08.08.2019 - 14:57 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Ortsumgehung von Kirchenthumbach bekommt neue Chance

Kirchenthumbach und eine mögliche Ortsumgehung – das hat schon fast den Charakter von Michael Endes „Die unendliche Geschichte“. Eine neue Variante auf der Staatsstraße 2120 stößt am Mittwochabend beim Marktgemeinderat aber auf Sympathie.

Die drei Varianten für die Ortsumgehung. Die gelbe Linie markiert die aktuelle Vorzugsvariante.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Das Interesse an dem Thema ist groß, was allein die gut 30 Zuhörer in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung belegten. Bürgermeister Jürgen Kürzinger begrüßte als Referenten Frank Viehmann und Daniel Prütting vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach. Sie stellten eine neue Vorzugsvariante für die mögliche Umgehungsstraße vor. Dies war nötig geworden, nachdem das Verwaltungsgericht Regensburg im Juni 2018 festgestellt hatte, dass eine vertiefte Variantenprüfung durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach versäumt worden war. Vorausgegangen waren drei Klagen von Kirchenthumbacher Bürgern gegen die damalige Planung.

Das Staatliche Bauamt, so Viehmann, habe nach dem damaligen Urteil das Thema Ortsumgehung Kirchenthumbach weiterverfolgt. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 14 Varianten detailliert untersucht worden, dabei habe sich eine Vorzugsvariante herauskristallisiert. „Und diese rückt von der bestehenden Bebauung noch weiter weg“, informierte Viehmann mit Blick auf die vorherige Bauamts-Planung sowie auf die Planung, die von angrenzenden Bürgern eigeninitiativ in Auftrag gegeben worden war. Seien es bisher von der Straßenmitte zur nächstgelegenen Bebauung in der Lindenstraße 35 Meter gewesen, habe sich dieser Abstand nun auf 85 Meter vergrößert. Darüber hinaus befinde sich die neu geplante Ortsumgehung durch eine entsprechende Beugungskante in einer Senke. „Wir haben überall nochmals eine Verbesserung der Lärmsituation, die auch bisher schon deutlich unter den Grenzwerten lag“, sagte Viehmann.

Mit der neuen Planung komme man ohne Brücke aus, der Kapellenweg werde aber zur Sackgasse. Um weiterhin zu Fuß beziehungsweise per Fahrrad in die unbebaute Natur zu kommen, ist angedacht, einen entsprechenden Weg entlang der möglichen Umgehungsstraße mit einzuplanen. Aus dem Gremium kam der dringende Wunsch, hier wirklich eine durchgehende Radwegverbindung zu schaffen, damit werde auch der Anschluss an andere Verbindungen garantiert. „Alles andere wäre Blödsinn“, meinte Daniel Götz (CWG). Fraktionskollege Jürgen Geyer bedauerte zwar, dass der Kapellenweg zur Sackgasse werde und eine weitergehende Verbindung Richtung Natur nicht mehr realisierbar sei. Das müsse man aber aufgrund der gegebenen Verhältnisse akzeptieren.

Die Planungen würden laut Viehmann und Prütting nun weiterlaufen. Ihre Hoffnung sei, dass 2020 bei der Regierung der Oberpfalz ein Antrag auf Planfeststellung eingereicht werden könne.

Zwei Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach stellen in der Sitzung des Marktgemeinderats vor großer Zuhörerkulisse die neue Planung für die Ortsumgehung vor.
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