23.03.2020 - 17:07 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Kenny Rogers Lieder für die Ewigkeit

Countrymusiker Kenny Rogers ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Besonders sein Stück "Lucille" wird seinen Fans im Gedächtnis bleiben.

US-Country-Star Kenny Rogers ist im Alter von 81 Jahren verstorben.
von Autor HOUProfil

Er hat die Verlierer des Lebens zu Wort kommen lassen. In Songs wie "Lucille" und "Ruby, Don't Take Your Love To Town". Ein Mann, der als Rock-'n'-Roller startete und dann zum Star der amerikanischen Countrymusik wurde. Mit 81 Jahren ist Kenny Rogers im US-Bundesstaat Georgia gestorben.

Er machte Lieder für die Ewigkeit. Meist sanfte Songs, zu denen sich so wunderbar tanzen ließ. Doch besser war es, diesem Kenneth Donald Rogers aus Houston/Texas zuzuhören. Denn er hatte Botschaften. Ein Geschichtenerzähler, der so ganz anders war als als seine Zeitgenossen Johnny Cash, Waylon Jennings und Willie Nelson. Der Mann mit dem eisgrauen Bart beschrieb nicht selten Schicksale, die sich draußen irgendwo in der Provinz ganz im Stillen vollzogen.

Juwel der Nachkriegsmusik

Im Sommer 1977 kam "Lucille" heraus. Rogers, der sich den Vornamen Kenny gab, beschrieb die Flucht einer Frau aus der häuslichen Umgebung. Bauernhof, einen Ehemann und vier hungrige Kinder daheim. Sie geht in eine Bar, wirft sich einem anderen an den Hals. Dann erscheint der im Stich gelassene Gemahl und beklagt: "You took the fine time to leave me". Die Story gehört noch heute zu den Juwelen der amerikanischen Nachkriegsmusik.

Es gab viele andere Begebenheiten, die Kenny Rogers erzählte. "Ruby, Don't Take Your Love To Town" zählte dazu. Der Kriegsveteran im Rollstuhl sieht, wie seine Frau sich schminkt, um in der Stadt Geld mit Prostitution zu verdienen. In den Discotheken drehte sich hierzulande diese Platte, weil die Rogers-Songs wunderbar zum Schwofen waren. Wer hätte nur einen Gedanken ans Übersetzen verschwendet? Dann wäre bewusst geworden, dass da ein Krüppel in seiner Verzweiflung nicht mehr weiter konnte.

Jackson als Backgroundsänger

Mit dem Musikproduzenten Larry Butler hatte der einst mit dem Rock and Roll gestartete Kenny Rogers 1976 "Love Lifted Me" gemacht. Dann ging es Schlag auf Schlag. "First Edition" und "The Gambler" wurden aufgenommen. "She Believes In Me" kam auf Platz eins der Charts. Der Mann aus Houston wurde zum Weltstar. Lionel Ritchie schrieb für ihn "Lady" und Michael Jackson war als Backgroundsänger mit dabei, als "Goin' Back To Alabama" aufgenommen wurde. Dann kam "Islands In The Stream" im Duett mit Dolly Parton. Das blieb bis heute im Ohr. Auch wenn so mancher der Ansicht war, dass in diesem Lied alles Country-Typische dem Pop-Mainstream gewichen war.

2013 wurde Kenny Rogers in die Country Music Hall Of Fame aufgenommen. Er hatte bis dahin Grammys und Country Awards bekommen. Seine Bilanz ließ sich sehen: 22 Nummer-Eins-Hits, 125 Millionen verkaufte Tonträger. Am 25. Oktober 2017 gab er in Nashville/Tennessee seinen musikalischen Ausstand. Dolly Parton, Lionel Ritchie und Kris Kristofferson standen mit auf der Bühne. Es sei nun genug, hatte der stets freundliche Herr verkündet und hinzugefügt, er müsse sich nun "um seine Boys kümmern" - Zwillinge, die er wenige Jahre zuvor mit seiner viele Jahre jüngeren Ehefrau bekommen hatte.

Als "Lucille" 1977 gerade in die Plattengeschäfte gekommen war, starb Elvis Presley. Beide hatten Gemeinsamkeiten: Sie stammten aus den Südstaaten, drückten der Musik unserer Tage einen Stempel auf und mochten ihre Songs ungern selber schreiben.

Im Kreis seiner Familie ist Rogers am Freitag im Alter von 81 Jahren in Sandy Springs/Georgia gestorben. Als die Nachricht kam, presste sie sich rund um den Globus zwischen die TV-Hiobsbotschaften um das Coronavirus. Nur für ein paar Augenblicke und versehen mit einer für immer im Gedächtnis bleibenden "Lucille"-Textzeile: "In a Bar in Toledo, across from the Depot, she took off her Ring..."

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