18.11.2020 - 15:00 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Defizit des Kinderhauses eine große Herausforderung für die Marktgemeinde Kirchenthumbach

Erziehen und Bilden für die Welt von morgen, ist im Kinderhaus St. Elisabeth angesagt. Doch der Betreuungsumfang wächst und wächst – und geht ins Geld: erst recht in Coronazeiten. Der Hilferuf des Trägers bleibt aber nicht ungehört.

Das Kirchenthumbacher Kinderhaus St. Elisabeth ist für 116 Mädchen und Buben ein Ort der Erziehung und Bildung. Zumindest für das Jahr 2020 wünscht sich die Katholische Kirchenstiftung als Betreiber der Einrichtung eine vollständige Defizithaftung seitens der Kommune.
von Robert DotzauerProfil

Immer mehr Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsaufgaben werden an das Kindergarten-Personal delegiert. Erwartet wird vielfach auch die Übernahme der Erziehungsverantwortung. Vom Krippen- bis zum Vorschulalter soll ein maßgeschneidertes Tageskonzept die Erwachsenen von übermorgen frühpädagogisch betreuen: eine Mammutaufgabe, die im Kirchenthumbacher Kinderhaus von der Katholischen Kirchenstiftung als Betreiber der Einrichtung geschultert wird.

Eigentlich jedoch eine kommunale Aufgabe, entlastete allerdings bisher die Ortskirche den Gemeindesäckel. Weil die Kindertagesstätte chronisch defizitär ist, teilten sich Kommune und Kirchenstiftung den Zuschussbedarf im Verhältnis von 80:20 Prozent. Dieses Entgegenkommen kann sich die Pfarrei zumindest während der Corona-Pandemie nicht mehr leisten.

Der Marktgemeinderat hatte sich deshalb in seiner November-Sitzung mit einem Antrag von Pfarrer Augustin Lobo und Kirchenpfleger Otmar Buchmann zu befassen, der auf eine vollständige Übernahme des jährlichen Defizits aus dem Betrieb des Kinderhauses einschließlich Kinderkrippe abzielt. Die Antragsteller verwiesen auf eine bereits am 9. Juni 2020 stattgefundene Besprechung von Kindergartenleitung und Betreiber mit den Bürgermeistern und Fraktionssprechern. Inhaltlich sei es dabei um die besonderen Umstände durch die strengen Hygieneauflagen in Coronazeiten und den teilweisen Ausfall von Elternbeiträgen gegangen, informierte Bürgermeister Jürgen Kürzinger.

Im nun schriftlich nachgereichten Antrag verweist die Kirchenstiftung auf die zunehmend angespannte Kostensituation der Tagesstätte. Um die hohe Qualität der Erziehung bei einem vom Gesetzgeber vorgegebenen Personalschlüssel beibehalten zu können, bedürfe es weiterer finanzieller Anstrengungen, die vom kirchlichen Träger nicht zu bewältigen seien.

Bürgermeister Jürgen Kürzinger sieht darin eine besondere Herausforderung. Den großen Stellenwert des Kindergartens für die Marktgemeinde betonend, verwies er auf Defizithaftungen der Marktgemeinde bereits in den vergangenen Jahren. Auch Zweiter Bürgermeister Ewald Plößner bekräftigte die hohe Akzeptanz der Einrichtung: „Wir haben eine tolle Kindertagesstätte.“

In welcher Höhe muss der Markt weitere Euros zum Kita-Betrieb beisteuern? Diese Frage des Vize-Bürgermeisters stand in der folgenden Debatte im Vordergrund. "Bei wieviel Defizit landen wir zum Jahresschluss?", fragte er auch. Es sollten deshalb Zahlen auf den Tisch, so seine Forderung.

Ein Wunsch, den Kämmerer Michael Eisner nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung erfüllen kann. „Vor Mai nächsten Jahres gibt es keine konkreten Summen, weil alles an den Buchungen der Eltern und an den damit verbundenen nachträglichen staatlichen Zuwendungen hängt“, erläuterte er. Für Richard Götz stand damit fest: „Auf die Zahlen warten und dann die zusätzlichen Aufwendungskosten absegnen.“

Jan Wiltsch verwies auf die kommunale Verantwortung für die Kindertagesstätte. Zuwendungsanträge sollten allerdings nicht zu Selbstläufern und Freifahrtscheinen führen. Ein gewissenhaftes Haushalten der Einrichtung vorausgesetzt, signalisierte auch Wiltsch ein grundsätzliches Einverständnis zum Antrag der Kirchenstiftung.

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Kirchenthumbach

Der einstimmige Grundsatzbeschluss des Gremiums orientierte sich an den Wortmeldungen. Mit der pauschalen Zustimmung verbunden war die Bekanntgabe des konkreten Defizits zu gegebener Zeit.

Im Blickpunkt:

Corona besiegt Bürgerversammlung und Neujahrsempfang

Die Terminplanung sah vom 23. bis 25. November Bürgerversammlungen in Kirchenthumbach und in weiteren Ortschaften vor. Wegen der Hygienevorgaben und des Corona-Infektionsschutzes gab Bürgermeister Jürgen Kürzinger die Absage der Veranstaltungen bekannt. Auch der traditionelle Neujahrsempfang der Marktgemeinde entfällt.

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