Mehr Zufriedenheit

Wenn zwei Seelsorger, ein Kommunalpolitiker, eine Caritas-Vertreterin, ein Naturliebhaber und eine Heilpraktikerin über die Fastenzeit sinnieren, dann hat das seinen Reiz. Und liefert überraschende Erkenntnisse und Anregungen.

Sie diskutieren über das Thema Fasten und kommen überein, dass Zufriedenheit das Herzstück individuellen und gesellschaftlichen Lebens ist: Sven Grillmeier, Angelika Bauernfeind, Dolores Longares-Bäumler, Franc Dierl, Micha Boerschmann und Dieter Kottwitz (von links).
von Autor HAIProfil

So geschehen bei der CSU-Veranstaltung unter dem Motto "Gedanken zur Fastenzeit" Gasthaus "Rotes Ross" in Kirchenlaibach. Das Leben werde immer schneller und herausfordernder. Wie geht es weiter - wird es besser, wird es schlechter? Mit den Gesprächspartnern sollte man sich Gedanken machen über die interessantesten gesellschaftlichen Fragen und Themen 2019, betonte CSU-Ortsvorsitzender und Moderator Franc Dierl. Das Interesse war groß, mit den Pfarrern Sven Grillmeier und Micha Boerschmann, Caritas-Gechäftsführerin Dolores Longares-Bäumler, Naturheilpraktikerin Angelika Bauernfeind und den FGV-Vorsitzenden Dieter Kottwitz zu diskutieren.

Dabei zeigte sich schnell, dass das Fasten im herkömmlichen Sinn, also der Verzicht auf bestimmte Speisen und Getränke, nicht unbedingt das Wichtigste ist. So sieht Grillmeier das Fasten nicht als Selbstkasteiung und den Freitag als obligatorischen Fasttag, "aber an allen anderen Tagen ist eine kleine Sättigung durchaus erlaubt". Auch für Boerschmann sei ein anderer Verzicht, bei ihm selbst seien es Streamingdienste, wichtiger.

Während Bauernfeind erklärte, dass sie sich ohnehin das ganze Jahr über während der Woche einschränke und so Geist und Körper entgifte, denkt Longares-Bäumer in der Fastenzeit besonders intensiv über ihre Lebensweise nach. Kottwitz gestand, gerne zu genießen, während er in jüngeren Jahren strenger gegenüber sich selbst gewesen sei. Auch Grillmeier regte eine Entgiftung der Seele an. "Die beste Gelegenheit dafür bietet sich jeden Donnerstag im Gottesdienst mit der Fastenpredigt."

Quintessenz der Runde war die einmütige Erkenntnis, dass es vielen Menschen oft an Zufriedenheit mangele. "Bei manchen Diskussionen im Land und einem Blick auf andere Kontinente frage ich mich, haben wir keine anderen Probleme?", sagte Longares-Bäumler. Grillmeier stimmte dem zu: "Bei uns ist wichtig: Habe ich W-LAN und eine gute Internetverbindung?" Bauernfeind sieht das Fasten als Möglichkeit, etwas für seine Gesundheit zu tun. "Es ist aber auch eine individuelle Sache, jeder muss für sich entscheiden, was er wie macht."

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