06.06.2021 - 13:24 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Ortseinfahrten von Marktgemeinde Kirchenthumbach im Visier

Die Ortseinfahrten in den einzelnen Gemeindeteilen von Kirchenthumbach sind für Fußgänger gefährlich, sagt die Bürgergemeinschaft Thurndorf und wünscht sich eine Verbesserung. Der Marktgemeinderat sucht nun eine Lösung.

Querungshilfen, Fahrbahnteiler und Geschwindigkeitskontrollen sollen die Verkehrssicherheit der Fußgänger erhöhen, fordern die Marktgemeinderäte aus Thurndorf und verweisen unter anderem auf den Kreuzungsbereich zweier Kreisstraßen in Thurndorf.
von Robert DotzauerProfil

Mit 107 Kilometer pro Stunde in die Ortschaft hineinfahren, das ist unverantwortlich und Verkehrsgefährdung pur, kritisierte Marktgemeinderat Georg Schraml von der Bürgergemeinschaft Thurndorf (BGT) in der Marktgemeinderatssitzung die Rasermentalität mancher Autofahrer. Schlussfolgerung war ein Antrag der BGT an das Gremium zu mehr Verkehrssicherheit an den Ortseinfahrten und den Ausfahrten in Thurndorf. Schraml sprach von erheblichen Unfallgefahren zum Beispiel an der „Thurndorfer Kreuzung“. Dort kreuzen sich die Kreisstraßen NEW 43 von Kirchenthumbach in Richtung Pegnitz und die NEW 44 Heinersberg–Altzirkendorf.

„Ich wohne neben den Bushaltestellen und muss immer wieder beobachten, dass sich die meisten Autofahrer nicht an das Tempolimit halten.“

Georg Schraml, Marktgemeinderat aus Thurndorf

Als tickende Zeitbomben bezeichnete der Thurndorfer Gemeinderat auch das Verkehrsverhalten in Höhe der beiden Bushaltestellen in der Ortsdurchfahrt Thurndorf. In Sorge ist Georg Schraml vor allem um die Schulkinder. „Ich wohne neben den Bushaltestellen und muss immer wieder beobachten, dass sich die meisten Autofahrer nicht an das Tempolimit halten.“ Als rücksichtslos verurteilte Schraml dieses Verkehrsverhalten und verwies auf die mobile Geschwindigkeits-Anzeigentafel, die einmal sogar 107 Kilometer pro Stunde angezeigt habe. Dritter Bürgermeister Alexander Schatz ergänzte: „Das Thema bewegt viele. Es geht nicht nur um die Kreisstraßen in Thurndorf, sondern um die Verkehrssicherheit ganzer Ortschaften.“ Eine Intervention beim Landkreis als Baulastträger sei deshalb längst an der Zeit.

Was tun gegen Raser, um Fußgänger und Radfahrer besser zu schützen? Diese Frage führte in der folgenden Ratsdebatte zu zahlreichen Vorschlägen. Georg Schraml hielt in Ergänzung seiner Ausführungen bauliche Maßnahmen, zum Beispiel Querungshilfen, für hilfreich. Ein Vorschlag, der auch bei Josef Schreglmann Gefallen fand. Zudem regte der CSU-Rat Fahrbahnteiler an den Ein- und Ausfahrten des Hauptortes Kirchenthumbach an. „Im Fränkischen sind solche Querungshilfen für Fußgänger und Radfahrer längst üblich.“ Am wirkungsvollsten beurteilte Schreglmann allerdings eine polizeiliche Überwachung. Vorausgehen sollte ein Ortstermin des Marktgemeinderates mit Vertretern staatlicher Fachstellen als Voraussetzung für eine Prioritätenliste. Vor übereilten Schritten warnte der Bürgermeister: „Da kommen gleich Hunderttausende Euros zusammen.“

Richard Götz (CWG) plädierte anstelle von baulichen Veränderungen für Einsätze der kommunalen Verkehrsüberwachung. „In den umliegenden Gemeinden zeigen Radarfallen Wirkung“, wusste Götz und appellierte an den Bürgermeister, die Initiative zu ergreifen. „Wir müssen das schneller und härter angehen.“ Mit Blick auf die Ortsdurchfahrten in Heinersreuth fand Rudi Stopfer bauliche Veränderungen am wirkungsvollsten. Er empfahl zudem Geschwindigkeitsanzeigetafeln. Auch für Winfried Sporrer (CSU) kamen bauliche Maßnahmen, dann allerdings im Zusammenhang mit Straßensanierungen, in Frage. Sporrer kritisierte auch manche Traktorfahrer. „Die fahren mit ihren Kolossen oft viel zu schnell durch die Ortschaften.“ VG-Geschäftsleiter Matthias Kroher erinnerte daran, wegen der unterschiedlichen Straßenklassifizierungen die zuständigen Gesprächs- und Verhandlungspartner zu finden. Diese Meinung teilte auch Bürgermeister Jürgen Kürzinger. „Wir diskutieren vor allem über Ortsstraßen, auf Kreis- und Staatsstraßen haben wir keinen Einfluss.“

Nicht viel hielt Georg Schraml von Geschwindigkeitsmessgeräten. „Die wirken nur wenige Tage, dann gewöhnen sich die Verkehrsteilnehmer an die LED-Anzeigen.“ Bürgermeister Jürgen Kürzinger berichtete zudem von der Eingabe einer Privatperson an das Landratsamt, in der Ortsdurchfahrt Thurndorf der Kreisstraße 44 einen Zebrastreifen zu errichten. Der Rat akzeptierte schließlich einen Vorschlag von drittem Bürgermeister Alexander Schatz, eine Verkehrsschau mit den zuständigen staatlichen Dienststellen zu beantragen und Kontakt mit dem Zweckverband zur Kommunalen Verkehrsüberwachung aufzunehmen.

Gefährdungsschwerpunkte gibt es auch in Kirchenthumbach, zum Beispiel im Kreuzungsbereich der Kreisstraße 43 mit der Staatsstraße, betonten einige Markträte.

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