17.11.2020 - 11:08 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

"Mängel sprechen Bände": Marktgemeinderat Kirchenthumbach berät über Unimog-Ersatz

Der Bürgermeister hat zwar Bedenken zur Geheimhaltungspflicht. Dennoch verlegt der Marktgemeinderat Kirchenthumbach einen Tagesordnungspunkt aus dem nichtöffentlichen in den öffentlichen Teil der Sitzung.

von Robert DotzauerProfil

Jürgen Geyer beantragte in der November-Sitzung des Marktgemeinderats, den nichtöffentlichen Tagesordnungspunkt "Beratung über die Neuanschaffung eines Bauhof-Fahrzeuges“ öffentlich zu behandeln. „Es geht um Grundsätzliches, das gehört in die Öffentlichkeit“, argumentierte der CWG-Fraktionssprecher.

Auch zweiter Bürgermeister Ewald Plößner plädierte für eine Beratung im öffentlichen Teil, ohne dass über Angebote diskutiert und über eine Vergabe entschieden werde: für Dominik Brütting dagegen ein Unding, weil dann im öffentlichen und im nichtöffentlichen Teil doppelt gemoppelt werde. In der folgenden Abstimmung sprachen sich jedoch 13 Ratsmitglieder für eine Grundsatzdiskussion im öffentlichen Teil aus.

Nach den Worten von Bürgermeister Jürgen Kürzinger handelt es sich um die Ausrüstung des Bauhofes mit einem Traktor, unter anderem für Winterdienst- und Mäharbeiten. Der Sitzungsleiter verwies auf eine Stellungnahme des Bauhofleiters zur Reparaturanfälligkeit und zur Mängelhäufung beim elf Jahre alten Unimog. Jörg Dollhopf plädierte deshalb auf Anschaffung einer neuen Arbeitsmaschine.

Zunächst gehe es darum, sich ein Meinungsbild zu verschaffen, betonte der Rathauschef. Dieser Wunsch beflügelte Jürgen Adelhardt, eine Lanze für den Bauhof und dessen Fahrzeugpflege zu brechen.

Mehr aus dem Marktgemeinderat Kirchenthumbach

Kirchenthumbach

Dominik Brütting wusste: „Es wartet eine größere Latte an Reparaturen.“ Deshalb regte der SPD-Sprecher an, einen Vergleich zwischen wahrscheinlichen Reparaturkosten und den Kosten für eine Ersatzbeschaffung anzustellen.

Auch Richard Götz stellte fest: „Die Mängel sprechen Bände.“ Zweifel an der Notwendigkeit einer Neubeschaffung äußerte Josef Schreglmann: „Bei 5000 Betriebsstunden sollte der Unimog nicht im geschilderten Umfang Mängel aufweisen." Offenbar habe es sich beim Kauf um eine extrem schlechte „Montagsarbeit“ des Herstellers gehandelt.

Als „Wahnsinn“ bezeichnete Georg Adelhardt die laufenden Reparaturkosten: „Die hohen Ausgaben sind ein Indiz für für einen Fahrzeug- und Markenwechsel.“

Bei einer Neuanschaffung warnte Jürgen Geyer zur Vorsicht. Das oberste Ziel der Firmen sei es, neue Fahrzeuge zu verkaufen. Der Rat sollte sich dies deshalb zwei Mal überlegen. Weitere Einzelheiten, insbesondere über die Kostenangebote für einen neuen Kommunaltraktor, diskutierte das Gremium im nichtöffentlichen Teil weiter.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.