23.05.2019 - 10:59 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Pedelec-Fahren will gelernt sein

Die Volkshochschule Eschenbach und die Gebietsverkehrswacht Weiden bietet einen Fahrtest mit Pedelecs an. Die Teilnehmer lernen mit den schweren Rädern umzugehen und auch, was der Unterschied zum E-Bike ist.

Mit VHS-Außenstellenleiterin Gerda Mückl (Dritte von links), Experte Stefan Westermayer (Achter von links) und „mobil und sicher“- Moderator Josef Argauer von der Verkehrswacht Weiden (Neunter von links) .
von Autor MÜLProfil

14 Radfahrer nahmen am Sicherheitstraining für Pedelec-Fahrer teil, das die Volkshochschule Eschenbach in Zusammenarbeit mit der Gebietsverkehrswacht Weiden und dem Auerbacher Fahrradfachgeschäft Radau erstmals im Landkreis Neustadt/Waldnaab anbot. VHS-Außenstellenleiterin Gerda Mückl begrüßte die Teilnehmer und stellte die Referenten „mobil und sicher“- Moderator Josef Argauer von der Verkehrswacht Weiden und den Stefan Westermayer vor.

Vor den praktischen Übungen auf dem Parcours, der auf dem verkehrsfreien Parkplatz der Heberbräuhalle aufgebaut war, erklärte Argauer den Teilnehmern die rechtlichen Grundlagen für das Pedelec, dessen Name die Abkürzung für „Pedal Electric Cycle“ ist, und landläufig fälschlicherweise als E-Bike bezeichnet wird. Lediglich das Pedelec sei dem Fahrrad rechtlich gleichgestellt, weil sein Elektromotor nur beim Treten arbeite und seine Unterstützung bei 25 Kilometern pro Stunde aufhöre. Ein richtiges E-Bike dagegen gelte offiziell als Elektro-Mofa, das auch ohne Muskelkraft fährt und führerschein- und versicherungspflichtig sei. Wegen des höheren Unfallrisikos riet er, immer einen Fahrradhelm zu tragen und eine Privathaftpflichtversicherung abzuschließen.

Fahrrad-Experte Westermayer befasste sich mit der Technik und Bedienung des im Trend liegenden Verkehrsmittels und erläuterte, welche Ausstattung beim Kauf sinnvoll sei. So empfahl er beispielsweise den Mittelmotor als Antriebsform und Akkus mit mindestens 400, besser 500 Watt Leistung. Von einer Rücktrittbremse, die immer wieder gewünscht werde, riet er ab, da diese zu einer erheblichen Leistungsverminderung führe. Die Akkus könnten bis zu 500 Mal aufgeladen werden, verlieren aber im Laufe der Zeit an Leistung. Beim Transport der Räder müssten die Akkus auf jeden Fall abgenommen werden, da sie sich zum Beispiel bei einem Auffahrunfall entzünden würden. Sie sollten in einem feuerhemmenden Karton, den man beim Kauf bekommt, aufbewahrt werden. Beim Kauf sei auch darauf zu achten, dass ein fachgerechter Service angeboten wird, der für das Pedelec mindestens einmal im Jahr notwendig sei.

Mit den eigenen Rädern oder von der Firma Radau zur Verfügung gestellten Leihrädern wurde dann unter Anleitung von Argauer auf dem Parcours geübt. Dabei merkten vor allem die Fahranfänger, wie wichtig es ist, ein Gefühl für das Gewicht zu bekommen, da Pedelecs fast doppelt so schwer sind wie normale Räder. Auch an die schnellere Beschleunigung und die höhere Geschwindigkeit musste sich der eine oder andere erst gewöhnen. Schnell merkten sie, dass auch das Pedelec-Fahren gelernt sein will und die Ratschläge hilfreich waren. Schon das Anfahren birgt eine Unfallgefahr, wenn es falsch gemacht wird. An den verschiedenen Stationen übten die Teilnehmer mit großem Engagement zum Beispiel die richtige Balance zwischen Rad und Körper, richtiges Kurven- und Slalomfahren, schnelleres Fahren, optimales Bremsverhalten und das Überfahren von Hindernissen. Zum Ende der Veranstaltung bedankte sich Gerda Mückl bei den Referenten mit kleinen Präsenten. Aufgrund der positiven Resonanz wird das Sicherheitstraining auch nächstes Jahr im Frühjahr angeboten.

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