18.11.2019 - 12:06 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Klassenzimmer als Pärchen und gestapelt

Das Interesse ist groß: 80 Besucher am Samstag und über 100 Personen am Sonntag zählt Bürgermeister Jürgen Kürzinger. Sie alle wollen sich ein Bild vom Ergebnis des Realisierungswettbewerb zum Neubau der Grund- und Teilmittelschule machen.

von Petra LettnerProfil

In der Sitzung des Preisgerichts Anfang November war der Vorschlag „1007“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden. Am Freitag wurden die zehn eingereichten Pläne und Modelle nun in der Schulturnhalle der Öffentlichkeit vorgestellt und erläutert.

Die Jury aus Fach- und Sachpreisrichtern hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Bereits vor der Tagung des Preisgerichts waren die Modelle und Pläne durch die Architekten Reinhard Pfab und Petra Rothmeier aus Regensburg einer Vorprüfung unterzogen worden.

In einem Informationsrundgang wurden dann die Entwürfe den Preisrichtern wertfrei und in den wesentlichen Grundzügen vorgestellt. Im Anschluss wurden die Informationen und Erkenntnisse im Gremium reflektiert und nach verschiedenen Kriterien beurteilt. Dabei ging es um die Erfüllung des Raumprogrammes, Programmflächen, Bruttorauminhalt, Funktionalität sowie Sicherheit.

Hinzu kamen die architektonische und räumliche Gestaltung sowie die Wirtschaftlichkeit. So schieden im ersten Wertungsrundgang aufgrund gewichtiger Mängel und Defizite drei Arbeiten aus, in der zweiten Runde weitere vier Entwürfe. Nach fünf Stunden Sichtung blieben noch drei Vorschläge übrig.

Der Sieger des Wettbewerbs, das Architekurbüro Reinhard Bauer aus München, beschreibt seine Pläne und Gedanken wie folgt: „Der für die neue Grund- und Teilmittelschule vorgesehene Bauplatz befindet sich am nahezu höchstgelegenen Punkt des Marktes. Aus diesem Grund entwickelt sich der Entwurf für die kleine Schule mutig in der Vertikalen."

Als öffentliches Gebäude habe der Neubau "keinen Grund, sich an den niedriggeschossigen Wohnbauten seiner Nachbarschaft zu orientieren. Sein nächster Nachbar ist die Kirche südlich der Eschenbacher Straße. Das durch den Bestand gegebene Baufeld ist knapp und topographisch anspruchsvoll."

Darüber hinaus sei es "wirtschaftlich vernünftig, die kleine Baumaßnahme in einem Bauabschnitt zu errichten. Ziel des Entwurfes ist es daher, das gesamte Raumprogramm in einem Bauabschnitt und allein auf dem Teilgrundstück unterzubringen. Das Programm wird dazu konsequent in seine kleinsten Einheiten geteilt. Das Hanggeschoss nimmt die Werkstätten und die Offene Ganztagesschule auf, die sich beide zu einem gemeinsamen Gartenhof hin orientieren."

Die drei Klassenzimmer-Pärchen haben die Architekten einfach gestapelt und über sehr großzügige Bereiche, in denen auch die Lernwerkstätten stattfinden sollen, erschlossen. Die notwendigen baulichen Rettungswege werden über zwei voneinander brandschutzrechtlich getrennte Treppen sichergestellt. Außerdem ist ein Aufzug vorgesehen.

Das geplante Schulgebäude wird von der Westseite betreten. Man gelangt direkt in die Aula, an die alle weiteren Funktionen angeschlossen werden. Von den vier Obergeschossen beherbergen drei jeweils zwei Klassenzimmer. Im vierten Stockwerk befinden sich der Lehrerbereich und die Verwaltung.

Für die Freifläche vor dem Haupteingang und die Dachfläche über der Offenen Ganztagsschule ist auch eine Nutzung als Pausenflächen und für Schulveranstaltungen angedacht. Die Anordnung der Gebäude macht eine direkte Wegeverbindung von der Eschenbacher zur Nickelseestraße möglich.

Am Wochenende standen Bürgermeister Jürgen Kürzinger, sein Stellvertreter Josef Schreglmann sowie Schulleiterin Andrea Wolfram für Fragen bereit. Auch erklärten sie den Besuchern, warum sich das Preisgericht für diesen Entwurf entschieden hat. Natürlich waren auch Stimmen zu hören, die forderten, das alte Schulgebäude doch bestehen zu lassen. In einem Buch konnte jeder Besucher seine Meinung und seine Ideen niederschreiben.

Im Blickpunkt:

Jury und Preisträger

Fachpreisrichter: Karlheinz Beer, Architekt (Weiden); Peter Brückner, Architekt (Tirschenreuth); Werner Kraus, Kreisbaumeister und Architekt (Landratsamt Neustadt/WN); Dieter Schönberger, Architekt (Regierung der Oberpfalz, Regensburg)

Sachpreisrichter: Jürgen Kürzinger, Bürgermeister; Andrea Wolfram, Rektorin der Grund- und Mittelschule Kirchenthumbach; Rudi Stopfer, Vertreter des Marktgemeinderats.

Das Preisgericht unter Vorsitz von Architekt Peter Brückner zeichnete folgende Arbeiten aus: 1. Preis: Reinhard Bauer Architekten (München), 2. Preis: Judarchitektur (Stuttgart); 3. Preis: Burger Rudacs Architekten (München).

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