10.12.2018 - 09:55 Uhr
KemnathOberpfalz

Auf Weihnachtsfrieden besinnen

Im Kemnather Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum läuft derzeit eine außergewöhnliche Ausstellung.

Monika Fink, Sieglinde Wick und Roland Küffner (sitzend, von links) begleiten die Ausstellungseröffnung mit weihnachtlichen Volksweisen. Darüber freuen sich Kreisheimatpfleger Robert Schön, Museumsleiter Anton Heindl, HAK-Vorsitzender Hans Rösch und zweiter Bürgermeister Hermann Schraml (stehend, von links).
von Bernhard PiegsaProfil

Weihnachten, das Fest des Friedens: Diesem Aspekt des winterlichen Hochfestes wolle die diesjährige Weihnachts-Sonderausstellung „O Wunna über Wunna“ des Heimat- und Handfeuerwaffenmuseums in mehrfacher Hinsicht gerecht werden, betonte Museumsleiter Anton Heindl bei der Vernissage in der Fronveste am „Candle-Light-Freitag“.

Nach mehreren opulenten Weihnachtsausstellungen in den Vorjahren habe sich das Museumsteam des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises (HAK) bewusst für „Einfachheit und Schlichtheit als Beitrag zum Weihnachtsfrieden“ entschieden, erläuterte Heindl. Im Mittelpunkt stünden dabei die romantischen Bilder, die der österreichische Zeichner Carl Storch 1945 als Illustrationen zu dem innig-friedvollen salzburgischen Krippenlied „O Wunna über Wunna“ entworfen habe. Dieses Lied gebe der Ausstellung ihren Titel.

Das aus Bildern und Liedversen „komponierte“ Büchlein, so Anton Heindl, habe die hoffnungsfrohe Zeitstimmung zur „Friedensweihnacht 1945“ widergespiegelt: „Nach sechs Jahren Krieg war endlich Frieden im Land.“ Welche Empfindungen dies bei den Menschen jener Zeit geweckt habe, könnten die jüngeren Generationen mangels Erfahrungen nur schwer nachfühlen und wüssten somit „das Geschenk des Friedens oft nicht mehr angemessen zu würdigen“. Ein Besuch in der Fronveste könne dazu beitragen, „in unserer leider meist hektischen Vorweihnachtszeit“ zur Ruhe zu kommen, wünschte sich der Museumsleiter.

Eingerahmt wird die Präsentation der Storch’schen Zeichnungen mit Weihnachtsfotografien vergangener Zeiten und kunstvollen Notenheft-Titellithographien aus dem 19. und 20. Jahrhundert, deren liebevolle Gestaltung dem künstlerischen Anspruch der Musikwerke angemessen sein sollte. Das „Sahnehäubchen“ setzt eine 1,30 Meter hohe erzgebirgische Weihnachtspyramide, die Anton Heindl auf einem Weidener Adventsmarkt erwarb und von Heinrich Dworzak restaurieren ließ.

Im HAK-Schaufenster am Turmdurchgang wünschen eine aus fast 700 Teilen bestehende Prager Papierkrippe und eine ebenfalls aus der böhmischen Hauptstadt stammende Lebkuchenkrippe gnadenreiche Festtage. Beide Krippen stellte der Bayreuther Sammler Hans Meyer leihweise zur Verfügung. Musikalisch begleiteten Monika Fink, Sieglinde Wick und Roland Küffner die Eröffnungsfeier mit bayerischen und alpenländischen Advents- und Weihnachtsweisen, für die Besucher standen Stollen und Glühwein bereit.

1,30 Meter hoch ist die erzgebirgische Weihnachtspyramide aus Museumsleiter Anton Heindls Privatsammlung. Aufwendig restauriert, setzt sie in der Weihnachtsausstellung den "Punkt auf das i".

Seit den 1970er Jahren wird in der Prager St.-Matthias-Kirche jedes Jahr eine Lebkuchenkrippe gezeigt. Eine komplette Krippe zählt etwa 300 Figuren in Trachten aus allen Teilen Böhmens und Mährens.

Zu einem Tonkunstwerk gehört ein kunstvoll gestaltetes Notenheft: Jugendstilatmosphäre verbreitet dieses Titelbild zum Sommernachtstraum-Notturno von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Bethlehem im Salzkammergut: Eher alpenländisch als judäisch kleidete Carl Storch den Hirten, der den Stern über der Krippe entdeckte.

Info:

Kemnath. (bjp) Bis 13. Januar 2019 kann die Weihnachtsausstellung „O Wunna über Wunna“ im Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum, Trautenbergstraße 36, besichtigt werden. Den Ausstellungsreigen des Jahres 2019 eröffnet danach am 19. Januar die Sonderschau „Mamma mia – Here we are“ mit Exponaten über das schwedische Pop-Quartett Abba aus der Sammlung der Mitterteicherin Sandra Doß.

Ab 6. April folgt die Ausstellung „Böses Spielzeug – Kriegsspielzeug von der Reichsgründung 1871 bis zum Zweiten Weltkrieg“, ab 4. August holt der Heimatkundliche Arbeitskreis (HAK) „Schätze aus der Silberkammer“, darunter auch Gebrauchs- und Schmuckgegenstände aus „Bauernsilber“, „Alpacca“ und anderen Imitaten. Die Weihnachtsausstellung 2019/20 wird ab 6. Dezember an die Kemnather Lebküchner und Wachszieher erinnern. Zwischendurch lädt der HAK zu Vorträgen über den „Geist des Culimetto – Geisterbeschwörung in Kemnath“ mit Bernhard Weigl (15. März) und über „Sagen aus dem Fichtelgebirge und Steinwald“ (Kemnather Museumsnacht am 25. Oktober) ein.

Am 22. Februar wird Peter Schamonis Dokumentarfilm „Majestät brauchen Sonne“ über Kaiser Wilhelm II. gezeigt. Die Musikautomatenausstellung „Musikeum“ öffnet am 27. Januar, 3. März, 6. Oktober und 24. November, am 5. Mai ist Museumsfest mit Flohmarkt. Das Museum ist sonntags von 14 bis 16 Uhr, am ersten Sonntag des Monats außerdem von 10 bis 12 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

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