "Jugendarbeit muss immer intensiver werden." Gerade die Prävention, die vom Kreisjugendring ganz groß geschrieben werde, sei die allerbeste und nicht zu unterschätzende Arbeit. Lobende Worte zur landkreisübergreifenden Zusammenarbeit gab es auch vom Neustädter Vorsitzenden Rupert Seitz, dem designierten Weidener Vorsitzenden Florian Vogel sowie vom Bezirksvorsitzenden Philipp Seitz.

Info:

Koordinierungsstelle

Die Landeskoordinierungsstelle Demokratie leben! Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS) ist seit 2007 im Feld der Auseinandersetzung mit der extremen Rechten und Rassismus tätig. Sie erarbeitet (Gegen-)Strategien und unterstützt Akteure in ganz Bayern in ihrem Handeln. Die LKS ist eine Einrichtung des Bayerischen Jugendrings.

Die Finanzierung erfolgt im Wesentlichen durch das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ und durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales im Rahmen des Bayerischen Handlungskonzeptes gegen Rechtsextremismus.

Info:

Deutsch-Tschechischer Jugenddialog

Zu einer großen Europa-Veranstaltung im Vorfeld der Europawahlen lädt der Kreisjugendring am Freitag, 10. Mai, nach Kemnath ein: Im Foyer der Mehrzweckhalle geht unter der Überschrift „Europa und wir“ von 16 bis 22 Uhr ein Deutsch-Tschechischer Jugenddialog über die Bühne.

Bei der Veranstaltung soll die Jugend zu Wort kommen. Fragen wie „Was erwarten wir von Europa und wie sieht die Zukunft aus?“, „Ist die Jugend für oder gegen Europa?“, „Was ist positiv an Europa und was nicht?“, „Wo sollte nachgebessert werden?“ sollen im Dialog mit deutschen und tschechischen Jugendlichen beantwortet werden.

Die ausgearbeiteten Botschaften werden an die Verantwortungsträger übergeben beziehungsweise weitergeleitet. Im Anschluss ist eine Diskussionsrunde zu unterschiedlichen Positionen zur Europäischen Union mit Europaabgeordneten, Kandidaten zur Europawahl, Politikern und der Öffentlichkeit. Dazu ist die Bevölkerung eingeladen.

Bereits zugesagt haben MdEP Pavel Poc aus Tschechien (SSD), MdEP a.D. Bernd Posselt (CSU), MdL Anna Tomann (Bündnis 90 – Die Grünen), MdB Uli Grötsch (SPD), Christian Doleschal, Kandidat zur Europawahl (CSU), MdB Ulrich Lechte (FDP) und Lea Sedlmayr, Referentin für Europäische Jugendpolitik beim Bayerischen Jugendring.

Für die Veranstaltung sind keine tschechischen Sprachkenntnisse erforderlich, da es einen Dolmetscher geben wird. Die Teilnahme ist kostenlos, der Flyer kann im Internet eingesehen werden. unter www.kjr-tir.de.

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