08.03.2020 - 17:11 Uhr
KemnathOberpfalz

Vorstand Thomas Egginger will Kliniken-AG "sinnvoll sanieren“

Eigentlich war es nur als Info-Besuch einer SPD-Delegation im Krankenhaus Kemnath gedacht: Dass sich daraus ein Gespräch zur Zukunft der Kliniken-AG insgesamt entwickelte, lag vor allem an einem besonderen Gesprächspartner.

Kliniken-AG-Vorstand Dr. Thomas Egginger (Achter von rechts) empfing die SPD-Delegation im Krankenhaus Kemnath.
von Externer BeitragProfil

Die knapp 15-köpfige Delegation der SPD wurde laut Pressemitteilung unter anderem vom neuen Kliniken-AG-Vorstand Dr. Thomas Egginger begrüßt. Egginger, der extra für den Termin aus Weiden gekommen war, machte deutlich, dass die Kliniken-AG "sinnvoll saniert" werden müsse. "Jedem Entscheidungsträger muss bewusst sein, was einem ein gutes medizinischen Angebot in der Region wert ist, und dass die Krankenhausfinanzierung per se bekanntermaßen nicht auskömmlich ist", so der Vorstand. Konsequenz daraus sei, dass man auch bereit sein müsse, dafür etwas zu zahlen. Leitgedanke für die Sanierung sei die Frage: "Wie können wir die Kliniken-AG medizinisch, wirtschaftlich und strategisch am sinnvollsten fahren?"

Ein wesentlicher Baustein dafür sei es, dass die einzelnen Abteilungen beziehungsweise Häuser monatlich wissen müssen, wo sie stehen und was dies unterm Strich finanziell bedeutet. "Das gab es in dieser detaillierten Form bisher nicht und muss aufgebaut werden", sagte Egginger zur Überraschung der Besucher. Dies sei allerdings auch ein "hartes Brett", da dies jetzt alles zusätzlich zu vielen anderen Projekten gleichzeitig relativ schnell erledigt werden müsse.

"Sanierung kostet Geld"

Egginger gab sich und auch die SPD-Vertreter keinen Illusionen hin: "Die Sanierung kostet Geld. Daher werden in den kommenden zwei bis drei Jahren weitere finanzielle Zuschüsse der Träger nötig sein." Ohne Einschnitte werde es nicht gehen, aber, so Eggingers Credo, stets im Dialog mit der Belegschaft beziehungsweise dem Betriebsrat auf Augenhöhe. Angesprochen auf den Zeitplan, betonte der Vorstand, dass man keine Zeit mehr habe, um Entscheidungen lange hinauszuschieben. Die geplante Aufsichtsratssitzung Ende April sei dafür der richtige Zeitpunkt.

Aus seiner Sicht sei es sinnvoll, die neu gewählten, aber noch nicht amtierenden Mandatsträger, mit einzubinden. "Diese Entscheidung obliegt jedoch dem Aufsichtsrat beziehungsweise den Gesellschafter", so Egginger. Auch die künftige Zusammensetzung des Aufsichtsrates, nach der die Genossen fragten, sei grundsätzlich die Entscheidung der Gesellschafter. Diese würden sich auch bereits damit beschäftigen, wie eine solche Struktur aussehen könnte

. "Aus meiner Sicht wären eine Verkleinerung und eine Professionalisierung sinnvoll, um besser miteinander "arbeiten" zu können", erklärte Egginger. Das bedeute allerdings nicht die völlige "Entpolitisierung" des Gremiums, für sehr wichtig erachtete Egginger zudem, dass auch künftig eine Vertretung der Mitarbeiter darin gewährleistet sei.

Endoprothetik-Zentrum besonders

Sein Wunsch sei es, dass politische Mandatsträger sich ihrer Rolle als Mitglieder des Aufsichtsrates der Gesellschaft noch mehr bewusstwerden: "Sie sollten idealerweise nicht politische Vertreter ihrer Gremien im Aufsichtsrat sein, sondern Aufsichtsratsmitglieder, die die Unternehmensinteressen in ihre politischen Gremien tragen, diese umfassend informieren, damit dort gute Entscheidungen getroffen werden können."

Die SPD-Bürgermeisterkandidatin Jutta Deiml fragte nach dem Stellenwert des Kemnather Krankenhauses im Kliniken-Gefüge. "Kemnath ist in einer Sondersituation durch das Endoprothetik-Zentrum und die hervorragenden Kooperationen mit dem MedCenter und Dr. Kampe aus Bayreuth", so der Kliniken-Vorstand. Der Standort habe aufgrund der Nähe zu Marktredwitz, Bayreuth und Pegnitz zudem eine besondere strategische Bedeutung für die AG.

Von der bundespolitischen Krankenhauspolitik zeigte sich Egginger, der bekanntlich selbst Mediziner ist, auf Nachfrage von MdL Annette Karl wenig angetan: "Da gibt es einen klaren Hang zur Zentralisierung der Krankenhäuser und Schließung kleiner Häuser." Seiner Ansicht nach wäre es sinnvoll, landespolitisch im Krankenhausplan eindeutig zu definieren, welche Häuser man wo braucht.

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