06.04.2020 - 17:26 Uhr
KemnathOberpfalz

Wegen Coronavirus keine Wurst und auch kein Fleisch

Die Metzgerei Zitzlmann in Kemnath geht offen mit ihrer Schließung wegen einer Corona-Infektion um.

Seit Donnerstagmittag hat die Kemnather Metzgerei Zitzlmann geschlossen - die Inhaber gehen offen mit dem bestätigten Corona-Fall um.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Einige Bürger im Kemnather Land denken immer noch, dass es die Corona-Pandemie ein Problem ist, das hauptsächlich den östlichen Teil des Landkreises Tirschenreuth betrifft. Weit gefehlt: Auch im Kemnather Raum sind viele Einwohner daran erkrankt. Betroffen ist nun davon auch die Metzgerei Zitzlmann am Kemnather Stadtplatz. Im Gegensatz zu vielen anderen gehen die Inhaber ganz offen mit der Situation um.

Seit Donnerstagmittag hängt ein Aushang in der Eingangstür zum Laden: "Metzgerei geschlossen wegen bestätigtem Corona-Fall bis einschließlich 16.04.2020". Infiziert ist nicht nur ein Mitarbeiter, sondern auch die beiden Chefs, Bernd und Anja Zitzlmann, hat es erwischt. Vier weitere Beschäftigte wurden ebenfalls mittlerweile getestet. Das Ergebnis steht noch aus. Zwei weitere Beschäftigte sollen ein Tagebuch mit möglichen Anzeichen führen.

Seit Donnerstagmittag hat die Kemnather Metzgerei Zitzlmann geschlossen - die Inhaber gehen offen mit dem bestätigten Corona-Fall um.

"Transparenz war und ist uns wichtig", betont Metzgermeisterin Anja Zitzlmann. Deshalb habe es auch keinen Anlass gegeben, den Grund für die kurzfristige Schließung des Betriebs zu verschweigen. "Das ist ja nichts, wofür man sich schämen muss. Außerdem finden wir, dass man mit der Problematik offen umgehen muss, denn es kann jeden treffen", so Anja Zitzlmann. "Corona zeigt sich bei mir und meinem Mann mit leichten Symptomen wie Frösteln und Husten", erzählte die Metzgermeisterin am Samstag am Telefon. Aktuell mache sie sich deswegen keine übermäßigen Sorgen, aber man merke schon deutlich, dass mit dem Körper etwas nicht stimme.

Die Krankmeldung eines Mitarbeiters erfolgte am 25. März, nachdem sich die Anzeichen verschlechtert hatten, wurde zwei Tage später - am 27. März - ein Test veranlasst. "Das Ergebnis lag leider erst eine knappe Woche später, also am 2. April, vor - es war positiv", so Zitzlmann. Eine erstaunlich lange Zeit für eine Testperson, die in einem "systemrelevanten Beruf" der Lebensmittelversorgung arbeitet. Noch am selben Tag machten Anja Zitzlmann und ihr Ehemann einen Test. "Durch die enge Zusammenarbeit im Betrieb lag es für mich schon nahe, dass wir auch mit Corona infiziert sind", sagt die Chefin. Deswegen habe man auch die Reißleine gezogen und noch am selben Tag das Geschäft geschlossen - eine weise Entscheidung, denn das Testergebnis, das am Freitag vorlag, war für beide positiv.

Jetzt ist erst einmal häusliche Quarantäne angesagt für das Ehepaar und die beiden Töchter, die auch leichte Symptome zeigen. Die Metzgerei bleibt mindestens bis einschließlich 16. April zu, so Anja Zitzlmann. Das könne sich aber noch nach hinten verschieben, wie sie betont. Eine amtliche Anordnung, dass die Metzgerei überhaupt geschlossen werden muss, war übrigens bis Sonntag noch nicht bei Familie Zitzlmann eingegangen.

Kunden müssten sich, so Zitzlmann, aber keine Sorgen machen: Nach offizieller Aussage des Bundesinstituts für Risikobewertung, die vom Veterinäramt auch so an Familie Zitzlmann weitergegeben wurde, erfolge keine Übertragung der Viren durch Fleisch- und Wurstwaren.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.