04.06.2020 - 11:46 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Photovoltaik auf zehn Hektar Ackerland

Ein riesiges Photovoltaikfeld soll den Strombedarf für circa 3000 Haushalte decken. Als Standort hat sich der schlüsselfertige Projektentwickler "Voltgrün Energie" Ackerland bei Altzirkendorf auserkoren.

Toni Frank, Geschäftsführer des Projektentwicklers "Voltgrün", wirbt in der Sitzung des Marktgemeinderats für die Projektidee einer zehn Hektar großen Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Altzirkendorf.
von Robert DotzauerProfil

"Es sind Wünsche aus der Marktgemeinde Kirchenthumbach", versicherte "Voltgrün"-Geschäftsführer Toni Frank schon einmal vorsorglich. Der Vertreter des Projektentwicklers und Energieversorgers aus Regensburg stellte sich in der Sitzung des Marktgemeinderats am Mitwochabend als alter Bekannter vor, verwies auf die Projektion der Windkraftanlagen bei Altzirkendorf und warb schließlich für ein neues Projekt umweltfreundlicher Energiegewinnung fast an gleicher Stelle. „Eine offene und transparente Kommunikation ist dem Unternehmen wichtig“, versicherte er.

„Voltgrün“ plant ebenfalls im Bereich Altzirkendorf eine Photovoltaik-Anlage. Entstehen soll sie auf derzeit landwirtschaftlich genutzter Fläche im Umfeld der Windräder. Toni Frank gab dem Gremium schon einmal die Rahmendaten bekannt: 8,5 Hektar Modulfläche auf etwa 10 Hektar Ackerland und eine Stromleistung von 11 Millionen Kilowattstunden jährlich.

Als besondere Standortvorteile nannte er den relativ geringen Flächenbedarf bei hoher Leistung. Gewährleistet sei eine umlaufende Eingründung des Areals, der Verzicht auf Bodenversiegelung, die vertraglich festgehaltene langfristige Sicherung der Grundstücke, interessante Pachtgebühren für die Grundstückseigentümer und satte Gewerbesteuereinnahmen für die Marktgemeinde.

Vor dem Gremium warb der „Voltgrün“-Geschäftsführer für eine umgehende Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes mit Durchführungsvereinbarung. Er versprach eine volle Kostenübernahme aller Planungsleistungen durch den Träger des Vorhabens.

Als Zeitschiene nannte der Diplom-Geograph kommunale Satzungsbeschlüsse spätestens im ersten Quartal 2021, Baubeginn im Frühjahr 2021 und Inbetriebnahme der Anlage bei einer Bauzeit zwischen acht und zwölf Wochen im Herbst 2021. Weitere Ausführungen galten der Lebensdauer der Anlagen. Der Firmenvertreter verwies zudem auf die enge Kooperation mit dem Bayerischen Bauernverband.

In Aussicht stellte Toni Frank den Betrieb der Anlage durch eine Betreibergesellschaft. Unternehmensziel sei eine regionale und bürgernahe Umsetzung. Deshalb stehe „Voltgrün“ in erfolgversprechenden Verhandlungen mit der Grafenwöhrer NEW-Neue Energien West und der Bürger-Energiegenossenschaft West.

Auf Anfrage bestätigte die Geschäftsführung der NEW eG die Absicht, getreu dem Motto „Aus der Region für die Region“ mit der Mitgliedsgemeinde Kirchenthumbach und dem Projektentwickler zusammenzuarbeiten und die Photovoltaik-Freiflächenanlage zu betreiben. Verträge sollen folgen. Als nächsten Schritt kündigte Bürgermeister Jürgen Kürzinger für die nächste Sitzung des Marktgemeinderats zielgerichtete Aufstellungsbeschlüsse zur Änderung der kommunalen Bauleitplanung an.

Übereinstimmung herrschte auch beim Beschluss zur Einleitung eines „einfachen“ Dorferneuerungsverfahrens für den Bereich Heinersreuth-Lenkenreuth. Marktgemeinderat Rudi Stopfer verwies auf die bisherige Unterstützung durch das Amt für Ländliche Entwicklung und bezeichnete die Dorferneuerung als Instrument zur deutlichen Verbesserung der Lebensqualität in den kleinen Ortschaften. Diese Überzeugung äußerte auch Bürgermeister Jürgen Kürzinger. „Wir tragen Verantwortung für alle Gemeindeteile“, sagte er.

Eine längere Diskussion entwickelte sich über die Absicht einer Familie, entlang der Ortsdurchfahrt Tagmanns eine private Fernwärmeleitung zu verlegen. Während der Bürgermeister auf eine Prüfung durch den Bauhofleiter verwies und eine Genehmigung empfahl, warnten einige Gemeinderäte vor Straßen- und Bankettschäden.

Georg Adelhardt legte wegen der schwierigen Trassenführung und der Querung einer öffentlichen Wasserleitung eine vertragliche Absicherung der Leitungsverlegung ans Herz. Jürgen Geyer wünschte sich klare Rahmenvorgaben der Verwaltung und empfahl eine Besichtigung durch den Bauausschuss, Richard Götz erinnerte an die Notwendigkeit von Grunddienstbarkeiten. Schließlich beschloss das Gremium einstimmig, die Entscheidung dem Bauausschuss zu überlassen. Ein Ortstermin soll dem Beschluss vorausgehen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.