13.03.2020 - 12:36 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Oper vom Feinsten in Pilsen

Georges Bizets „Carmen“ ist als Oper beim Publikum beliebt wie sonst nur noch Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“. Deshalb ist das große Interesse an der Opernfahrt der Volkshochschule nach Pilsen nicht verwunderlich.

Eine Teilnehmer-Gruppe beim neuen modernen „Kamelbrunnen“ auf dem Platz der Republik in der Nähe der St. Bartholomäus-Kathedrale.
von Autor MÜLProfil

54 Opernfreunde aus der ganzen Region waren von der ausverkauften Aufführung auf der Neuen Bühne des Josef-Kajetan-Tyl-Theaters in Pilsen begeistert. Bevor es soweit war, mussten die Verantwortlichen der VHS in Zeiten des Corona-Virus' die schwierige Entscheidung über eine eventuelle Absage treffen. Nach Abwägung aller Argumente dafür und dagegen, entschloss man sich zur Fahrt, die Gerdi und Adolf Mückl organisiert hatten. Ausschlaggebend war, dass es in Westböhmen zum Zeitpunkt der Veranstaltung noch keine Infizierten gab und Tschechien kein Risikogebiet war.

Die Popularität der französischen Spanien-Oper – Bizet war Franzose, die Oper spielt in Sevilla - kommt nicht von ungefähr, gleicht doch die Handlung einem spannenden Thriller. Sie handelt von besitzergreifender Liebe, dem Spiel mit dem Feuer der Leidenschaft und einer tödlich endenden Eifersucht.

Dem attraktiven und von den Männern begehrten Zigeunermädchen Carmen gehen die Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung über alles. Der biedere Soldat Don José, eigentlich mit Micaela verlobt, erliegt den Carmens Verführungen, desertiert und folgt ihr in die Berge, wo sie mit Ganoven, Räubern und Schmugglern lebt. Die Verzweiflung ist groß, als sich seine Angebetete dem Torero Escamillo zuwendet und sich von ihm trennt. Nach einem letzten Versuch, sie zurückzugewinnen, ersticht er sie aus Eifersucht.

George Bizets Musik begeisterte die Oberpfälzer Opernfans. Die wundervolle Mischung aus feurigen spanischen Rhythmen und gefühlvollen Arien hielt die Zuhörer vom ersten Ton an gefangen. Sehr beeindruckend waren unter anderem Barbara de Munes-Camebraja als Carmen beim tangoähnlichen Tanzlied der Habanera („Die Liebe vom Zigeuner stammt“), San Josés (Paolo Lardizzone) rührende Liebeserklärung und Escamillos (Csaba Kotlar) Auftrittslied „Auf in den Kampf, Torero“.

Außerdem gefielen Chöre und Orchester unter Leitung von Jiri Strunk mit temperamentvollem Gesang und Spiel. Auch die farbenprächtigen Kostüme (Dana Haklova), der effektvolle Einsatz der Lichttechnik sowie die schlichte konventionelle Inszenierung (Martin Otava) mit nur wenigen stilisierten Requisiten machten den Opernabend zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Zuvor lernten die Teilnehmer bei einem geführten Rundgang durch die historische Altstadt die Sehenswürdigkeiten Pilsens kennen oder genossen den Besuch eines der vielen Cafés. Gemeinsam nahmen sie in einem Hotel-Restaurant in der Nähe des Tyl-Theaters das Abendessen ein, bevor sie gestärkt im modernen, 2015 erbauten Neuen Theater die dreistündige - in Französisch gesungene, mit deutschen Untertiteln versehene - Aufführung besuchten.

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