10.09.2018 - 13:48 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Kalk in Kirchenthumbach

Viele sprechen von Rekordbeteiligung: Die bundesweite Veranstaltung "Tag des offenen Denkmals" zu dem der Kulturkreis Kirchenthumbach (KKK) eingeladen hat, hätte nicht besser laufen können.

Martin Kohl (von rechts), Fritz Fürk und Jürgen Böhme führen durch den Tag des offenen Denkmals in Kirchenthumbach.
von Autor RFÜProfil

Das Thema zum Tag des offenen Denkmals lautete "Kalk in Kirchenthumbach". Im Hinterhof waren Exponate ausgestellt, die mit der Kalkproduktion und der Firma Prüschenk zu tun hatten. Im Focus standen das ehemalige Kalkwerk Prüschenk, die Steinbrüche, die Brennöfen und die Feldbahn mit den Loren. Gekommen waren auch ehemalige "Prüschenk-Arbeiter". Ältester "Kalkwerker" war der 91-jährige Hans Weber. Schon sein Vater Franz war dort beschäftigt.

Der Startschuss am Sonntag fiel im Nußsteinhaus. Begrüßt wurden die Besucher von Jürgen Böhme. Der Industriezweig, der Kirchenthumbach nahezu ein Jahrhundert lang maßgeblich mitgeprägt hat, sei zweifellos der Bergbau und die Kalkverarbeitung gewesen. Generationen unserer Vorfahren hätten mit harter Arbeit in den Steinbrüchen, bei der Weiterverarbeitung in und an den Brennöfen, der Kalkmühle und beim Straßenbau ihr tägliches Brot verdient. Dann erläuterte Böhme die Geologie in und um Kirchenthumbach. Neben dem weißen Kalk ist plötzlich bräunlicher Sandstein aus dem Erdzeitalter der Trias zu finden. Grund dafür sei eine Störung, eine Verschiebung der Erdschichten. Diese Störung sei ein Teil der Fränkischen Linie, die sogenannte Kirchenthumbacher Störung.

Martin Kohl befasste sich mit dem Sprengen, Lösen, Brechen und Zwischenlagern von Kalkstein. 1923, 1941 und 1960 seien am Pröller drei Brennöfen gebaut, im Kalkwerk sei Kalk gemahlen, gelöscht und eingepackt oder in Silos gelagert worden. Das Kalkwerk war auch an die örtliche Eisenbahnlinie angebunden. Kalk sei benötigt worden für den Bau, zum Düngen, für die Stahlproduktion, für Lebensmittelherstellung und zur Aufbereitung von Trinkwasser. Interessant war die Vorführung von Löschen mit Weißfeinkalk und Wasser. Als Löschmeister fungierte Hans Schneeberger.

Fritz Fürk referierte über die Geschichte der Firma Prüschenk. Die Gründung sei vollzogen worden, als der Kaiser noch das Zepter geschwungen hat. Aus der Dampfziegelei von Franz Eckert ist durch Jakob Prüschenk im Jahre 1907 die Firma Prüschenk "Kalk und Schotterwerk entstanden. Später sei ein Straßenbauunternehmen hinzugekommen. In Spitzenzeiten sind 200 Menschen auf der Lohnliste gestanden. Im strukturschwachen Kirchenthumbach sei man froh gewesen, das Unternehmen zu haben. Franz Eckert wie auch Jakob Prüschenk und seine beiden Söhne Ferdinand und Josef haben ein Stücke Kommunalpolitik mitgeschrieben.

Nach der Einführung und den Kurzvorträgen ging es in den Bauhof der Firma Kollmer. Dort setzten Dr. Erwin Weiß und Heribert Kopp die wieder funktionsfähig gemachte Feldbahn aus dem Jahre 1949 in Bewegung. Diese Feldbahn hat die Steine von Ernstfeld zu den Brennöfen gebracht.

Nächste Station war der Steinbruch bei Ernstfeld. Dort ging Dr. Andreas Peterek vom Geozentrum Bayern-Böhmen näher auf die Geologie ein. Er erläuterte die "Bankung" und den Wechsel zwischen Kalkstein und Mergel. Die Kalkwand, vor der Peterek stand, dürfte 140 bis 150 Millionen Jahre alt sein. Dann ging die Zeitreise weiter zum Brennofen am Preller. Dort standen einst drei Öfen. Einer aus dem Jahr 1960 blieb als Erinnerung an die Kirchenthumbacher Kalkindustrie erhalten.

Endpunkt der Exkursion war das Kalkwerk. Die Teilnehmer waren angetan von der zum Teil noch vorhanden Infrastruktur, vor allem aber von den Absackanlagen. Martin Kohl, Jürgen Böhme und Fritz Fürk kündigten an, der KKK werde noch in diesem Jahr eine Publikation mit ausführlichen Berichten zu diesem Thema herausgeben.

Im Hinterhof sind Exponate ausgestellt, die mit der Kalkproduktion und der Firma Prüschenk zu tun hatten.

Im Bauhof der Firma Kollmer setzen Dr. Erwin Weiß und Heribert Kopp die wieder funktionsfähig gemachte Feldbahn aus dem Jahre 1949 in Bewegung. Diese Feldbahn hat die Steine von Ernstfeld zu den Brennöfen gebracht.

Im Bauhof der Firma Kollmer setzen Dr. Erwin Weiß und Heribert Kopp die wieder funktionsfähig gemachte Feldbahn aus dem Jahre 1949 in Bewegung. Diese Feldbahn hat die Steine von Ernstfeld zu den Brennöfen gebracht.

Endpunkt der Exkursion ist das Kalkwerk.

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