11.05.2021 - 15:11 Uhr
KemnathOberpfalz

Wohnen, arbeiten, erholen mitten in Kemnath

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Früher wurde hier gebraut, heute wird noch Fußball gespielt. Doch bald soll in Kemnath zentrumsnah ein ganz neuer Stadtteil entstehen.

Die Investorensuche für das vier Hektar große Areal starteten am Dienstag (von links) Stadtumbaumanager Stefan Kunnert, Bauamtsleiter Roland Sächerl, Architektin Cornelia Dittmar, Bürgermeister Roman Schäffler sowie Geschäftsstellenleiter Reinhard Herr.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Kemnaths Bürgermeister Roman Schäffler spricht nicht zu Unrecht von einem „wegweisenden Projekt“: Auf einer Fläche von vier Hektar soll zentrumsnah ein Areal umgestaltet werden unter dem Motto „Neues Leben an der Seepromenade“. Die Investorensuche wurde am Dienstag offiziell gestartet.

Die Brache, auf der sich früher das Kemnather Brauhaus befunden hat, fristet seit vielen Jahren eine ziemlich trostlose Existenz. Auch Bürgermeister Schäffler sprach von einem „städtebaulichen Missstand“, der nun endlich beseitigt werde. Auch das aktuell noch genutzte Gelände des SVSW Kemnath mit Fußballplätzen und Sportheim soll in eine radikale Umstrukturierung des Areals einbezogen werden. Das Projekt „Neues Leben an der Seepromenade“ besteht aus einem großen Anteil an Wohnbebauungen verschiedener Varianten, einem Parkhaus, einem Hotel mit Tiefgarage sowie Gewerbe- und Geschäftshäusern.

Große Bedeutung soll darüber hinaus der Grüngürtel mit Einbeziehung der vorhandenen Bachläufe haben. „Wir brennen auf dieses Projekt“, betonte Bürgermeister Schäffler. Es werde ohne Zweifel eine Schlüsselmaßnahme der Innenentwicklung. Außerdem werde über das neu zu gestaltende Areal eine bessere Verbindung von der Innenstadt zum Gewerbegebiet geschaffen. Kurz: Es entsteht ein komplett neuer Stadtteil in außerordentlich attraktiver Lage.

Bereits vorhanden sind recht klare Vorstellungen, wie das Areal künftig aussehen soll. Diese wurden vom beauftragten Büro Umbau-Stadt aus Weimar nun zu Papier gebracht. Entstanden sind dabei vier Gehefte, die möglichen Investoren als klarer Rahmen dienen: ein städtebaulicher Entwurf, Gestaltungshandbücher zu den Themen „Erlebniswohnen am Stadtanger“, „Hotel/Büro/Gewerbe an der Seepromenade“ sowie „Grün- und Freiflächen vom Anger bis zum Ufer“.

„Darin haben wir alle Ideen vertieft. Gleichzeitig bleibt aber noch Spielraum für die Investoren“, sagte Architektin Cornelia Dittmar vom Planungsbüro aus Weimar, das sich im vergangenen Jahr bei einer so genannten Mehrfachbeauftragung mit seinem Konzept einhellig durchgesetzt hatte.

„Ich denke, wir reden von mindestens 40 bis 50 Millionen Euro."

Bürgermeister Roman Schäffler zu den Umgestaltungskosten

Dass entsprechende Investoren gefunden werden, schätzen sowohl Bürgermeister Schäffler wie auch Architekt Stefan Kunnert, der für die Kommune als Stadtumbaumanager tätig ist, als relativ problemlos ein. „Ich habe bereits jetzt, noch bevor es richtig los geht, 19 Vorgespräche mit Interessenten aus nah und fern geführt. Und wenn es jetzt 190 werden, dann soll mir das auch recht sein“, so Schäffler. Er betonte, dass man in diesem Bereich für alles offen sei, auch einen Alleininvestor für das gesamte Gelände wollte der Bürgermeister nicht grundsätzlich ausschließen. Klar ist, dass für die Neu- und Umgestaltung sehr viel Geld in die Hand genommen werden muss. „Ich denke, wir reden von mindestens 40 bis 50 Millionen Euro“, sagte der Bürgermeister.

Den zeitlichen Ablauf skizzierten er und Kunnert wie folgt: Bis Ende September Abschluss der Bewerberrunde, im Oktober dann die ersten Sondierungsgespräche und bis Ende 2021 Entscheidung für die Investoren. „Ab 2022 ist unserer Ansicht nach eine Bautätigkeit möglich“, betonten beide. Freilich werde dies nur in mehreren Bauabschnitten möglich sein, schon alleine deswegen, weil erst die neue „Heimat“ des SVSW im angedachten interkommunalen Sport- und Freizeitpark entstehen muss. Die Gestaltungsbücher werden auf der Homepage der Stadt abrufbar sein (www.kemnath.de), werden aber interessierten möglichen Investoren auf Anfrage auch zuschickt.

Der Stadtrat hat die Leitlinien für das Gelände festgelegt

Kemnath
Hintergrund :

Bierbrau-Areal seit 1994 ungenutzt

  • Auf dem Areal an der Amberger Straße wurde bis 1994 im Kemnather Brauhaus Bier hergestellt.
  • Im September 2012 hatte die Stadt Kemnath das Grundstück erworben, nachdem die Gebäude dem Verfall preisgegeben waren.
  • Ein Getränkemarkt war noch bis Ende 2013 in Betrieb. Erste Konzepte für die weitere Nutzung wurden bereits in den Folgejahren entwickelt, konnten aber allesamt nicht überzeugen.
  • Im Oktober 2019 wurde vom Stadtrat die sogenannte Mehrfachbeauftragung ausgelobt, an der sich fünf ausgewählte Fachbüros beteiligten.
  • Im Mai 2020 entschied sich eine Jury einstimmig für den Entwurf, den das Büro aus Weimar vorgelegt hatte.
Das Modell lässt recht gut erahnen, wie sich die Kommune die künftige Gestaltung des Geländes gegenüber des Stadtweihers vorstellt.
Die drei Gestaltungshandbücher und der städtebauliche Entwurf bilden eine Art "Bibel" für das weitere Vorgehen.

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