13.11.2019 - 12:53 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

"Christkindl-Packerl" für Bosnien

Adventskalender, Lebkuchen, Weihnachtsdekoration - Vorzeichen des "Fests der Liebe", das oft zum "Fest des Schenkens" degradiert wird. Wer denkt dabei an Menschen, die Not leiden? Die Aktion "Für das Leben und die Hoffnung" will helfen.

In ihrem Kassenzimmer wurden Geschenkpakete abgegeben. Diese Mädchen und Buben freuen sich riesig darüber - ohne zu wissen, was ihr Paket enthält.
von Georg PaulusProfil

Es waren die größten Kriegsverbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg, die am 11. Juli 1995 in Bosnien nahe der Stadt Srebrenica von serbischen Soldaten und Freischärlern verübt wurden. 8000 Männer und Jungen von 13 bis 75 Jahren wurden kaltblütig erschossen, ihre Leichen in Massengräbern verscharrt. Zurück blieben tausende Witwen und Waisen. Die Grausamkeiten haben unsagbares Leid und große Lücken hinterlassen, die noch immer nicht geschlossen sind.

Unter dem Eindruck der Gräueltaten auf dem Balkan verlegte Hans Karl, der unter der Bezeichnung "Polenhilfe" vielen unter dem Kommunismus Not Leidenden dort Unterstützung geben konnte, seine Hilfe in die Balkanländer. Dank der Mithilfe von vielen Freiwilligen kann die Aktion mit dem Namen "Für das Leben und die Hoffnung" zwei Mal jährlich einen 40-Tonnen-Lkw, beladen mit Gütern jeglicher Art für Obdachlose, alte und kranke Menschen ohne eigene Angehörige sowie für Kinderheime in der Sammelstelle in Burggrub auf den Weg schicken. Dabei müssen oft Schikanen durch Zollkontrollen überstanden werden, manchmal wird nur durch ein "Backschisch" (Schmiergeld) erreicht, dass weitergefahren werden darf.

Einige Male hat Hans Karl zusammen mit Helfern Empfänger von Lieferungen besucht und sich ein Bild gemacht von den Lebensbedingungen, unter denen manche Menschen in den Balkanländern immer noch leben müssen. Die Freude und die Dankbarkeit der Menschen für die Unterstützung, die Karl und seine Freiwilligen erlebten, wurde für sie zum Ansporn, auch weiterhin Hilfe anzubieten.

Wie alle Jahre wollen sie kinderreichen, armen Familien, Waisenkindern, Behinderten, alten Menschen und Obdachlosen in ihrem Alltag mit Weihnachtspäckchen eine Freude machen (siehe Infokasten). Für viele ist es das einzige Geschenk, das sie an Weihnachten bekommen. "Brot fürs Leben in Bosnien" ist der Name einer christlichen Organisation von orthodoxer Kirche, Caritas und evangelischer Kirche, die erneut für die gerechte Verteilung der Spenden der Aktionen "Für das Leben und die Hoffnung" von Hans Karl und "Pomoc" aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach bürgt.

Dankbar ist Hans Karl auch für Geldspenden zugunsten des Transports auf Konto IBAN DE 83 7535 1960 0000 1005 03 bei der Sparkasse Kirchenthumbach oder - falls eine Spendenquittung gewünscht wird - auf Konto IBAN DE 47 7539 0000 0107 5202 04 bei der Raiffeisenbank Schlammersdorf (unter "Verwendungszweck" bitte die komplette Anschrift und Quittungswunsch angeben).

Als erstes packt dieses Mädchen den Teddybären aus dem Familienpaket der Aktion "Für das Leben und die Hoffnung" aus. Mit strahlenden Augen gibt sie ihr Geschenk nicht mehr aus den Händen.
Im Blickpunkt:

Von Cornflakes bis Zahnpasta

Als Inhalt für ein Kinderpaket sind geeignet: Plätzchen, Kekse, Schokolade, Müsliriegel, Nougatcreme, Cornflakes, Kaugummi, Salzstangen, Vitaminbonbons, Traubenzucker, Kaba, Obst in Dosen. Auch Mützen, gebrauchte Kinderkleidung sowie Schals und Handschuhe werden sehr gerne angenommen.

Für ein Familienpaket sind wünschenswert: Kaffee, Tee, Honig in Plastikbehältern, Puddingpulver, Nüsse, Nudeln, klare Fleischsuppe, Salami, Käse (in Folie verschweißt), Dosenfisch, Pralinen, Zahnpasta, Zahnbürsten, Duschgel, Handtücher, Hautcremes, Shampoo und Handtücher.

Die Lebensmittelpakete sollen wegen der Duftstoffe keine Waschmittel und keine Seife enthalten. Auch Monsterfiguren und Kriegsspielzeug sind unerwünscht. Bitte außen die Zielgruppe vermerken: Päckchen für ein Kind (Alter) oder Lebensmittelpäckchen.

Bis Samstag, 30. November, können Weihnachtspakete abgegeben werden bei: Familie Stabla, Paul-Leistritz-Str. 20, 92724 Trabitz, Telefon 09644/91240; Hildegard Paulus, Zinkenbaumstr. 42, 92676 Eschenbach, Telefon 09645/914465; Hans Karl, Blechmühle 2, 91281 Kirchenthumbach, Telefon 09647/492; Elke Kirchberger, Wollauerstr. 3, 92690 Pressath, Telefon 09644/8214 (hier nur vom 23. bis 30. November). (gpa)

Unter den Eindrücken eines Besuches in Bosnien noch während des Krieges begann Hans Karl Mitte der 1990er Jahre mit der Aktion "Für das Leben und die Hoffnung". Im Bild (von rechts) Hans Karl, Lisa Morgenschweis aus Amberg, eine bosnische Mutter, deren Mann im Krieg gefallen ist, sowie (nur teilweise sichtbar), Edeltraud Schäfer, eine Kirchenthumbacher Helferin.
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