16.07.2019 - 13:14 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Hilfe, die ankommt

Ein Krankenhaus, in dem es an Verbandsmaterial und Desinfektionsmitteln fehlt. Familien, die kaum etwas zu Essen haben. Menschen, die aus Nichts das Beste machen. Solche Situationen sind in Europa kaum vorstellbar.

Die Wohnverhältnisse im Kosovo sind sind nicht mit denen in Europa zu vergleichen. Immerhin: Die Wände sind aus Stein, allerdings fehlt es in diesem Haus noch an allen Ecken und Enden.
von Doris MayerProfil

Im Kosovo dagegen schon. Doch so arm die Menschen dort sind, so gastfreundlich sind sie auch. Als Vertreter der Aktion „Für das Leben und die Hoffnung“ reisten Kerstin und Shemsi Korcaj (Kirchenthumbach), Claudia und Bernhard Hauer (Speichersdorf), Leni und Baptist Knörl (Waischenfeld), Ingrid Schmidt (Eschenbach) sowie Wolfgang Nickl (Neustadt am Kulm) in den Kosovo, um die laufenden Projekte der Aktion vor Ort kennen zu lernen.

Am Straßenrand stellte die Delegation der Initiative „Für das Leben und die Hoffnung“ ihre Fahrzeuge ab. Dann folgte ein Fußweg von gut 30 Minuten durch unwegsames Gelände. Eine Familie in der Bergregion Kamenica – die Tochter will Medizin studieren – ist das Ziel. Die Gruppe machte sich ein Bild von den Lebensumständen der Familie und welche Hilfe es für das Studium bedurfte. Die Bauernfamilie verkaufte Kühe und Bienenstöcke, um ihren Kinder eine Ausbildung samt Wohnmöglichkeit in der Stadt zu ermöglichen. Dabei wird bereits Hilfe von Seiten der Aktion angeboten.

Erschütternd und doch beeindruckend stellte sich für die Delegation die Lage im Kosovo dar. Ein Wechselbad zwischen bitterer Armut und hoffnungsvollen Projekten erlebten die Besucher. Arme Hütten und reiche Villen von Gastarbeitern in Westeuropa bilden einen ernüchternden Gegensatz. Ziel der Reise war es auch, sich ein Bild von der Hilfsbedürftigkeit der Region zu machen und festzustellen, wo Handlungsbedarf besteht. Zudem wollte sich die Gruppe vergewissern, dass bereits angestoßene Hilfsprojekte Früchte tragen. In dieser Region arbeitet die Kirchenthumbacher Initiative mit der Organisation „Dushkaja“ zusammen. "Dushkaja" organisiert die Verteilung der Hilfsgüter und betreut einige Projekte vor Ort.

Unterstützung erfährt auch die Dorfschule in Tugjec. Mit Hilfe von „Für das Leben und die Hoffnung“ wurde eine Wasserleitung für die Schule errichtet, so dass es nun sauberes sauberes Trinkwasser für die Schüler gibt. Auch eine regelmäßige Schulspeisung ist bereits realisiert – zumindest ein kleiner Anfang.

Im Ambulanzraum einer Krankenstation herrschte gähnende Leere. Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial, Medikamente – bei uns selbstverständlich - im Kosovo Mangelware. Die Einrichtungen sind veraltet und sehr abgenutzt. Für Operationen müssen die Angehörigen die entsprechenden Materialien erst in der Apotheke kaufen – falls diese erhältlich sind. Die Ärzte sind engagiert und kümmern sich im Rahmen der Möglichkeiten sehr gut um ihre Patienten. Für Krankenhausaufenthalte muss die Familie für Bettwäsche und Verpflegung sorgen.

Eine von sechs Einrichtungen für Behinderte steuerten die Besucher ebenfalls an. Dort erlebte die Gruppe um Hans Karl eine positive Überraschung. Die von der EU geförderte Einrichtung präsentierte sich neu und gut ausgestattet. Das Problem ist nun: Wie wird diese Tagesstätte weitergeführt und finanziert?

Um einen Eindruck von der Lebensart und Kultur der Kosovaren zu gewinnen, standen der Besuch eines Bazars und des Wallfahrtsorts Letnica mit Besichtigung der Kirche und schwarzen Madonna, wo Mutter Teresa ihre Berufung zur Ordensschwester fand, auf dem Reiseplan.

Info:

Hilfsaktion unterstützen

Seit 1981 ist die Kirchenthumbacher Organisation „Für das Leben und die Hoffnung“ unter ehrenamtlicher Leitung von Hans Karl Seit 1981 unermüdlich für die Menschen auf dem Balkan und Osteuropa tätig. Mit Lieferungen von Hilfsgütern und zweckgebundenen Geldspenden versuchen die Organisatoren dort Hilfe und Entlastung zu schaffen, wo die Not am Größten ist. Weitere Auskünfte bei Hans Karl unter Telefon 09647/492.

Spendenkonto: „Für das Leben und die Hoffnung“, IBAN: DE47 7539 0000 0107 5202 04. Spendenquittung bei genauer Adressangabe möglich. (myd)

Viele Menschen im Kosovo leben in ärmlichen Häusern.
So arm die Menschen im Kosovo sind, so gastfreundlich sind sie. Eine Familie empfängt die Besucher aus Deutschland.
Rechts die Toilette der Schule.
Mit diesem Ofen wird im Winter das Schulgebäude geheizt
Von Smartboard und Informatikunterricht noch weit entfernt. In schmucklosen, dunklern Unterrichtsräumen erhalten die Schüler dieser Dorfschule ihren Unterricht. Zumindest gibt es eine Tafel.
Krankenhaus im Kosovo.
Patientenzimmer im Krankenhaus.
Krankenhaus im Kosovo.
Aufenthaltsraum im Krankenhaus.
Der Ambulanzraum, in dem die Patienten erstbehandelt werden.
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