04.09.2018 - 09:44 Uhr
KemnathOberpfalz

Zurück in die Steinzeit

Im Ferienprogramm tauchen die Kemnather Kinder im Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum in längst vergangene Zeiten ein.

Eindrucksvoll demonstriert Hans Bäte den Buben und Mädchen, wie wichtig der Feuerstein für die Steinzeitmenschen war.
von Josef ZaglmannProfil

Einen kurzweiligen Nachmittag verbrachten 21 Kinder in der letzten Ferienwoche im Kemnather Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum. Im Ferienprogramm unternahmen sie mit Museumsführer Hans Bäte und dem HAK-Vorsitzenden Hans Rösch eine interessante Reise zurück in längst vergangene Zeiten.

Im zweiten Stockwerk zeigten sie ihnen die ehemalige Kemnather Stadtkasse, sehr gut erhaltene Gewehre aus dem Armaturwerk Fortschau und das historische Gemälde „Schlacht bei Kastl 1796“. Besonders gefielen den Buben und Mädchen der Tambour-Major-Stab, den Kemnather Bürger in der Schlacht bei Kastl erbeutet haben, die Fahne des Kriegervereins aus dem Jahr 1877 mit dem preußischen und dem bayerischen Wappen und die Ansichtskarten, Briefmarken, Waffen und Zahlungsmittel aus den ehemaligen deutschen Kolonien.

Im ersten Stockwerk erfuhren sie in einer Arrestzelle, wie hart früher Gefangene in der Fronveste behandelt wurden. Im Erdgeschoss bestaunten sie das Hochrad aus der Zeit um 1885, das Max Kormann gestiftet hat. Interessiert betrachteten sie die zahlreichen Exponate in den Schaukästen, die ihnen Hans Bäte erklärte.

Das nächste Ziel war die vor- und frühgeschichtliche Ausstellung im Erdgeschoss. „Fast alle Epochen der Erd- und Menschheitsgeschichte sind hier durch Fundstücke dokumentiert, die überwiegend aus dem Kemnather Land stammen“, erklärte Bäte den Buben und Mädchen. „Hier könnt ihr Pflanzen- und Tierfossilien, Werkzeuge aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit und Alltagsgegenstände des Mittelalters sehen“, fügte er hinzu. Der erfahrene Museumsführer verstand es von Anfang an ausgezeichnet, mit seinem enormen Sachwissen und seinen anschaulichen Erklärungen, die Kinder in seinen Bann zu ziehen.

Im ersten Ausstellungsraum waren in Vitrine 1 Funde aus der Vor- und Frühgeschichte zu sehen, unter anderem auch Wirbelknochen von drei verschiedenen Sauriern aus der Zeit vor etwa 230 Millionen Jahren.

Interessanter war für die Schulkinder aber noch die Vitrine 2 mit Exponaten aus der Alt- und Mittelsteinzeit. Interessiert betrachteten die Kinder den Schädel eines Neandertalers.

Außerdem konnte ihnen Bäte zwei Faustkeile präsentieren, die etwa 150 000 Jahre alt waren. „Der Faustkeil war ein vielseitiges Werkzeug der Jäger und Sammler, mit dem sie alle anfallenden Arbeiten wie stechen, schneiden, schaben oder graben ausführen konnten“, erklärte er.

Der Höhepunkt der Museumsführung war für viele im zweiten Ausstellungsraum. Hier zeigte ihnen Hans Bäte, wie man mit einem handlichen Schlagstein Klingen von einem Feuerstein abschlagen und schärfen konnte. Wer mochte, durfte einen Feuersteinsplitter mitnehmen.

Zur Belohnung für ihre konzentrierte Aufmerksamkeit erhielten die kleinen Museumsbesucher im Musikeum eine Brotzeit, die allen prima schmeckte.

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