(do) Eine Sanierung des Schulhauses ist längst überfällig. An dieser Feststellung ließ Bürgermeister Jürgen Kürzinger in der Sitzung keinen Zweifel. Kritisch blickte er auf die "Historie" vergangener Bemühungen mit einer ersten Planungsphase im Jahr 2011.
Viele Probleme hätten sich seit dieser Zeit angehäuft, erklärte der Gemeindechef und erinnerte an viele Besprechungen nach dem Bürgermeisterwechsel 2014 und an die Auseinandersetzungen bei der Frage einer sauberen Planungsvergabe. Die Kommune habe schließlich mit der Feststellung eines Vergabeverstoßes und dem Verlust von 58 000 Euro leben müssen. Als Neuanfang wertete Kürzinger den Auftrag des Marktgemeinderats für eine Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie. Deren wesentliche Erkenntnisse stellte das beauftragte Planungsbüro vor.
Ernüchternd sprach Architekt Ulrich Greiner aus Neustadt/WN von einem erheblichen Instandhaltungsrückstand. Die Mitarbeiter des Bauplanungsbüros hatten Defizite in vielen Teilen der Gebäude entdeckt. Greiner verwies auf die fehlende Barrierefreiheit sowie Mängel beim Wärme- und Schallschutz, bei der technischen Gebäudeausrüstung, beim Brandschutz und bei der Statik.
In einer "Variante I" schlägt er vor, Teile des Schulhauses bis auf ein Rohbauniveau zurückzuführen und dann einen Neuaufbau anzugehen. Der Architekt verstand diese Vorgehensweise als machbare Generalsanierung mit allerdings vielen Unwägbarkeiten. Unter anderem verwies er auf mögliche weitere unliebsame Überraschungen und verdeckte Schäden bei Detail-Untersuchungen, viele Provisorien und - bedingt durch mehrere Bauabschnitte - eine lange Bauzeit.
Weitere Probleme
Ulrich Greiner machte außerdem auf zusätzliche Erschwernisse aufmerksam und nannte beispielhaft Klassenauslagerungen mit Unterricht in Schulcontainern oder in Ersatzräumen. Als weiteres Problem bezeichnete er die zu großen Zimmer im Vergleich zum Raumprogramm der Regierung. Auch die Verteilung der Schulräume auf vier Geschosse sah er als Nachteil an.
Dieser Untersuchung stellte der Architekt mit seiner Mannschaft die "Variante II" gegenüber. Dabei handelt es sich um einen Komplett-Neubau des Bildungstempels. Greiner plädierte für einen Standort neben der bestehenden Schule mit einer ringförmigen Gebäudeanordnung.
Als Flächenannahme für das Raumprogramm ging er von einer circa 1000 Quadratmeter großen Nutzfläche aus. Als sinnvoll erachtete der Planer den anschließenden Abbruch des alten Schulhaus-Teils, um Platz und Raum für eine Sporthalle zu schaffen. Die Schlussfolgerung kam nach diesen Untersuchungsergebnissen nicht überraschend: Ulrich Greiner schlug - vorbehaltlich einer Schätzung durch die Fachplaner - aus wirtschaftlichen und zukunftsträchtigen Überlegungen, wie er sagte, einen Neubau der Kirchenthumbacher Grund- und Mittelschule vor.
Derweil fieberten Bürgermeister, Gemeinderäte und die vielen Zuhörer, unter ihnen Rektorin Andrea Wolfram und weitere Lehrkräfte, einer Stellungnahme zur alles entscheidenden finanziellen Frage entgegen. Die derzeit hohen Baukosten im Blick kam der Architekt bei einer Generalsanierung auf eine "vorsichtige" Schätzung von 5,784 Millionen Euro. Für einen Komplett-Neubau errechnete das Planungsbüro 4,838 Millionen Euro. In dieser Summe nicht enthalten sind allerdings die Ausstattungskosten, ebenso die Kosten für eine Offene Ganztagsschule.
Detaillierteres im Herbst
Auf die Frage von Dominik Brütting nach Fördermöglichkeiten verwies der Planer auf staatliche Zuschüsse aus Finanzausgleichsmitteln (FAG) und aus aktuellen Investitionsprogrammen, etwa für Energieeinsparungen. Richard Götz plädierte für den Erhalt des Neubauteils der Schule: "Der könnte später als Domizil für Vereine und Organisationen dienen."
Das Ergebnis detaillierter Untersuchungen kündigte Ulrich Greiner für den Herbst an. Dann könne auch die Bedarfsermittlung mit Raumprogramm genauer erläutert und die Kostenschätzung noch konkreter dargestellt werden, erklärte er. Bis dahin sollen sich die Fraktionen mit den ersten Erkenntnissen der Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie befassen, so der Wunsch des Bürgermeisters.














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