30.04.2019 - 16:24 Uhr
KirchendemenreuthOberpfalz

Fachkräfte für Lebensqualität und Gesundheit

„Hauswirtschaft fällt erst auf, wenn sie ausfällt“, betont Leitender Landwirtschaftsdirektor Reinhold Witt bei der Verabschiedung von 17 Fachkräften für Ernährung und Haushaltsführung. Dabei erbringen sie eine wichtige Aufgabe.

17 Absolventinnen des einsemestrigen Studiengangs Hauwirtschaft haben jetzt als Fachkräfte für Ernährung und Haushaltsführung beste Karrierechancen. Drei von ihnen schafften den Traumnotenschnitt 1,0.
von Benedikt GrimmProfil

In der Gaststätte der Hofkäserei Lang bedauerte Witt, dass das Bewusstsein für die vielfältigen Leistungen der professionellen Hauswirtschafterinnen noch viel zu wenig ausgeprägt sei. Dabei gehe es um die Grundlagen, auf denen alle anderen Leistungen in der Gesellschaft aufbauen – gleich ob Kinderbetreuung, Altenpflege, Nahrungszubereitung oder der Umgang mit Geld. „Sie können mit Recht stolz sein. Als Fachkräfte sorgen Sie für mehr Lebensqualität, Gesundheit und Zufriedenheit. Sie haben sich für ein Berufsfeld entschieden, das wesentlich zum Wohl der Gesellschaft beiträgt“, hob der Leitende Landwirtschaftsdirektor hervor.

Die Bedeutung der Hauswirtschaft betonte auch Semesterleiterin Christina Wilhelm. 80 Prozent der Frauen in Deutschland seien berufstätig. Umso wichtiger seien die professionelle Haushaltsführung und die Dienstleistungen von Fachleuten. „Sie haben alle Großartiges geleistet“, sagte Wilhelm und erinnerte an 660 Stunden Unterricht und die Prüfungstermine während der einsemestrigen Fortbildung. Die Absolventinnen stammen großteils aus dem Landkreis Neustadt. Je zwei Studierende kommen aus den Landkreisen Schwandorf und Amberg-Sulzbach. Einen Traumnotenschnitt von 1,0 erreichten Tanja Lindner aus Altenstadt/WN, Sabine Schafbauer aus Dieterskirchen und Kathrin Waldhier aus Vohenstrauß. Auch alle weiteren Absolventinnen erhielten die Zeugnisse mit den Leistungen in den einzelnen Fächern, eine Urkunde von Staatsministerin Michaela Kaniber, die Bescheinigungen über die Ausbildereignung und über das Seminar Unternehmensgründung. Rita Brüderer, die Vorsitzende des Verbands landwirtschaftlicher Fachbildung, überreichte Buchgutscheine.

Die Absolventinnen und ihre Angehörigen waren allesamt in Tracht zur Schlussfeier erschienen. Das freute Landrat Andreas Meier. „Das ist ein Zeichen für ein neues Selbstverständnis der Menschen vom Land“, sagte der Landkreischef. Vor einiger Zeit hätten manche Städter auf die Landbevölkerung herabgeschaut. „Mir tun alle leid, die in Städten wohnen. Wenn man bei uns rausschaut - das möchte ich einfach um nichts missen“, schwärmte Meier von den Vorzügen des ländlichen Raums. Kreisbäuerin Josefine Kick sprach von der Bedeutung, mit einfachen Mitteln gesunde Speisen zuzubereiten. Auch wenn es nicht wirtschaftlich sei, koche sie selbst am liebsten mit Zutaten aus dem eigenen Garten. „Dann weiß ich, was ich meinen Kindern zum Essen gebe“, sagte Kick. Wer sich für den Studiengang Hauswirtschaft in Teilzeitform interessiert, kann sich bei einer Veranstaltung am Mittwoch, 22. Mai, um 18 Uhr im Weidener Landwirtschaftsamt mit Informationen versorgen. Start des nächsten Studiengangs ist am 18. September 2019.

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