27.11.2019 - 10:34 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Blaskapelle Kirchenthumbach: Vier Wochen ohne Musik

"Kathrein - stellt den Tanz ein" und "Kathrein - schließt Geig und Bass ein". Die Kirchenthumbacher Blaskapelle lud am Tag vor Kathrein zu einem unterhaltsamen Böhmischen Abend in die Heberbräuhalle ein.

Die Blaskapelle Kirchenthumbach spielt in der Heberbräuhalle ein letztes Mal vor dem Heiligen Abend.
von Fritz FürkProfil

Auf der Bühne standen die volle Mannschaft der Kirchenthumbacher Blaskapelle mit Dirigent Jürgen Böhme sowie die "Zoigl Blousn" aus Eslarn. "Aus is und gar is und schad is, dass wahr is" - Vorbei ist es mit der musikalischen Herrlichkeit, zumindest vier Wochen lang. Am Tag nach Kathrein wird die zweite Bußzeit im Christlichen Jahreslauf als Vorbereitung auf das Weihnachtsfest eingeläutet. Die Instrumente bleiben dann bis zum Weihnachtsfest eingesperrt. So will es das Brauchtum. Und daran halten sich die Bläser. Doch am letzten Tag der Weidezeit, wie der Kathreinsonntag auf dem Land auch genannt wird, brillierten die Musikanten mit toller Blasmusik und volkstümlichen Ohrwürmern.

Den Startschuss gaben die Gastgeber mit dem bombastischen Stück "Textilaku-Marsch", ehe Vorsitzender Sebastian Dimler die vielen Gäste, darunter sehr viele Auswärtige, willkommen hieß. Es folgten die Stücke: "Böhmisch klingt's am schönsten", "Bohemian Lovers", "Wachtel Polka", "Der Trompetenmagier", "Rudi Polka" und "Böhmisch Ola." Nach einer Pause mit Gelegenheit zum Verzehren von schmackhaften Brotzeiten, zubereitet von den Frauen der Musikanten, ging es weiter mit: "Polka ins Glück", "Ich träume vom Wind", "Herz-Schmerz", "Von Freund zu Freund" und "Böhmische Liebe". Zum Finale erklang die musikalische Delikatesse "Dem Land Tirol", wobei die 25-köpfige Gruppe auch ihre Gesangskünste unter Beweis stellte.

Nach dem einstündigen Konzert betraten die "Zoigl Blosn" die von Gärtnermeister Robert Herl mit vielen Blumen und Grün geschmückte Bühne. Die fünf Vollblutmusiker hatten schweres Blech unter dem Arm, wie etwa zwei Tuben. Das Repertoire der Grenzgänger zwischen Tschechien und Bayern war äußerst zünftig. Frontmann Stefan wartete immer wieder mit Witzkanonaden auf. Ihre Musik war technisch ausgefeilt. Auch die Konzertmärsche waren ein Genuss für Herz und Ohren.

Unüberhörbar: Ihre musikalische Heimat ist die Böhmische Blasmusik, vor allem geprägt durch die unerreichte Musik von Ernst Mosch und seinen Egerländer Musikanten. Darüber hinaus waren Einflüsse anderer Blasmusikrichtungen, wie zum Beispiel der mährische Blasmusik (Vlado Kumpan), der typisch altbayerische Blasmusik (Karl Edelmann, Josef Menzl) oder auch der alpenländisch geprägte Blasmusik bei den Stücken bemerkbar. Nach fünf Stunden war Schluss mit der Gaudi. Die Instrumente ruhen nun vorübergehend bis zum Heiligen Abend, so wie es sich die Heilige Kathl wünscht .

Zahlreiche Gäste lockt der Böhmische Abend in der Heberbräuhalle in Kirchenthumbach an.
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