16.01.2020 - 13:47 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Honig: Ernte mager, Qualität gut

Trotz des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" und aller Diskussionen: "Die Zusammenarbeit zwischen Imkern und Landwirten funktioniert zu beider Nutzen hervorragend", unterstreicht Reinhold Ziegler.

Imker-Vorsitzender Reinhold Ziegler.
von Fritz FürkProfil

Der Kreis- und Ortsvorsitzende bescheinigte den Bauern in der Jahreshauptversammlung des Imkervereins eine professionelle und vorschriftsmäßige Arbeit. Das Volksbegehren habe aus Sicht der Bienenzüchter einen positiven Abschluss gefunden und viel zum Umdenken in der Bevölkerung beigetragen. Themen wie Insektensterben, Biodiversität und Umweltschutz seien in aller Munde. Die Notwendigkeit, die Bienenhaltung und damit auch die Imkerei zu unterstützen, werde weitestgehend befürwortet, erklärte Ziegler.

Dies sei sicherlich auch ein Grund für die Zuwendung von 1000 Euro, die der Verein von der Raiffeisenbank erhalten habe, meinte er. Damit sollen die Jungimker tatkräftig unterstützt werden. Ebenso dankte der Vorsitzende der Marktgemeinde für den jährlichen Betrag von 150 Euro, mit dem der Verein die Varroamittel subventioniere.

Zum ersten Mal hatten die Bienenzüchter im vergangenen Jahr einige Firmlinge zu Gast: Honigschleudern bei Familie Böhme war angesagt. An der Aktion "Verein macht Schule" habe man sich ebenfalls beteiligt, berichtete Ziegler. Sein Dank ging an Florian Kroher und Richard Fraunholz, die ihn dabei tatkräftig unterstützt haben. "Unsere pädagogischen Fähigkeiten wurden tüchtig auf die Probe gestellt. Lebendige Bienen in Begattungskästchen und Imkerutensilien fanden großes Interesse", teilte der Vorsitzende mit.

Das Bienenjahr 2019 habe sehr vielversprechend begonnen, mit warmen Temperaturen, blickte er dann zurück. Bereits Ende April habe man eine hervorragende Frühjahrs-Honigernte erwartet. Doch durch die Eisheiligen, die sich fast über den kompletten Mai hinzogen, waren die meisten Honigvorräte aufgebraucht, was den Imkern eine sehr magere oder gar keine Frühjahrsernte bescherte.

Die Völker hätten sich im Laufe des Jahres aber gut entwickelt, freute sich Ziegler. An den meisten Standorten in der Region habe es sich allerdings wieder um Melizitosehonig gehandelt, der nur mühsam geerntet werden konnte, schränkte er ein. So lag bei den meisten Imkern hier - ähnlich wie in ganz Bayern - der Ertrag deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt (25 Kilogramm). In den meisten anderen Bundesländern sei der Ertrag höher gewesen, so dass sich auch der Preis beim Großhandel nicht sehr positiv entwickelt habe, merkte der Vorsitzende an.

Äußerst gut sei dagegen die Honigqualität zu bewerten, betonte er. Vom Nachbarverein Eschenbach wurde im Zuge eines Monitorings Blütenhonig vom Tiergesundheitsdienst angefordert. Eswurde Honig vom Lehrbienenstand eingeschickt. Er selbst habe ebenfalls eine Probe eingeschickt mit Blüten-/Rapshonig, der von Honigen aus unterschiedlichen Ständen aus dem gesamten Gemeindegebiet stammt. Alle untersuchten Wirkstoffe seien unter der Nachweisgrenze gelegen, informierte Ziegler: "Das heißt, es konnten nicht die geringsten Spuren von Pestizid- oder Behandlungsmittelrückständen nachgewiesen werden, und das, obwohl beide Honige in Gebieten mit vorwiegend konventioneller Landwirtschaft geerntet wurden."

Von zahlreichen Vereinsaktivitäten berichtete Schriftführer Florian Kroher. Dem Imkerverein gehören 54 Mitglieder an, davon seien 47 aktive Bienenzüchter, teilte er mit. Das älteste Mitglied ist Georg Regner mit 94 Jahren, das jüngste Gianluca Pacino mit 13 Jahren. Seit 70 Jahren gehört Hubert Hafner dem Imkerverein an.

Von einer guten Kassenlage berichtete Richard Fraunholz. Erhard Stümpfl ihm attestierte eine sehr gute Kassenführung. Zügig über die Bühne ging schließlich die Abstimmung über die Beitragserhöhung: Vollmitglieder bezahlen danach künftig 32 statt bisher 28 Euro jährlich, Ehrenmitglieder 14 Euro. Der Jahresbeitrag der passiven Mitglieder wurde von 15 auf 16 Euro erhöht. Grußworte an die Imker richtete zweiter Bürgermeister Josef Schreglmann.

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