18.11.2019 - 13:44 Uhr
KemnathOberpfalz

Wildseuchen im Anmarsch

Der Jagdverband Kemnath und das Veterinäramt Tirschenreuth wollen gemeinsam gegen mögliche Tierseuchen vorgehen. Über das Wie sprachen Vertreter beider Seiten in der Hubertusfeier

In der Hubertusfeier diskutierten Dr. Clemens Dötsch, Wolfgang Schinner, BJV-Bezirksvorsitzender Alexander Flierl und Rainer Bayer (von rechts) mit den Kemnather Jägern aktuelle Probleme.
von Hans RöschProfil

Vorsitzender Wolfgang Schinner dankte Stadtpfarrer Thomas Kraus, der Bläsergruppe Hohes Fichtelgebirge und allen Mitwirkenden für die hervorragend gestaltete Hubertusmesse (wir berichteten) in der voll besetzten Stadtpfarrkirche. Alexander Flierl erklärte im Gasthaus Kormann bei seiner Vorstellung als neuer Bezirksvorsitzender des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), dass die Jagd in anderen Bundesländern meist eine ideologiebehaftete, nicht an der Realität ausgerichtete "grüne Spielwiese" sei. Der bayerische Weg müsse weiterhin, praxisbetont, pragmatisch, mit dem Blick auf die Zusammenhänge in der Natur und unter der Führung eines starken Landesverbandes fortgesetzt werden. Der BJV bleibe Anwalt des Wildes und seiner Lebensräume. Jäger müssen Aktivisten für das Wild sein.

Für Nachtsichtgeräte

Zum Waffenrecht beziehungsweise der EU-Feuerwaffenrichtlinie stellte Flierl fest, dass vom legalen Waffenbesitz keine Gefahren ausgingen und Grundvertrauen statt Misstrauen auch für die Genehmigung von Nachtsichtgeräten und Schalldämpfern erforderlich sei. Jäger, Fischer und Landwirtschaft müssten sich gemeinsam aktuellen Problemen stellen. Auch Kormoran, Fischreiher, Biber und Fischotter forderten fachkundige Unterstützung durch die Jäger. Neue, dem Klimawandel angepasste Holzarten führten dazu, den Wildabschuss mit Augenmaß anzusetzen.

Dr. Clemens Dötsch vom Veterinäramt informierte über die aktuelle Lage bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP), Leberegel und Hasenpest. Das Landratsamt Tirschenreuth habe für den akuten Fall Vorbereitungen getroffen. Ziele der Schutzmaßnahmen gegen eine ASP-Ausbruch sei die Schadensvermeidung durch Verhinderung der Einschleppung. Daher gehöre, keine ungekochten Produkte vom Schwein wie Salami und Brotzeitreste wegzuwerfen. Auch sprach sich der Veterinär gegen unkontrollierte Tierimporte aus. Zur Früherkennung zählte er Probenahmen bei Haus- und Wildschweinen. Durch die kurze Inkubationszeit werde man kaum ein lebendes, mit der ASP infiziertes Wildschwein sehen. Verändertes Benehmen sei aber genauso zu melden wie eine verendete Sau. Alles was mit der Jagd zu tun habe, unter anderem Tierkörperteile, Jagdhunde und Kleidung, habe im Schweinestall nichts zu suchen.

Übertragung auf den Menschen

Das nächste Problem im Jagdrevier sei die Große Amerikanische Leberegel, die laut Dötsch bei Wiederkäuern in Nordostbayern festgestellt wurde. Beim Aufbrechen von Rot-, Dam-, Sika- und Rehwild sollen 2019 und 2020 von auffälligen Lebern Proben entnommen werden. Die Hasenpest (Tularämie), eine Erkrankung durch Bakterien, könne im Gegensatz zur Schweinepest und Leberegel auch auf den Menschen übertragen werden. Daher sei äußerste Vorsicht geboten, wenn Hasen sich ungewöhnlicher verhalten oder verendete Hasen gefunden werden.

Mit der Bitte um enge Zusammenarbeit, damit sich diese Seuchen sich nicht auch im Kemnather Raum ausbreiten, verteilte Dötsch Probensets mit Anleitungen zur Entnahme von Proben.

Bei den Ehrungen langjähriger verdienter Mitglieder überreichten Schinner und Flierl Urkunden an Manfred Schinner (50 Jahre), Max Frank, Peter Pausch (beide 40), Tim Burger, Alfred Kellner und Emil Unger (jeweils 25). Ebenso gab es Auszeichnungen für sehr gute Leistungen beim Übungsschießen auf den laufenden Keiler: Nadel in Bronze: Markus Greger (36 Ringe), Nadel in Gold: Rainer Bayer (45).

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