23.05.2019 - 17:12 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe Bund Naturschutz in Kirchenthumbach

Die Mitglieder diskutieren teilweise hitzige Themen wie das Volksbegehren. Kritik an der Gemeinde kommt auf, als es um die Grabenräumungen geht. Auch eine Einigung wegen des Steinbruchs in Sommerau steht noch aus.

Die Ortsgruppe des Bundes Naturschutz in Kirchenthumbach ist unzufrieden mit der Art und Weise, wie die Gemeinde die Gräben frei räumt.
von Externer BeitragProfil

Die Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Sporer eröffnete der Vorsitzende der Ortsgruppe Bund Naturschutz in Kirchenthumbach, Reinhold Wilterius, mit einem Rückblick auf die Aktivitäten der Ortsgruppe im Jahr 2018. Wilterius berichtete über die zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen der Ortsgruppe, zum Beispiel eine Familien-Biotop-Wanderung im Frühjahr, Kinderferienveranstaltung im Sommer und Drachen steigen im Herbst und das traditionelle Sommerfest sowie die alljährliche Wiesenmahd in Ernstfeld.

Nicht ohne Stolz präsentierte Wilterius die Urkunde für den Umweltpreis des Landkreises Neustadt, den die Ortsgruppe 2018 für die vorbildliche Aktion der Steinbruchfreilegung in Sommerau, verliehen bekommen hat. Der Steinbruch gehört zur Konkursmasse der Firma Prüschenk und ist im Besitz der Sparkasse Neustadt. Die Ortsgruppe versucht seit langem vergeblich mit der Sparkasse eine Vereinbarung zur kontinuierlichen Pflege dieses wertvollen Biotopes zu treffen. Nun wandte sich die Ortsgruppe an Landrat Andreas Meier, mit der Bitte um Unterstützung. Meier sagte seine Unterstützung zu und bat die Ortsgruppe, die laufenden Verhandlungen abzuwarten. Den ersten Umweltpreis erhielt die Ortsgruppe 2002 für die Freilegung der Quelle Schlatterbrunnen am Ortsrand von Kirchenthumbach.

Im Anschluss an die Ausführungen und den Kassenbericht fand eine lebhafte Diskussion statt. So zeigte sich die Ortsgruppe sehr verärgert über die immer wieder zu beobachtenden Grabenräumungen, die in Feld und Flur von der Gemeinde Kirchenthumbach durchgeführt werden. In Zeiten des fortschreitenden Artensterbens und gewachsenen Verständnis über diese Problematik in der Bevölkerung fanden die Mitglieder die überzogenen Räumungen von Gräben in freier Landschaft empörend. Damit gehe wertvoller Lebensraum für Insekten und Kleinstlebewesen verloren. Die Ortsgruppe werde sich erneut an die Gemeinde wenden, damit diese unsinnigen und schädlichen Aktionen zukünftig unterbleiben.

Breiten Raum nahm in der Diskussion auch das Volksbegehren "Artenvielfalt" ein. Die Ortsgruppe zeigte sich sehr beunruhigt, wie sich die CSU diesen beispiellosen Erfolg zu eigen machen möchte. Es wurde befürchtet, dass zwar der Entwurf des Volksbegehrens als Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht werde, um ihn dann im Nachgang mit Verordnungen und Erlassen wieder auszuhebeln. Wilterius verdeutlichte dies am Beispiel des zeitweiligen Walzverbotes anhand öffentlich zugänglicher Quellen des Landtages. Da sei von "flexibler Reaktion", "ein späterer Zeitpunkt", "unzumutbare Belastungen" und dergleichen im Zusammenhang mit Maßnahmen nach der Verabschiedung des Gesetzes die Rede. Die Ortsgruppe war sich einig, dass dies unbedingt verhindert werden muss.

Die Terminplanung für 2019 beinhaltet das Sommerfest am 10. August. Eine Familienwanderung am 29. September zu alten Apfelsorten, die von der Ortsgruppe angepflanzt wurden, mit der Möglichkeit diese zu verkosten sowie die Mitwirkung an "Verein macht Schule". Im Herbst steht wieder das Drachensteigen auf dem Programm.

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