Festliche Musik für Orgel und Trompete in Kirchenreinbach

Kompositionen aus dem Barockzeitalter erfüllen die St.-Ulrichskirche am Reformationstag.

Kirchenmusikdirektor Gerd Hennecke an der Kirchenreinbacher Orgel und Guntram Sellinger mit Trompete geben dem Reformationstag mit hervorragend dargebotener Barockmusik die gebührende Würde.
von Leonhard EhrasProfil

Die Reformation durch Martin Luther rief ein Konzert in der St.-Ulrichskirche in Erinnerung. Kirchenmusikdirektor Gerd Hennecke und Guntram Sellinger ließen dazu Orgel und Trompete erklingen.

Für den Sachverständigen Gerd Hennecke bot sich dabei die Gelegenheit, auf dem Programmblatt die Kirchenreinbacher Orgelgeschichte darzustellen. Nach dem ersten Einbau 1822 durch die Orgelbaufirma Hepp, Amberg, folgten ein Neubau 1965 durch die Firma Walcker aus Ludwigsburg sowie eine Erneuerung 2012 durch die Firma Schindler & Hoffmann aus Ostheim in der Rhön.

Das Programm startete mit einer Dichtung von Martin Luther, "Ein feste Burg ist unser Gott". Dem Gesang der Zuhörer schickten Gerd Hennecke und Guntram Sellinger eine Choralbearbeitung des Liedes durch Johann Sebastian Bach und Johann Gottfried Herder voraus.

Diakonin Regina Reymann bezeichnete in ihrer Einführung Luther als einen begabten Musiker, der viele Kirchenlieder geschaffen hat. Musik sei eine Gabe, die die Menschen glücklich mache. Luther selbst begründete: "Weil die lieben Engelein selber Musikanten sein."

Die festliche Musik am Reformationstag war geprägt von Kompositionen des Barockzeitalters 17. bis 18. Jahrhundert. Concerto do minore von Benedetto Marcello war eines der Beispiele, bei dem Gerd Hennecke einfühlsame Begleitung auf der Orgel für den Trompeter in den drei Sätzen mit den unterschiedlichen Tempi übernahm. Auch bei der Choralbearbeitung über "Jesus bleibet meine Freude" gelang den beiden Profimusikern eine gekonnte Abstimmung zwischen Melodie und Begleitung. Seine Perfektion am königlichen Kircheninstrument stellte der Kirchenmusikdirektor mit Johann Sebastian Bachs beliebtem Orgelwerk Toccata und Fuge in d-Moll unter Beweis. Diese Komposition ermöglichte es, das volle Klangvolumen der Kirchenreinbacher Orgel zu demonstrieren. Neben dem Komponisten Bach erklangen Werke von Dietrich Buxtehude. Bei dessen Präludium fis-Moll schwebten zarte Flötentöne, zum Teil temporeich, über tiefstem Bass. Ähnliche Effekte bot Ciacona d-Moll mit melodiösem Bass und figurenreichen Oberstimmen. Einen temperamentvollen Dialog pflegten Orgel und Trompete in Sonata in C-Dur von Gottfried Finger. Beim Allegro von Antonio Vivaldi mit dem fortlaufenden Echo-Effekt zwischen den beiden Instrumenten kam, wie bei den vorangegangenen Werken, die präzise Technik von Guntram Sellinger mit seiner Trompete voll zur Geltung. Die Worte des Dankes von Diakonin Regina Reymann an die beiden Solisten unterstrich der reichliche Beifall der Zuhörer in der St.-Ulrichskirche.

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